Zahnarztangst bei Kindern - Welche Ursachen hat sie?

Herr Safavi-nab

von
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©fotolia-112836181-Drobot DeanZahnarztangst bei Kindern kann verschiedene Ursachen haben. (©fotolia-112836181-Drobot Dean)Zahnarztangst ist weit verbreitet. Doch nicht nur Erwachsene sind davon betroffen; besonders Kinder haben oft mit der Angst vor dem Zahnarzt zu kämpfen. Studien zeigen, dass etwa jedes zehnte Kind besonders stark unter Zahnarztangst leidet. Kinder leiden jedoch doppelt: Die Angst vor dem Zahnarztbesuch verhindert zum einen die Entwicklung einer selbstverständlichen Mundhygiene und zum anderen belastet sie häufig auch das Verhältnis zwischen Eltern (die ja nur das Beste wollen) und Kind (das sich mit seinen Ängsten im Stich gelassen fühlt). Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, worin die Ursache für Zahnarztangst bei Kindern liegen kann und wie sie sich äußert.

Wie äußert sich Zahnarztangst bei Kindern?

Niemand von uns geht gerne zum Zahnarzt - doch für Kinder, die unter Zahnarztangst leiden, ist ein Zahnarztbesuch mehr als nur eine Unannehmlichkeit. Die Angst macht den Aufenthalt im Behandlungszimmer zur Zerreißprobe ihrer Nerven.

Kinder gehen oftmals offener mit ihren Ängsten als Erwachsene um, jedoch trifft das nicht auf alle Kinder gleichermaßen zu. Zahnarztangst kann sich physisch, psychologisch oder durch mangelnde Kooperation äußern.

Physische Reaktionen lassen sich am einfachsten erkennen: Das Kind zittert schon im Wartezimmer; es beginnt zu weinen, wenn es auf den Stuhl soll oder es schreit beim Geräusch des Bohrers. Diese Ängste sind auf jeden Fall ernst zu nehmen. Ein schroffes "Jetzt stell dich nicht so an" hilft hier nicht weiter, stattdessen sind Verständnis und Einfühlsamkeit der Eltern sowie des Arztes gefragt.

Doch nicht jedes Kind zeigt so offensichtlich seine Ängste. Psychologische Reaktionen können von Panik und Hilflosigkeit bis zu Ärger und Wut reichen. Auch mangelnde Kooperation bei der Behandlung muss kein Zeichen von Trotz sein, sondern ist oft auf die Angst vor der Situation oder auf den verzweifelten Versuch, in einer ausweglosen Situation, die Kontrolle wiederzuerlangen, zurückzuführen.

Welche Arten von Zahnarztangst gibt es?

©fotolia-84580671-Olesia BilkeiEltern sollten bei der Wahl des Zahnarztes vor allem auf die sozialen Kompetenzen des Arztes achten. (©fotolia-84580671-Olesia Bilkei)Doch woher kommt diese Angst überhaupt?

Zahnarztangst kann durch direkte oder indirekte Erfahrungen verursacht werden und wird durch unsere angeborenen Ängste verstärkt.

Zu den angeborenen Ängsten gehört bei uns Menschen beispielsweise die Angst vor lauten Geräuschen (Stichwort: Bohrer) oder die Angst vor dem Unbekannten, wie zum Beispiel vor einem unheimlichen Zahnarztinstrument, das verstörende Geräusche von sich gibt und in älteren Varianten auch noch gruselig aussieht. Kein Wunder, dass viele Kinder bei diesem Anblick Angst verspüren!

Was können Eltern gegen Zahnarztangst bei ihren Kindern tun?

Hier hilft jedoch Aufklärung weiter: "Zeigen, erklären, tun" heißt das Motto. Ein unheimliches Zahnarztinstrument muss dem Kind zunächst gezeigt und in seinen Einzelheiten erklärt werden. Erst wenn alle Fragen beantwortet sind und das Kind genau darüber Bescheid weiß, was als nächstes passiert, wird mit der Behandlung fortgefahren.

Doch auch Aufklärung hilft nicht immer. Einige Kinder haben begründete Angst vor dem Zahnarzt. Möglicherwiese haben sich direkte negative Erlebnisse aus der Vergangenheit tief in ihr Gedächtnis eingebrannt. Allein die Umgebung in der Praxis, z.B. der Zahnarztstuhl oder die unverkennbaren Geräusche reichen dann aus, um eine Angstattacke auszulösen.

Besonders interessant ist, dass viele von uns bei Zahnarztangst an die objektiv schlimmen Erfahrungen denken, die man in der Praxis machen kann - wie zum Beispiel die negative Erinnerung an Spritzen, Schmerzen, Unwohlsein oder an das Gefühl, vollkommen ausgeliefert und hilflos gegenüber dem Zahnarzt zu sein.

Doch einen genauso großen Anteil bei negativen Erinnerungen hat auch das Verhalten des behandelnden Zahnarztes: Unfreundlichkeit, Gefühlskälte und Respektlosigkeit durch den Zahnarzt oder das Praxispersonal brennen sich viel tiefer in das Gedächtnis ein, als man glaubt.

© drubig-photo - FotoliaMundyhygiene beginnt bereits im Kindesalter! (© drubig-photo - Fotolia)Eltern sollten also besonders gut darauf achten, wie der Zahnarzt mit Ihrem Kind umgeht - nicht nur während der Behandlung, sondern auch im Zwiegespräch. Für die Entwicklung einer Zahnarztangst muss nicht notwendigerweise eine negative Erfahrung in der Vergangenheit vorliegen.

Auch indirekte Erlebnisse können dazu beitragen - beispielsweise das vorgetragene Schock-Erlebnis beim Zahnarzt von Mama oder Papa, das dem Kind die Angst förmlich einimpft.

Fazit

Selbst die Massenmedien tragen einen großen Teil zur Entwicklung einer Zahnarzthysterie bei: Angst vor dem Zahnarzt gehört schon fast zum "guten Ton". Und auch eine allgemeine Arztangst kann sich beim Zahnarzt manifestieren, weshalb viele Zahnärzte heute auf weiße Kittel & Co. verzichten.

Ganz schön viele Möglichkeiten also, wie Kinder Zahnarztangst entwickeln können!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


16.08.2017 - 18:05 Uhr

Hab mir alles durchgelesen, sehr interessant und...

von Michel J.

... was macht man nun gegen diese Ängste? Viele Grüße Frau Michel


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