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Metall- vs. Vollkeramikbrücke: Welcher Zahnersatz soll es sein?

Prof. Dr. Mehl

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©goodluz - fotoliaBrücken sind eine gute Methode für unauffälligen und haltbaren Zahnersatz (©goodluz - fotolia)Brückenversorgungen sind eine gängige Methode, um Zahnlücken zu schließen. Wer sich für diese Versorgung entschieden hat, steht vor der nächsten Frage: Welches Material soll es sein? Metallkeramik oder Vollkeramik?  

Wie sehen hochwertige Brücken aus?

Um möglichst lange zu halten, sollten hochwertige Brücken aus einem stabilen Material und korrekt gestaltet sein. Gleichzeitig sollten sie eine abriebfeste Oberfläche haben, verträglich sein und ansprechend aussehen. Die meisten Brückenmaterialien erfüllen diese Kriterien bei entsprechender Verarbeitung. Dennoch unterscheiden sich die Materialien in den Details.

Reine Metall-Brücken kaum noch im Einsatz

Reine Vollguss-Metall-Brücken sind stabil und günstig, aber nicht zahnfarben. Weil sie ins Auge stechen, Wärme leiten und einen metallischen Geschmack verursachen können, sind sie heute kaum noch in Gebrauch. Auch Brücken aus Gold sind nur noch selten im Einsatz. Allerdings sind Vollmetallbrücken ab dem fünften Zahn im Oberkiefer und dem vierten Zahn im Unterkiefer immer noch Kassenstandard.

©vectorass - fotoliaMetallkeramikbrücken werden seit über 50 Jahren benutzt - dennoch bringen sie einige Nachteile mit sich (©vectorass - fotolia)Der „goldene“ Standard: Vor- und Nachteile der Metallkeramikbrücke

Metallkeramikbrücken bestehen aus einem Metallgerüst, welches mit Keramik verblendet wird. Es ist in der Zahnmedizin seit über 50 Jahren in Gebrauch. Deshalb haben Zahnärzte viel Erfahrung mit diesen Werkstoffen gesammelt. Weil das Metallgerüst sehr stabil ist, kann dieser Zahnersatz auch größere Lücken schließen. Aufgrund der zahnfarbenen Optik sind Metallkeramikbrücken darüber hinaus ästhetisch ansprechend. Außerdem sind sie weniger wärmeleitfähig als Vollgussbrücken.

Nach fünf bis zehn Jahren kann sich das Zahnfleisch allerdings verfärben, weil sich Metall-Ionen lösen. Außerdem kann das ästhetische Erscheinungsbild darunter leiden, dass tiefer liegende Schichten durchschimmern oder der Metallrand sichtbar wird, wenn sich das Zahnfleisch im Laufe der Jahre zurückzieht. Im Seitenzahngebiet ist die Versorgung mit Metallkeramikbrücken außerdem kostenintensiv, weil es sich dabei größtenteils um eine Privatleistung handelt.

Vollkeramikbrücken aus Lithiumdisilikat

Lange gab es nur Metall- und Metallkeramikbrücken. Die Suche nach einer besseren Ästhetik führte schließlich zur Entwicklung von Vollkeramikbrücken. Sie sehen den natürlichen Zähnen zum Verwechseln ähnlich. Vollkeramik gilt außerdem als biokompatibler, weil Unverträglichkeiten meist ausgeschlossen sind.

Brücken aus Lithiumdisilikat halten genauso lang wie metallbasierte Brücken, können aber nur für einzelne Zahnlücken im Bereich der kleinen Backenzähne und Frontzähne eingesetzt werden. Wie normale Zähne auch können sie brechen, wenn harte Speisen zerkleinert werden müssen.

© shvili - iStock Brücken mit Zirkonoxid werden am Computer hergestellt und sind daher sehr passgenau (© shvili - iStock )Hochleistungskeramik Zirkonoxid

Mittlerweile werden immer mehr Zirkon-Brücken eingesetzt, die wie Vollkeramik-Brücken ohne Metalle auskommen. Zirkonoxid ist sehr belastbar, deshalb werden Zirkoniumoxidkeramiken auch bei mehreren fehlenden Zähnen im Seitenzahnbereich eingesetzt.

