Was tun, wenn die Wurzelbehandlung erfolglos blieb?

Dr. Basel, MSc

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© diego cervo - fotoliaIn manchen Fällen bleibt die Wurzelbehandlung erfolglos, doch was ist dann zu tun? (© diego cervo - fotolia)Wurzelbehandlungen verlaufen zwar meistens erfolgreich, in mindestens 10 % der Fälle flammt die Entzündung nach dem Eingriff jedoch wieder auf. Warum das so ist, was jetzt hilft und wie sich die Erfolgsaussichten erhöhen lassen, verrät dieser Artikel.

Warum manche Wurzelbehandlungen erfolglos bleiben

Eine Wurzelbehandlung wird als erfolgreich bewertet, wenn die Schmerzen oder Entzündungen abgeklungen sind und die Zahnverletzungen radiologisch bestätigt verheilt sind. Wenn eine dieser beiden Voraussetzungen nicht erfüllt ist oder eine Wurzelresorption stattgefunden hat, ist die Wurzelbehandlung erfolglos geblieben.

Dank einer sorgfältigen Messung der Wurzelkanäle und einer gründlichen Reinigung lassen sich Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung minimieren. Übersieht der Zahnarzt jedoch feine Wurzelkanäle oder bleiben aus anderen Gründen Bakterien im Zahninneren zurück, können nach dem Eingriff erneut Schmerzen auftreten. Je nach Fall können sie mehrere Wochen andauern. Bei anhaltenden Problemen sollten Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen.

Es kann aber auch sein, dass sich die erneute Entzündung symptomlos ausbreitet. Meist wird der Defekt dann bei einer Routineuntersuchung entdeckt oder wenn aus anderen Gründen ein Röntgenbild des Mundraums angefertigt wird.

Was nun?

Die Entzündung und die Vereiterung, die sich nach einem erfolglosen Eingriff an der Wurzel ausbreiten, sollten auf alle Fälle beseitigt werden, um eine Knochenvereiterung vorzubeugen. Je schneller der Eingriff stattfindet, umso einfacher ist er.

Bei der Wurzelkanalrevision entfernt der Zahnarzt die problematische Wurzelfüllung, befreit das Zahninnere durch Spülungen und Desinfektionen von Bakterien und bringt eine neue Füllung ein. Der Behandlungserfolg liegt je nach Ausgangssituation bei 60 – 80 Prozent.

Wenn auch die Revision nicht erfolgreich ist, kann als letztes Mittel eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt werden, bei der die Wurzelspitze und das kranke Gewebe operativ entfernt werden. Nur in wenigen Ausnahmen darf dieser Eingriff ohne eine vorhergehende Revision durchgeführt werden.

Es kann aber auch sein, dass sich der Zahn als nicht erhaltungswürdig herausstellt und eine Versorgung mit einem Implantat die bessere Lösung ist. Fragen Sie Ihren Zahnarzt, welche Vorgehensweise in Ihrem individuellen Fall den größten Erfolg verspricht. 

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung

Manche Wurzelbehandlungen sind einfach durchzuführen, andere sind komplexer, zum Beispiel, weil die Wurzelkanäle sehr fein oder gekrümmt sind. Auch Revisionen gelten als Herausforderungen. Der Behandlungserfolg tritt bei anspruchsvollen Eingriffen vor allem dann ein, wenn der Endodontologe viel Erfahrung mitbringt, ohne Zeitdruck arbeiten kann und die Praxis gut ausgestattet ist.

Auf Endodontologie spezialisierte Praxen verfügen beispielsweise über ein OP-Mikroskop oder einen digitalen Volumentomographen für die dreidimensionale Bildgebung. Sie sind aber auch in Großstädten rar gesät.  

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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