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Muskelschwund an der Hand: Ursachen, Symptome und Therapien

Dr. med. Eugen Gaiser

Orthopäde & Unfallchirurg, Physikalischer & Rehabilitativer Mediziner, Sportmediziner
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Muskelschwund an der Hand bleibt anfangs häufig unbemerkt. Erfahren Sie, welche ersten Anzeichen auftauchen können, welche Ursachen infrage kommen und welche Behandlungen es gibt.

Typische Symptome 

Muskelschwund an der Hand kann vielfältige Ursachen haben. Allen gemeinsam ist, dass der Verlauf oft schleichend ist und sich über mehrere Monate ziehen kann, bis der Patient überhaupt etwas davon merkt.

In der Regel vermindert sich die Handkraft, insbesondere wenn die Faust geschlossen wird. Vor allem im Bereich des Handrückens ist die Hand schmächtiger. Manchmal kann auch die Feinmotorik gestört sein oder ein Taubheitsgefühl entstehen.

Sechs mögliche Ursachen für den Muskelschwund

  1. Der Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule: Durch chronische statische Belastung in Zwangshaltung (z.B. bei Bürotätigkeiten) kommt es zur Ernährungsstörung der Bandscheibe und zum Abbau der Tiefenmuskulatur. Wird diesem Prozess nicht entgegengewirkt, kommt es langfristig unweigerlich zum Bandscheibenvorfall. Ist er groß genug, werden Nerven zusammengedrückt. Wenn im letzten Bandscheibenfach der Halswirbelsäule ein großer Bandscheibenvorfall entsteht, schwindet die Handinnenmuskulatur.
  2. Die Spinalkanalstenose im Bereich der Halswirbelsäule: Vor allem bei älteren Patienten werden Nervenwurzeln an der Halswirbelsäule eingeengt. Langfristig schwindet dadurch der Muskel im Bereich der Hand.
  3. Autoimmune Prozesse: Hier wendet sich der Körper gegen körpereigene Strukturen, erkennt sie als fremd und löst eine Abwehrreaktion aus. Im Rahmen dieser Entzündungsreaktion kann es dann zum Muskelschwund an der Hand kommen.
  4. Polyneuropathie durch Alkohol, Toxine oder Medikamente: Durch diverse Substanzen werden Nerven geschädigt, was die Erregbarkeit der Muskeln heruntersetzt und langfristig zum Muskelabbau führt. Meistens sind die Hände taub.
  5. Zeckenbiss: Durch die Spätform der Borreliose kann es langfristig zu Lähmungserscheinungen im Bereich der Arme kommen.
  6. Alterungsprozess: Bei Testosteronmangel wird die Muskelkraft vor allem beim Mann reduziert.

Welche Behandlung kommt jetzt in Frage?

  • Beim Bandscheibenvorfall und der Spinalkanalstenose sind häufig operative Eingriffe erforderlich, um bei höhergradigen Kompressionsvorgängen dauerhaft eine regelrechte Erregungsleitung im Nerven zu gewährleisten.
  • Bei Autoimmunerkrankungen und Polyneuropathie werden häufig Kortisonpräparate und hochdosiertes Vitamin B6/B12 eingesetzt.
  • Bei der Spätform der Borrreliose ist häufig nur die symptomatische Therapie möglich.
  • Dem Alterungsprozess ist oft mit gezielter Testosteronsubstitution entgegenzuwirken.

Die allgemeine Therapie bei Muskelschwund an der Hand besteht aus Physiotherapie, Ergotherapie und physikalischer Therapie. Als besonders erfolgreich hat sich hier die Reizstromtherapie erwiesen. Aber auch Komplementärtherapien wie Osteopathie und Akupunktur können erfolgreich eingesetzt werden.

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