Keramikimplantate - Biologisch verträgliche Zahnimplantate

Dr. Knauf

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©fotolia-rommmaZahnimplantate aus Keramik sind kaum von echten Zähnen zu unterscheiden (©fotolia-rommma)In den letzten Jahren ist die Diskussion über die Möglichkeiten, den Mund mit metallfreiem Zahnersatz zu versorgen, immer stärker geworden. Aufgrund vermehrter Allergien, der Angst vor Entzündungen und einem hohen ästhetischen Bewusstsein wünschen sich immer mehr Patienten eine Alternative zu Zahnersatz aus Metall.


Wie setzen sich Keramikimplantate zusammen und welche Eigenschaften sind hervorzuheben?

Keramikimplantate bestehen aus Nano-Zirkoniumoxyd. Es handelt sich um eine Verbindung aus den Stoffen Zirconium, Silicium und Yttriumoxid. Sie weisen eine hohe Bruch- und Biegefestigkeit auf und sind nicht temperaturleitend.


Welche wesentlichen Vorteile haben Keramikimplantate gegenüber einer metallischen Versorgung?

Wenn Titanimplantate, die seit mehr als 40 Jahren Goldstandard sind, in den Kiefer eingesetzt werden, können sich Titanpartikel vom Implantat ablösen. Sie lagern sich im Knochen, im Weichgewebe oder in den Lymphknoten ab. So kann es vereinzelt zu Entzündungsreaktionen und schlimmstenfalls zum Verlust des Implantates kommen.

Möglicherweise führen Titanimplantate bei wenigen Patienten, etwa 0,06 Prozent, auch zu Allergien. Bei Keramikimplantaten sind hingegen bis heute keine Allergien bekannt.


Welche ästhetischen Aspekte sind nennenswert?

Da Keramikimplantate eine weiße, lichtdurchlässige Farbe haben, sind sie von natürlichen Zähnen kaum zu unterscheiden. Dass graues Metall durchschimmert, wie es bei Titanimplantaten auftreten kann, ist auch bei dünnem Zahnfleisch nicht möglich.


Auf welchen Grundlagen beruhen diese Ergebnisse?

Es gibt bis heute nur wenige Daten zur Langzeitbewährung von Zirkonoxydimplantaten. Dabei wurden nur einteilige, keramische Implantate vor allem im Seitenzahnbereich untersucht, die mit vollkeramischen Kronen und Brücken versorgt worden sind. Die Resultate sind sehr gut und stehen denjenigen von Titanimplantaten nicht nach.

Zu zweiteiligen, keramischen Implantaten, welche sich vor allem für die Versorgung des Frontzahnbereichs eigenen, gibt es bis heute nur Fallberichte oder Langzeitstudien. Dasselbe trifft auch auf die Versorgung mit großen Brücken und implantatgetragenem- oder herausnehmbarem Zahnersatz, wie z.B. Deckprothesen, zu.


Zu welchem Zahnersatz ist also nach dem heutigen Wissensstand zu raten?

Eine Versorgung mit einem Zahnersatz ist immer eine individuelle Entscheidung, die die Patienten zusammen mit den behandelnden Ärzten treffen. Dabei beraten wir möglichst umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten und besprechen dann, welche für den einzelnen Patienten gemäß dessen Voraussetzungen die bestmögliche Variante darstellt.

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