
Beinlängendifferenzen kommen bei vielen Menschen vor. Trotzdem werden sie in der Medizin oft nur beachtet, wenn sie besonders ausgeprägt sind. Neueste Studien zeigen aber, dass auch kleine Beinlängenunterschiede erhebliche Schäden an der Wirbelsäule verursachen können.
Mit Hilfe moderner 4D-Messmethoden lässt sich eine Beinlängendifferenz nicht nur zuverlässig feststellen, sondern auch individuell therapieren.
Unterschiede in der Beinlänge
Unterschiedliche Beinlängen sind ein gängiges Problem. Fast drei Viertel der Bevölkerung sind davon betroffen. Auch wenn sie häufig unbemerkt bleiben, ziehen sie oft Fehlhaltungen und -belastungen, Muskelverspannungen und im schlimmsten Fall sogar Wirbelsäulenschäden (z.B. Skoliose) nach sich.
Bereits kleinere Abweichungen von 3-9 mm reichen aus, um den gesamten Bewegungsapparat nachhaltig zu schädigen und Schmerzen zu verursachen. 1 Heute weiß man, dass bei mehr als 70% der Rückenschmerzpatienten eine Beinlängendifferenz vorlag.
Diagnostik
Es gilt aber: Abweichung ist nicht gleich Abweichung. Zwei Patienten mit identischer Beinlängendifferenz können unter gänzlich unterschiedlichen Beschwerden leiden, da ihr jeweiliger Bewegungsapparat (Fuß, Knie, Hüfte usw.) die Beinlängendifferenz unterschiedlich ausgleicht.
Während ein Patient vermehrt das Knie abknickt, federt ein anderer die Fehlstellung mit der Hüfte ab. Das führt in der Praxis zu unterschiedlichen Symptomen: Ob Hüft- und Rückenschmerzen oder Muskel- und Nackenverspannungen - das Repertoire an Beschwerden bei Betroffenen ist groß.
Eine präzise Diagnose der Beinlängendifferenz ist Voraussetzung, um einen individuell zugeschnittenen Therapieplan für den Patienten zu erstellen. Da sich Hüfte, Wirbelsäule, Knie und Beine aber dreidimensional bewegen, reicht ein Röntgenbild zumeist nicht aus, um die Fehlstellung exakt zu diagnostizieren.
Wie kann das 4D-Messsystem helfen?
Ein neues hochmodernes 4D-Messsystem erlaubt es dagegen, mithilfe einer Lichtprojektion auf den Rücken des Patienten und einer Videoaufzeichnung eine detaillierte Haltungs- und Wirbelsäulenanalyse durchzuführen - und das ohne Röntgen-Strahlung.
Bereits nach wenigen Sekunden erstellt eine spezielle Computersoftware anhand der gemessenen Daten ein 3D-Abbild des Rückens, der Wirbelsäule und des Beckens.
Diese Bilder erlauben es dem behandelnden Arzt, Rücken- und Wirbelsäulenprobleme präzise zu erkennen. So können Einlagen perfekt angepasst und ergänzende Therapiemaßnahmen eingeleitet werden, um Schmerzen zu lindern und Schäden an der Wirbelsäule vorzubeugen.
Diese neuartige 4D-Messung wird in dieser Form bisher nur von wenigen Experten in Deutschland angeboten. Sprechen Sie Ihren Arzt an, er berät Sie gerne!
Quellen
1 A.Mizher, A. Rüegg, Manuelle Medizin 2016.



