Parodontitis schonend mit dem Dental-Laser behandeln

Dr. Graf

von
verfasst am

© WavebreakMediaMicro - FotoliaParodontose Behandlung mit Dental-Laser - schonend und effektiv (© WavebreakMediaMicro - Fotolia)Parodontitis, im Volksmund auch als Parodontose bezeichnet, ist eine durch Bakterien ausgelöste Zahnfleischentzündung. Sie gilt als eine Hauptursache für Zahnverlust im fortgeschrittenen Lebensalter. Allerdings kann eine Parodontitis durch frühzeitige Diagnose und angemessene Behandlung eingedämmt oder im besten Falle sogar ausgeheilt werden. Der moderne Dental-Laser beim Zahnarzt entfernt Bakterien äußerst schonend und stoppt gleichzeitig das Voranschreiten der Krankheit.

Wie verläuft die Parodontitis?

Eine Parodontitis verläuft zu Beginn für den Patienten meist unbemerkt und wird häufig erst durch den Zahnarzt diagnostiziert. Sammeln sich Zahnbeläge (Plaque) mit den darin enthaltenen Keimen am Zahnfleischrand, entstehen Zahnfleischtaschen zwischen Zahnhals und angrenzendem Zahnfleisch, in der sich die Bakterien vermehren. Wandert die Entzündung in Richtung Kieferknochen, bilden sich langfristig Zahnfleisch und Knochen zurück. Der Zahn verliert seinen Halt und fällt aus.

Moderne Parodontitis-Behandlung: Laser-Therapie beim Zahnarzt

Zum Erhalt der Zahngesundheit sind eine frühzeitige Diagnose und die schnelle, konsequente Therapie der Zahnfleischerkrankung notwendig. Eine besonders schonende und effiziente Behandlungsmethode ermöglicht die antimikrobielle photodynamische Laser-Therapie. Bei dieser innovativen Technik bringt der Zahnarzt einen speziellen Photosensitizer in die Zahnfleischtaschen ein, der durch den Softlaser aktiviert wird. Sauerstoff wird in den Bakterien, die diesen Farbstoff aufnehmen, freigesetzt und die sauerstoffempfindlichen Bakterien sterben ab. Der Vorgang selbst ist nebenwirkungsfrei und kann bei Bedarf jederzeit wiederholt werden.

Patientenvorteile der Laserbehandlung in der Parodontologie

Der Dental-Laser bietet für Patienten verschiedene Pluspunkte gegenüber der konventionellen Parodontitis-Behandlung. Das Licht des Lasers zerstört 99,9 Prozent der Bakterien, wodurch auf die übliche Einnahme von Antibiotika bei einer akuten Parodontitis verzichtet werden kann. Außerdem zerstört der Laser ausschließlich Bakterien, da sich der vorher eingebrachte Photosensitizer nur an Keime heftet. Umliegendes Gewebe wird deshalb nicht geschädigt. Die Wirkung des Lasers ermöglicht damit eine sofortige Blutungsstillung und eine schnelle Wundheilung. 

Effektive Prophylaxe gegen Parodontose

Der Laser befreit einen Zahn nachhaltig von Parodontitis-Bakterien und macht den Mundraum widerstandsfähig. Mit einer sorgsamen Mundhygiene Zuhause und regelmäßigen Zahnarztbesuchen mit professionellen Zahnreinigungen können Patienten gemeinsam mit ihrem Zahnarzt dafür sorgen, dass die Zahngesundheit erhalten bleibt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
46
Interessante Artikel zum Thema „Parodontose”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
  

Kommentare zum Artikel (8)


06.01.2018 - 20:18 Uhr

Frage: Bei mir steht eine Laserbehandlung...

von Ingrid.w.

... zeitgleich mit einer Paradontosebehandlung an. Muss vorher nicht ein Bakterientest gemacht werden? Wer übernimmt die Kosten ? Danke für Ihre Antwort

05.08.2017 - 15:26 Uhr

In einigen Tagen soll meine Laserbehandlung...

von Christine M.

... beginnen - und nun habe ich schon zwei Mal gehört, dass anschließend alle Zähne ausgefallen seien. Kann dies sein?? Alle Berichte über diese moderne Behandlungsmethode klingen sehr positiv und ermutigend aber trotzdem habe aus verständlichen Gründen Angst! Vielen Dank für Ihre Antwort.

