Entzündung an den Weisheitszähnen: Ursachen, Symptome & Therapie

Wann können Entzündungen an den Weisheitszähnen auftreten? (© gangliu10 - iStock)

In diesem Expertenratgeber erfahren Sie, woran Sie Entzündungen an den Weisheitszähnen erkennen können, worin die Ursachen bestehen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Ursachen für Entzündungen an den Weisheitszähnen

Entzündungen an den Weisheitszähnen treten sehr häufig auf, wenn die Zähne anfangen durchzubrechen.

Das kann folgende Ursachen haben:

Der Zahn kann nicht durchbrechen

Aufgrund von Platzmangel kann der Zahn nicht ganz durchbrechen. Dann entsteht hinter dem Zahn einen Zahnfleischtasche, in der sich Bakterien sammeln, die zu einer Entzündung führen. Dies ist meist im Unterkiefer der Fall.

Ungünstige Größe und Lage

Der Zahn erreicht trotz ausreichend Platz nicht das Niveau der übrigen Zähne und ist somit mit der Zahnbürste sehr schlecht zu erreichen. Die zunehmende Ansammlung von Zahnbelag führt hier zu Zahnfleischentzündung und Karies.

Sollten die Weisheitszähne doch noch richtig durchbrechen und das Niveau der Zahnreihe erreichen, gehen die Beschwerden meist wieder von alleine weg. Ist das nicht der Fall, weil zu wenig Platz besteht, oder der Zahn falsch liegt, muss er unbedingt entfernt werden.

Unterschiedliche Schweregrade: Wann ist der Gang zum Zahnarzt notwendig?

Leichte Entzündungen sind nur wenig schmerzhaft. Das Zahnfleisch ist gerötet und blutet beim Zähneputzen schnell.

Schwere Entzündungen gehen mit starken Schmerzen und Schwellungen einher. Durch die Schwellung kann es zu einer eingeschränkten Mundöffnung und einer dicken Backe kommen. Sollte zusätzlich auch noch "kloßartige" Sprache auftreten, ist unverzügliches Handeln nötig. Aus harmlosen Entzündungen können nämlich lebensbedrohliche Abszesse werden.

Bei leichten Entzündungen hilft gründliches Zähneputzen, vor allem im Bereich der Weisheitszähne. Im Oberkiefer kann es dabei hilfreich sein, den Mund zu schließen und den Unterkiefer nach vorne oder zur Seite zu schieben. Zusätzlich können Mundspüllösungen hilfreich sein.

Bei schwereren Entzündungen muss ein Zahnarzt aufgesucht werden. Je nach Ausmaß der Entzündung kann der Zahn nicht sofort entfernt werden. In solchen Fällen wird der Bereich unter örtlicher Betäubung gereinigt.

Sollte ein Abszess vorhanden sein, wird er eröffnet und mit einer Drainage versehen, sodass der Eiter abfließen kann. Zusätzlich wird in der Regel ein Antibiotikum verschrieben.
In ganz schweren Fällen kann sogar eine stationäre Behandlung notwendig sein.

Nach Abklingen der akuten Beschwerden, kann der Weisheitszahn dann ein paar Tage später einfach und schmerzlos unter örtlicher Betäubung entfernt werden.

Woran Sie entzündete Weisheitszähne erkennen

Entzündete Weisheitszähne verursachen grundsätzlich Beschwerden. Retinierte Weisheitszähne können ein Druckgefühl hervorrufen, jedoch nicht in dem Ausmaß einer Entzündung. Zusätzlich können an retinierten Weisheitszähnen – Weisheitszähne, die noch im Kiefer sind – Zysten entstehen. Sie werden langsam immer größer und zerstören den Knochen, verursachen jedoch keine Beschwerden.

Deshalb sollte spätestens im Alter von 20 Jahren eine Übersichtsröntgenaufnahme gemacht werden, ein sogenanntes Orthopanthomogramm (OPG). Die meisten Jugendlichen werden jedoch bereits schon im Rahmen der kieferorthopädischen Behandlung geröntgt und über einen eventuellen Behandlungsbedarf informiert.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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