Artikel 25/12/2013

Moderne operative Therapie eines lumbalen Bandscheibenvorfalls

Team jameda
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Ein lumbaler Bandscheibenvorfall ist eine relativ häufige Erkrankung mit ansteigender Tendenz. Bedingt ist das durch die veränderte Lebensweise wie zunehmende Immobilität und steigende Belastungen im beruflichen Umfeld.

Die Bandscheibe besteht aus einem festen knorpelartigen Ring und weichen Kern. Der Ring platzt, der weiche Kern oder ein Teil davon tritt durch die Lücke in dem Knorpelring heraus und drückt auf den Rückenmarksschlauch (Duralsack) oder einen Nerv (Nervenwurzel).

Nahezu 90 % der lumbalen Bandscheibenvorfälle können heutzutage konservativ, also ohne Operation behandelt werden. Dabei spielen Schmerzmittel und Physiotherapie in Form von spezieller Krankengymnastik eine entscheidende Rolle. Die Behandlung kann dabei mehrere Monate dauern.

Entstehen Lähmungen, Inkontinenz (Urin kann nicht mehr gehalten werden) oder führt eine monatelange konservative Behandlung zu einer Verschlechterung der Symptome, wird operativ behandelt.

Bei der Operation spielt die mikrochirurgische, minimalinvasive Technik eine entscheidende Rolle. Eine Operation eines Bandscheibenvorfalls nicht minimalinvasiv und ohne Mikroskop ist heutzutage nicht vertretbar. Die Endoskopie bildet dabei eine Ausnahme.

Operiert man unter einem geeigneten Mikroskop, beträgt der Schnitt auf der Haut etwa 1-2 cm. In der Tiefe werden wenige Muskelfasern abgelöst bis das sogenannte Fenster dargestellt wird. Der Begriff bezeichnet eine Knochenlücke zwischen den Wirbeln, über die jeweils der Rückenmarkssack, die Nervenwurzel und die passende Bandscheibe erreicht werden können. Der Eingriff erfolgt von rechts oder von links abhängig davon, wo der Bandscheibenvorfall und die Symptome sind. Der Bandscheibenvorfall kann jetzt leicht dargestellt und entfernt werden. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Nach der Operation sind die Patienten entweder sofort deutlich schmerzgebessert oder sogar schmerzfrei. Die Patienten dürfen nach dem Eingriff sofort aufstehen, können sich frei bewegen, dürfen sitzen und in jeder Körperlage liegen.

Bereits einen Tag nach der Operation beginnt man mit der Physiotherapie. Ein Korsett wird heutzutage nicht mehr getragen und ist sogar kontraindiziert. Das Tragen führt nämlich zu weiterem Muskelabbau. Die Patienten absolvieren nach der Operation Muskelaufbau in Form von ambulanter oder stationärer Physiotherapie. Die Arbeitsfähigkeit wird nach etwa 4-6 Wochen wieder erreicht. Die Vorteile dieser Methode liegen auf der Hand. Geringes Risiko für Vernarbungen, schneller Behandlungserfolg, schnelle Mobilisation, schnelle Wiedereingliederung in normalles Leben. Nachteile: der Eingriff sollte ausschließlich durch einen auf die Mikrochirurgie spezialisierten Facharzt (Neurochirurg, Orthopäde), dem das entsprechende Mikroinstrumentarium und hochwertiges Mikroskop zu Verfügung stehen, durchgeführt werden. Empfiehlt man Ihnen eine Versteifung oder ist der Schnitt deutlich länger als 2-3 cm, besteht ein Grund zu Skepsis.

Eins der größten Risiken nach der Operation ist ein erneuter Bandscheibenvorfall, der auch an der gleichen Stelle erneut auftreten kann. Das Risiko dafür beträgt statistisch gesehen etwa 7-15 %. Seit einiger Zeit ist man jedoch in der Lage diesen Ring mit einem speziellen Implantat (Barricaid) zu verschließen. Damit kann das Risiko auf etwa 1 % gesenkt werden. Das Implantat besteht aus einem wenige Millimeter kleinen Segel welcher sich in der Lücke ausbreitet und im Knochen fixiert wird. Leider kann dieses Implantat nur unter bestimmten Voraussetzungen implantiert werden. Dies führt dazu dass es nur bei etwa 20-30% der Patienten eingesetzt werden kann.

Ein weiteres Problem ist, dass es durch die Entnahme des vorgefallenen Bandscheibengewebes zu einem Verlust der Höhe der Bandscheibe und dadurch zu höheren Risiken wie neue Bandscheibenvorfälle und erhöhten Verschleiß kommt. Mittelweile gibt es hierfür auch eine Lösung. Der entnommene Bandscheibenvorfall enthält viele wertvolle Bandscheibenzellen. Diese werden zu Firma co.don AG eingeschickt und dort unter maximalen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen im Labor vermehrt. Nach etwa 3 Monaten werden diese in Lokalnarkose dem zugehörigen Patienten mit einer speziellen Spritze implantiert. So wachsen die eigenen Zellen an der Stelle erneut heran und schaffen den ursprünglichen Zustand wieder her.

Die endoskopische Operationstechnik der Bandscheibenvorfälle war einer der größten Hoffnungsträger der letzten Jahre. Leider haben sich die Hoffnungen nicht erfüllt. Für die wenigsten Bandscheibenvorfälle kommt es in Frage, die Risiken sind im Vergleich zu der mikrochirurgischen Methode höher, der Schnitt ist nicht kleiner, eindeutige Vorteile konnten nach Jahren wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Diese Methode wird zunehmend verlassen.

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