kniescheibe-verschoben-wann-ist-eine-operation-notwendig

Die Kniescheibe hat eine herausragende Bedeutung im Kniegelenk. Zum einen erhöht sie die Kraft der Kniestreckung, zum anderen verringert sie den Anpressdruck der anderen Partner des Kniegelenkes. Das setzt voraus, dass die Kniescheibe ihre optimale Position einnimmt.

Die Kniescheibe läuft in einer v-förmigen Rinne der Oberschenkelrolle. Je zentrierter die Kniescheibe in dieser Rinne ist, desto gleichförmiger ist die Druckverteilung und desto optimaler ist die Position.

Wie kommt es zu einer Verschiebung der Kniescheibe?

Anlagebedingt läuft die Kniescheibe bei einigen Menschen etwas nach außen und ist seitlich etwas nach außen verdickt. Ist die Abweichung der Kniescheibe von der mittigen Position nur gering, bleiben die Patienten in der Regel symptomlos. Je weiter die Kniescheibe nach außen läuft oder gekippt ist, desto geringer ist die Kontaktfläche mit der Oberschenkelrolle und der Druck im Bereich der Kontaktfläche ist erhöht.

Überschreitet der Druck einen gewissen Wert, treten die ersten Symptome auf. Ist er im Bereich der Kontaktfläche dauerhaft erhöht, reibt sich der Knorpel vermehrt ab. Mit der Zeit entsteht eine generalisierte Verschleißerkrankung, die sogenannte Arthrose.

Wie kann die Kniescheibe behandelt werden?

Es gibt zwei Möglichkeiten, um die Kniescheibe von außen nach innen zu bringen. Zum Beispiel indem der Kniescheibenbandersatz mit einem Knochenblock nach innen versetzt wird. Der Knochenblock wird im Bereich des Schienbeinkopfes durch ein bis zwei Schrauben fixiert. In der Einheilungsphase ist die Beugefähigkeit des Kniegelenkes in der Regel begrenzt. Oftmals wird für sechs bis acht Wochen eine Knieschiene getragen, die die Beugung einschränkt. In gestreckter Stellung des Kniegelenkes ist eine Vollbelastung möglich. Ein spezifisches Risiko ist das unkontrollierte Ausreißen der Schrauben aus dem Schienbeinkopf. Eine Metallentfernung ist in der Regel erforderlich, da die Schraubenköpfe oft durch Weichteilirritationen Schmerzen erzeugen.

Ein weiteres Verfahren ist eine Raffung des innenseitigen Muskel-Kapsel-Komplexes. Der betroffene Muskel ist hier der innere Kopf des Oberschenkelstreckers.

Auch wenn der Halteapparat reißt, der die Kniescheibe bei der Knieverrenkung stabilisiert, ist eine operative Rekonstruktion erforderlich.

Liegt bereits eine Arthrose der nach außen versetzten Kniescheibe vor, kann der äußere Halteapparat mit einer Kniespiegelung durchtrennt werden. Danach wird die Bandscheibe neu zentriert.

Was kann ich tun, um eine OP zu vermeiden?

Um eine OP zu vermeiden, empfehle ich, den Kopf des Oberschenkelstreckers selektiv aufzutrainieren. Dazu können hochisolierende Geräte, aber auch eine offene Kette im Einbandstand verwendet werden.

Sinnvoll sind meiner Meinung nach auch kniescheibenzentrierende Bandagen, die zuhauf auf dem Markt verfügbar sind. Auch eine in Einlage oder Schuhsohle eingearbeitete Innenranderhöhung hilft, die Kniescheibe neu zu zentrieren.

Indem man sich vor jeder sportlichen Aktivität gut aufwärmt, kann man vermeiden, dass der Kniescheibenhalteapparat traumatisch zerreißt.

Viel Erfolg beim Trainieren!

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