Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Dr. med. dent. Stefan Schützinfo_plain_20gr

Herr Dr. Schütz praktiziert als Zahnarzt in Konstanz. (© Schütz)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. dent. Stefan Schütz interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Zahnarzt.

jameda: Herr Dr. Schütz, was hat Sie motiviert, Zahnarzt zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Herr Dr. Schütz: Der medizinische Bereich hat mich schon von früh auf fasziniert. Großen Einfluss auf meine Entscheidung, Zahnmedizin zu studieren, hatte meine Familie. Beide Großväter und meine Eltern waren Zahnärzte. Man kann es mit einem Augenzwinkern auch als Fluch betrachten. Allerdings hatte ich dadurch früh die Möglichkeit zu sehen, welche Verantwortung dieser erfüllende Beruf mit sich bringt.

Da ich gerne handwerklich tätig bin und mich die Chirurgie sehr interessierte, spezialisierte ich mich auf die Implantologie und das Anfertigen von Zahnersatz.

Während meines Studiums lernte ich viel über die verschiedenen Erkrankungen der Mundhöhle und auch, dass 90 % der Erkrankungen durch eine gute Mundhygiene vermeidbar sind.

Aus der Überzeugung heraus, dass ein sauberer Zahn niemals krank wird, baute ich von Beginn meiner Tätigkeit die Prophylaxe in der Praxis aus. Die beste Therapie ist die, die es überhaupt nicht braucht. Wenn doch der Ersatz verloren gegangener Zähne nötig sein wird, sollte dies minimalinvasiv sein und die restlichen Zähne nicht belasten.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht ihn so besonders?

Herr Dr. Schütz: Mein Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der Implantologie, dem Ersatz fehlender Zähne. Ich verfolge einen Therapieansatz, der auf modernste Technik wie den 3D-Scan, aber auch auf ein patientenbezogenes, individuelles Optimum setzt. Nicht jeder Zahn muss ersetzt werden.

Entscheidend ist, dass durch das Fehlen des Zahnes kein gesundheitliches Risiko entsteht, aber auch das Bedürfnis des Patienten zählt. Einen Zahn, den unsere Patienten nicht vermissen, ersetzen wir nicht – Mut zur Lücke. Es ist uns somit möglich, den Aufwand an Behandlungen, aber auch die materielle Belastung zu reduzieren.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. Schütz: Natürlich war mein Vater ein großes Vorbild für mich. Durch ihn habe ich vor allem gelernt, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit ist.

Beispielsweise bietet mir der enge Austausch mit unseren Labortechnikern immer wieder die Möglichkeit zum Lernen. Durch den direkten Kontakt im hauseigenen Labor können Behandlungsabläufe verbessert und sogar eigene Produkte entwickelt werden.

Aktuell fertigen wir unsere eigenen transparenten Zahnschienen an. Diese sind nicht nur aus extrem belastbarem Material. Durch die Techniker Vorort können Anpassungen auch wesentlich schneller und einfacher realisiert werden.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. Schütz: Der Einsatz von Lachgas ist eine große Erleichterung bei der Behandlung von Patienten mit extremer Zahnarztangst. Ohne nennenswerte Nebenwirkungen ist es hierdurch möglich, Patienten zu behandeln, die sonst nur unter Vollnarkose behandelbar wären.

Durch neue digitale Behandlungsoptionen, wie das dreidimensionale Röntgen (DVT), ist es uns möglich, Implantate genau zu planen. Die meiste Entlastung bringt die Möglichkeit, durch den intraoralen 3D-Scan auf Abdrücke am Patienten zu verzichten. 