Dr. Graf

Antwort vom Autor am 07.08.2017
Dr. med. dent. Peter Graf

Liebe Frau M., glauben Sie mir, dass eine Therapieform nicht lange Bestand hat, wenn Sie zu solch desaströsen Ergebnissen führt wie einem kompletten Zahnverlust. Vielleicht war es in diesen beiden Fällen ja so, dass eine sehr weit fortgeschrittene Parodontitis mit starkem Knochenverlust vorlag und selbst die Lasertherapie den drohenden Zahnverlust nicht mehr aufhalten konnte. Fraglich ist auch, welche Form der Lasertherapie angewendet wurde und v.a. mit welcher Art von Laser. Es gibt also viele offene Fragen bei diesen beiden Fällen, die weder Sie noch ich wirklich beurteilen können. Bei richtiger Anwendung und entsprechender Indikationsstellung - also eignet sich der entsprechende Krankheitsfalll für eine Lasertherapie - ist diese Behandlungsform ein großer Gewinn für die Zahnmedizin. Aber wie alle Therapien, so hat auch die Lasertherapie ihre Grenzen. Und interessanter Weise bekommt man immer diese Grenzfälle erzählt - da wo es eben nicht so gut lief... Lassen Sie sich nicht verunsichern! Bestimmt hat Sie Ihr Zahnarzt ausführlich über die Laserbehandlung aufgeklärt. Und wenn Sie hierbei ein gutes Bauchgefühlt hatten, dann bleiben Sie bei Ihrer Entscheidung! Ich wünsche Ihnen bei der Behandlung viel Erfolg! Viele Grüße, Dr. Peter Graf

27.09.2016 - 23:31 Uhr

Mein Zahnarzt will eine Parodontose-Behandlung bei...

von Sonja M. E.

... mir durchführen. Ich habe kein Zahnfleischbluten, werde in 2 Monaten 57 Jahre alt. Habe eine sehr gute Zahnpflege und vor 2 Monaten wurde erst die professionelle Zahnreinigung durchgeführt. Wie kann ich feststellen, ob diese Behandlung wirklich notwendig ist? Man hat bei mir eine Zahntaschenmessung gemacht. Das Ergebnis lautet 3 und 3,5.

Dr. Graf

Antwort vom Autor am 30.09.2016
Dr. med. dent. Peter Graf

Sehr geehrte Frau E., leider können Sie selbst kaum beurteilen, ob eine geringgradige Parodontitis vorliegt oder nicht. Denn diese ist meist symptomlos und wird daher häufig auch nicht diagnostiziert. Bei Meßtiefen der Zahnfleischfurche ab 3,5 mm und gleichzeitigen Entzündungszeichen ist davon aber schon auszugehen. Ein zeitweiliges oder permanentes Bluten am Zahnfleisch bei Anwendung der Zahnseide kann hier ein Warnsignal sein. Verkrustete Beläge auf der Wurzeloberfläche, die der Zahnarzt ertastet, sind ebenfalls Anzeichen und Grundlage einer Parodontitis, die eine Therapie notwendig machen. Eine Zahnfleischtasche mit den genannten Meßtiefen ohne Entzündungszeichen muss nicht zwangsläufig therapiert werden. Entscheidend ist hier der zeitliche Verlauf der Zahnfleischgesundheit über einen mehrmonatigen Zeitraum. Liegen die Meßtiefen schon lange in dieser Größenordnung ohne Entzündungszeichen und trotz regelmäßiger professioneller Zahnreinigung sowie perfekter häuslicher Mundhygiene, wäre es für mich eine Situation, die ich nicht mit einer Parodontitisbehandlung therapieren würde. Für sie muss die Entscheidung für eine Parodontitistherapie nachvollziehbar sein. Ansonsten sprechen sie mit Ihrem Zahnarzt über Ihre Zweifel. mit freundlichen Grüßen, Dr. Peter Graf

11.09.2016 - 09:48 Uhr

Ich habe am 19.09.2016 meine erste Behandlung und...

von Angela V.

... Angst. Ich weiß nicht, was mich erwartet, ich bin kein Angsthase. Ich würde gerne die Laser-Behandlung durchführen lassen, da ich eine leichte Parodontose habe. Was kostet das? LG

Dr. Graf

Antwort vom Autor am 13.09.2016
Dr. med. dent. Peter Graf

Sehr geehrte Frau V., Die erwähnte Lasertherapie setze ich bei chronischer Parodontitis dann ein, wenn ich zuvor einen Bakterientest mit positivem Ergebnis durchgeführt habe. Positiv heißt, dass die recht aggressive Bakterien in der Zahnfleischtasche gefunden wurden, die durch eine rein mechanische Belagsentfernung - und das ist ja Kennzeichen einer normalen, geschlossenen parodontitistherapie - nicht beseitigt werden können. Dann gibt ja die beiden im Artikel beschriebenen Wege der Begleitbehandlung- die Antibiotikatherapie oder die aktivierte Photothermische Therapie (aPTT) mit dem Laser. Bevor Sie also die Lasertherapie in Erwägung ziehen, wäre zunächst ein Bakterientest notwendig, um zu prüfen, ob sich überhaupt aggressive Bakterien an der Wurzeloberfläche und in der Zahnfleischtsche befinden. Fällt der Test negativ aus, dann benötigen Sie im ersten Schritt lediglich die klassische mechanische Reinigung der Wurzeloberfläche ( geschlossene Parodontitistherapie) ohne antiinfektiöse Begleittherapie. Die Therapiekosten der aPTT liegen bei 2 Lasersitzungen (Abstand: 1 Woche) beim vollständig bezahlten Patienten bei ca. € 800. mit freundlichen Grüßen, Dr. Peter Graf

11.09.2016 - 09:33 Uhr

Ist die Behandlung mit Lasertherapie auch bei...

von Angela V.

