Sanfter und erfolgreicher: Ablauf der modernen Wurzelbehandlung

Bei welchen Symptomen sollte eine Wurzelbehandlung in Betracht gezogen werden? (© Robert Kneschke - fotolia)

Eine Entzündung des Gewebes im Zahninneren ist meist besonders schmerzhaft. Eine Wurzelbehandlung - oder treffender die Wurzelkanalbehandlung - nimmt diese Schmerzen und beseitigt die Entzündung.

Zugleich ist sie die einzige Möglichkeit, den betroffenen Zahn zu erhalten. Andernfalls droht Zahnverlust.

Empfanden Patienten solche Zahnarzttermine früher als äußerst unangenehm, verlaufen sie mit den modernen Wurzelbehandlungen heute sehr sanft und schonend. Diese fortschrittlichen Wurzeltherapien erhöhen außerdem die Erfolgsraten beim Zahnerhalt deutlich.


Hier wird eine Wurzelbehandlung notwendig

Dringen bakterielle Erreger in einen Zahn ein, infizieren sie dort schnell das Zahnmark und das Gewebe entzündet sich. Den Weg in den Zahn finden die Bakterien vor allem über Karieslöcher, defekte Füllungen oder über Zahnschäden nach einem Zahnunfall. Klare Symptome hierfür sind

  • Starke Zahnschmerzen
  • Schwellungen rund um die Zahnwurzelentzündung
  • Blutungen oder Abszesse
  • Druck- und Temperaturempfindlichkeit

Der Zahn braucht jetzt dringend eine Wurzelbehandlung, denn ansonsten breitet sich die Entzündung weiter aus, zerstört den Zahn vollständig und greift den Kieferknochen an. Dieser verliert dann an Substanz und der betroffene Zahn muss gezogen werden und Zahnersatz wird notwendig. Die moderne Wurzelbehandlung verhindert das.


Ablauf einer modernen Wurzelbehandlung

Entzündungen der Zahnwurzel und ihre Behandlung sind ein wesentlicher Teil des zahnmedizinischen Fachgebiets der Endodontie. Dieses Fachgebiet bildet einen der anspruchsvollsten Therapiezweige innerhalb der Zahnmedizin und erfordert viel Erfahrung, spezielle Qualifikationen und hohe Präzision.

Die Zahnwurzelspitzen haben einen Durchmesser von einem Bruchteil eines Millimeters. Auch ihre engsten und winzigsten Stellen müssen sorgfältig von der Entzündung befreit werden, damit die Wurzelbehandlung Erfolg hat.

Dazu wird der entzündete Zahn von oben geöffnet, um einen Zugang zu den Wurzeln zu erhalten. Dies geschieht unter örtlicher Betäubung.

Anschließend entfernen Endodontologen das erkrankte Zahnmark bis in die Wurzelspitzen und reinigen beziehungsweise desinfizieren alle Hohlräume. Moderne Technik zur exakten Vermessung der Wurzelkanäle oder eine starke Sichtvergrößerung durch besondere Dentalmikroskope unterstützen das Vorgehen. Anschließend wird jeder Wurzelkanal aufbereitet und mit einem hochwertigen, eigens dafür entwickeltem Füllmaterial vollständig verschlossen. Durch leichten Druck und Wärme verteilt sich dieses Material zuverlässig bis in die kleinsten Wurzelbereiche.

Zuletzt erhält dann auch der Zahn oder die Zahnkrone einen ästhetischen, bakteriendichten Abschluss.


Innovative Wurzelbehandlung sichert auf sanfte Weise den Zahnerhalt

Für Patienten hat die moderne Wurzelbehandlung einige Vorteile. Sie bedarf zwar manchmal noch mehrerer Behandlungstermine, wenn beispielsweise medikamentöse Einlagen in den Wurzeln einige Zeit unterstützend wirken sollen, verläuft insgesamt aber schonend und absolut schmerzarm. Dafür sorgen hauchzarte Instrumente bei der Behandlung zusammen mit moderner Diagnosetechnik.

Vor allem überzeugt das Behandlungsergebnis. Frühere konventionelle Wurzelbehandlungen blieben nur bei etwa jedem zweiten Patienten langfristig erfolgreich. Bei der anderen Hälfte musste die Behandlung mit einer Wurzelrevision wiederholt oder die Wurzelspitze entfernt werden und am Ende blieb trotzdem häufiger nur das letzte Mittel der Zahnextraktion.

Moderne Endodontie hat die Erfolgsquote der Wurzelbehandlung zuletzt deutlich erhöht. Bei knapp über 90 Prozent der Fälle von Zahnwurzelentzündungen gelingt mit ihr die nachhaltige Zahnrettung und die natürlichen Zähne können ohne weitere Wurzelbehandlungen erhalten werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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