Diese extreme Stabilität hat aber auch Nachteile, denn der gegenüberliegende Zahn kann sich daher abreiben, wenn die Brücke nach dem Einschleifen des Bisses nicht ausreichend poliert wurde. Die Brücken fügen sich wie Vollkeramik-Versorgungen nahtlos ins Gebiss ein. Das Zirkonoxid, das die Keramik verblendet, sollte nur außen aufgetragen werden. So lässt sich verhindern, dass die Verblendkeramik absplittert.

Da Zirkonbrücken computergesteuert hergestellt werden können, überzeugen sie durch eine hohe Passgenauigkeit und Materialreinheit.

Welche Brücke ist die richtige?

Stellen Sie sich folgende Fragen: Ist eine zahnfarbene Versorgung notwendig, zum Beispiel weil die Lücke im sichtbaren Bereich liegt? Bevorzugen Sie metallfreie Materialien? In diesen Fällen könnte eine Vollkeramik- oder eine Zirkonbrücke die richtige Wahl sein. Wenn der Brückenrand nicht sichtbar ist, kann auch eine Metallkeramikbrücke infrage kommen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (3)


03.09.2019 - 12:21 Uhr

Guten Tag, ich war heute bei meiner Zahnärztin und...

von Heiko M.

... habe eine Brücke im Frontzahnbereich bekommen die aus Chrom, Kobalt und Keramik besteht. Des weiteren wurde eine Füllung im einem rechten Backenzahn vorgenommen. Meine Frage oder Sorge die ich hier vorbringe ist die, ob ich aufgrund der Metallbelastung eine Allergie zu befürchten habe wegen der neuen Brücke, könnt ihr mir helfen?

Prof. Dr. Mehl

Antwort vom Autor am 19.09.2019
Prof. Dr. med. dent. Christian Mehl

Hi, Nein, Allergien gegen Co-Cr-Mo sind sehr selten. Wenn bisher nichts aufgetreten ist, kommt wahrscheinlich auch nichts mehr. Beste Grüße Christian Mehl

28.08.2019 - 11:39 Uhr

Hallo, ich habe eine Brücke aus Metallkeramik...

von Meier

... bekommen im Oberkiefer 6 Vorderzähne. Ich weiß aber nicht warum? Auf der Rückseite der Zähne sieht man auch Metall. Warum hat der Zahnarzt sich für eine Metallkeramikbrücke entschieden? Ich bin Privatpatient, an der Rechnung kann es nicht liegen.

Prof. Dr. Mehl

Antwort vom Autor am 19.09.2019
Prof. Dr. med. dent. Christian Mehl

Metallkeramikbrücken waren lange der Goldstandart in der rekonstruktiven Zahnmedizin. Dies ändert sich nur sehr langsam. Viele Kollegen und Zahntechniker vertrauen den Materialien, mit denen sie schon seit langer Zeit erfolgreich arbeiten und wechseln nur sehr ungern. Beste Grüße Christian Mehl

04.02.2019 - 18:42 Uhr

Hatte 20 Jahre lang eine Metallbrücke mit...

von Johanna

... Keramikverblendung im Frontzahnbereich ohne Probleme. Vor drei Jahren wurde sie durch eine Keramikbrücke ersetzt. Seit der Zeit musste sie schon zwei mal wegen Bruch erneuert werden. Momentan habe ich noch Gewährleistung. Wenn die ausläuft, würde ich nie mehr Keramik wählen. Das schlechtere Aussehen kann ich auch nicht bestätigen; eher fällt den Leuten jetzt auf, dass meine Vorderzähne nicht die eigenen sind. (kann natürlich auch alles am Zahnarzt liegen). Eine Goldkrone im hinteren Zahnbereich habe ich übrigens schon seit 40 Jahren. Immer noch einwandfrei! Nicht immer ist das Neueste das Beste.

Prof. Dr. Mehl

Antwort vom Autor am 05.02.2019
Prof. Dr. med. dent. Christian Mehl

Liebe Johanna, Es ist natürlich wichtig, dass das richtige Material mit den richtigen Spezifikationen zu verwenden. Die Wissenschaft ist hier eindeutig und bescheinigt vollkeramischen Brücken bessere Leistungsdaten als metallkeramische Brücken. Leider scheint es so bei Ihnen zu sein, dass nicht die richtigen Materialien verwendet wurden. Liebe Grüße Christian Mehl


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