... einer leichten Parodontose möglich?

11.09.2016 - 09:30 Uhr

Bezahlt das die Krankenkasse oder wie hoch sind...

von Angela V.

... die Kosten? Ich habe nur eine leichte Parodontose.

12.07.2016 - 17:40 Uhr

Guten Tag, braucht es mehrere Sitzungen für eine...

von Katrin S.

... Lasertherapie bei Parodontose? Wenn ja, können Sie mir sagen wie viele? Mit freundlichen Grüssen Katrin S.

Dr. Graf

Antwort vom Autor am 12.07.2016
Dr. med. dent. Peter Graf

Guten Tag Frau Katrin S., die aktivierte Photothermische Therapie (aPTT) als Laserbegleittherapie bei der Parodontitisbehandlung ist auf 2-3 Sitzungen aufgeteilt. Die erste Lasersitzung findet zeitgleich mit der mechanischen Belagsentfernung unter lokaler Betäubung statt, die zweite Sitzung ist eine Woche später. Eine optional dritte Sitzung findet dann fünf Wochen später statt. Die Lasertherapie selbst ist nahezu schmerzfrei und kann gut unter oberflächlicher Zahnfleischbetäubung durch ein Spray durchgeführt werden. ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit weiterhelfen. mit freundlichen Grüßen, Dr. Peter Graf

07.04.2015 - 17:27 Uhr

Ist die beschriebene Therapie bei einer...

von Sina

... chronischen Parodontitis mit nachgewiesener hoher Keimbelastung bei tiefen Taschen und Bifurkation noch sinnvoll (alternativ zu Extraktion mehrerer Zähne und Antibiotikaeinnahme)? Wenn ja, sind (wie mir vorgeschlagen) wirklich 4 Sitzungen mit Betäubung der jeweiligen Kieferhälfte nötig? ('Schonende' Therapie? -Ich hatte vor 3 Jahren eine komplette Lappen-Op in einer Sitzung.) Ist davon auszugehen, dass die Laserbehandlung regelmäßig wiederholt werden muss? Für Ihre Antwort im Voraus vielen Dank S.

Dr. Graf

Antwort vom Autor am 09.04.2015
Dr. med. dent. Peter Graf

Hallo Sina, die photodynamische Therapie (PDT) mit dem Diodenlaser ist kein Wundermittel. Sind Zähne auf Grund einer fortgeschrittenen Parodontitis als nicht mehr erhaltungswürdig diagnostiziert, wird sich dieser Status durch die Lasertherapie nicht ändern lassen. Wurde im Markerkeimtest der Aggregatibacter actinomycetemcomitans (AA) nebst anderen Leitkeimen der Parodontitis bei Ihnen nachgewiesen, wird es mit der alleinigen PDT nebst der klassischen Parodontitistherapie (Kürettage der Wurzelflächen unter lokaler Betäubung) schwierig. Hier würde ich eine antibiotische Begleittherapie empfehlen. Ich führe die komplette klassische Parodontitistherapie in 2 Behandlungssitzungen an 2 aufeinanderfolgenden Tagen durch. Die PDT mit dem Laser findet zeitgleich statt, sowie eine Woche und ggf. 6 Wochen danach nochmals als alleinige Therapie. Falls eine Antibiotikatherapie angezeigt ist, startet diese i.d.R. am Morgen des ersten Behandlungstages, insgesamt für 7 Tage. Diese wird begleitet durch eine probiotische Therapie, um die Bakterienkulturen des Darmes trotz der Antibiose zu erhalten und damit das Immunsystem zu stützen. Die PDT kann beliebig oft - im Unterschied zur Antibiotikatherapie - erfolgen und ist nebenwirkungsfrei. Sie kann auch im Rahmen der essentiell wichtigen Parodontitis-Nachsorge durch professionelle Zahnreinigungen (PZR) von entsprechend ausgebildeten Prophylaxeassistenten/innen angewandt werden. Aber PDT ist nicht gleich PDT: hier gibt es unterschiedliche Inikatorfarbstoffe, die unterschiedlich wirksam sind. Ich kann hier nur meine sehr guten Erfahrungen mit dem Farbstoff Indocyanin wiedergeben. Ich hoffe, Ihnen damit geholfen zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer anstehenden Behandlung. mit besten Grüssen, Dr. Peter Graf


Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete und Lexikon-Inhalte

Über Krankheiten und Symptome informieren

Das jameda Lexikon