Es ist uns heute möglich durch neue Technologien, vollkeramischen Zahnersatz direkt anzufertigen und die Patienten am Tag des Eingriffs mit Kronen oder Brücken zu versorgen. Das ist ein großer Vorteil für den Patienten, da sich die Behandlungstermine enorm reduzieren.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. Schütz: Entscheidend ist es für uns, unseren Patienten auch in Zukunft in allen Bereichen der Zahnheilkunde einen perfekten Service zu bieten. Dies gelingt nur durch unsere Mitarbeiter. Neue Mitarbeiter zu finden und den Nachwuchs zu motivieren und in die Zahnheilkunde zu gehen, stellt eine große Herausforderung dar. Nur in einem großen Team ist es möglich, die Aufgaben, wie Datenschutz, Digitalisierung und Qualitätsmanagement etc. zu bewältigen.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. Schütz: Wir versuchen, unsere Patienten so zu behandeln, wie wir selbst auch behandelt werden wollen. Dies setzt Ehrlichkeit voraus und dass wir einen vertrauensvollen Umgang pflegen.

Unsere Patienten werden über alle Behandlungsschritte aufgeklärt und entscheiden mit, welchen Therapieweg sie einschlagen möchten. Natürlich versuchen wir, jeden Eingriff für unsere Patienten so angenehm wie möglich zu gestalten. Wir pflegen auch mit unseren Mitarbeitern einen respektvollen Umgang. Fairness ist uns in jeder Hinsicht sehr wichtig. 

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. Schütz: Patienten die unseren Einsatz würdigen und humorvoll und offen im Umgang sind. Viele Patienten kommen schon sehr lange zu uns. Hier hat sich nahezu ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Schütz: Als noch sehr junger Zahnarzt musste ich einer Patientin erklären, dass der eben durchgeführte Eingriff nicht geglückt war. Für die Patientin, die einen längeren Anfahrtsweg hatte, bedeutete das größere Unannehmlichkeiten.

Ich war deshalb sehr bedrückt, als ich Ihr die Lage schilderte. Zu meiner großen Überraschung kam die Patientin kurze Zeit später mit einer Torte zurück, um uns aufzumuntern. 

Das Praxisteam um Herrn Dr. Schütz. (© Schütz)
jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Schütz: In Bezug auf Karies spielen neben der Zahnpflege die Ernährung und natürlich der Konsum von Zucker eine überragende Rolle. Hier besteht für viele Patienten ein Missverständnis: Nicht die Menge, sondern die Häufigkeit der süßen Snacks, verursacht Karies.

Wenn am Vormittag keine zuckerhaltigen Speisen verzehrt werden, morgens und abends die Zähne mit fluoridierter Zahnpasta geputzt werden, kann keine Karies entstehen. Der Speichel hat ausreichend Zeit, die Zahnoberfläche mit seinen Mineralien zu reparieren.

Pausenbrote und Getränke am Vormittag sollten zuckerfrei sein. Mann kann es wie ein Intervallfasten gegen Karies betrachten.

Zur Person

Ich bin seit 24 Jahren Zahnarzt, habe drei Kinder und führe in dritter Generation zusammen mit meiner Frau Dr. Dubravka Schütz unsere Praxis in Engen.

Zur Praxis

Die Praxis Schütz besteht seit bald 90 Jahren in Engen. 2019 wurde die Praxis um den Standort Konstanz, ehemalige Praxis Dr. Maurer und 2021 um den Standort Radolfzell, ehemalige Praxis Dr. Schweisgut, erweitert.

Wir sind ein Team von acht Zahnärzten und bieten alle Bereiche der modernen Zahnheilkunde an. Kieferorthopädie, unsichtbare Zahnschienen, sogenannte Aligner, Implantate, vollkeramischen Zahnersatz aus unserem Praxislabor, DVT und Behandlungen von Angstpatienten mit Lachgas. Unsere Praxis ist durch den Einsatz eines intraoralen 3D-Scanners abdruckfrei.

Trotz unserer Größe ist uns die Beziehung zu unseren Patienten sehr wichtig. An unseren Standorten ist jeweils ein Prophylaxezentrum für Professionelle Zahnreinigung und Bleaching eingerichtet.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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