Artikel 13/12/2014

Behandlung von Bauchwandbrüchen

Team jameda
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Zu den häufigsten Bauchwandbrüchen (sog. Hernien) zählen der Nabelbruch, der oberhalb des Nabels gelegene Bruch in der Mittellinie (epigastrische Hernie) und der Bruch nach einer vorangegangenen Operation im Bereich der Narbe (Narbenhernie).

Vereinfacht lässt sich sagen, dass das Vorhandensein eines Bauchwandbruches in der Regel immer eine Indikation zur Operation darstellt. Es gibt keine konservativen Maßnahmen, die diese „Erkrankung“ aufhalten oder verbessern kann und die Größe nimmt in der Regel im Alter zu. Größere Defekte sind nicht nur ästhetisch störend, sondern es können Fett- oder im schlimmsten Fall Darmanteile einklemmen (Inkarzeration), was zu einer sofortigen Operation führt.

Kleinere Defekte unter 2 cm bei Nabel- und Bauchwandhernien können mittels eines direkten Nahtverfahrens mit einem Faden versorgt werden, der sich nicht auflöst. Diese Eingriffe sind meistens ambulant problemlos bei gesunden Menschen durchzuführen.

Bei Narbenhernien sollten auch kleinere Defekte mit einem Kunststoffnetz (Mesh) versorgt werden, da die Gefahr eines erneuten Bruches (Rezidiv) deutlich erhöht ist.

Ab einer Größe von über 2 cm oder einem Body Mass Index ab 30, wird auch bei Hernien ohne Voroperationen die Einlage eines Netzes zur Bauchwandverstärkung empfohlen. Diese Netze bestehen meistens aus Polypropylen und lösen sich nicht auf, bleiben also für immer im Körper. Bei allen auf dem Markt erhältlichen Netzen besteht eine Schrumpfungstendenz von ca. 10-30%, weshalb ein ausreichend großes Netz zu verwenden ist, um die Bruchlücke mit 5 cm in jede Richtung sicher abzudecken.

Anhand der Platzierung des Netzes zwischen den verschiedenen Bauchdeckenschichten unterscheiden sich die Operationsmethoden. Die Bauchdecke besteht nach der schützenden Außenhaut und dem darunter liegenden Fettgewebe, u.a. aus dem geraden Bauchmuskel, der von zwei festen Bindegewebsschläuchen (Rektusscheide) umgeben ist, die sich in der Mittellinie vereinen (linea alba). Dieses Bindegewebe ist die tragende Schicht (Faszie) der Bauchdecke, an der das Netz platziert werden sollte, um ein optimales Ergebnis zu erreichen. So kann das Netz auf der Rückseite des Muskels auf die Faszie gelegt werden, wodurch kein direkter Kontakt zum Bauchinnenraum besteht und durch den Gegendruck des Muskels das Netz in Position gehalten wird. Diese Technik wird als Sublay bezeichnet und ist aktuell der Standard.

Bei größeren Defekten ist aber nicht mehr ausreichend festes Bindegewebe vorhanden, sodass das Netz direkt im Bauchinnenraum auf dem Bauchfell angebracht werden muss, um die Lücke zu überbrücken. Dieses sog. IPOM (intraperitoneale onlay mesh) hat durch seine Lage direkten Kontakt zu der Fettschürze (Omentum majus) im Bauchinnenraum und dem Darm und führt immer zu Verwachsungen in verschiedenen Ausprägungen. Dieses Verfahren wird in der Regel in der Schlüssellochtechnik (minimal invasiv) angewandt.

Am wichtigsten ist jedoch der erfahrene Hernienchirurg, der die unterschiedlichen Techniken sicher beherrscht und für den Patienten ein individuelles Therapiekonzept erstellt.

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