Artikel 22/09/2014

Warum Sie Rückenschmerzen haben

Team jameda
Team jameda
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Manchmal zieht es nur leicht in den Schultern, manchmal bohrt sich der Schmerz aber auch tief ins Kreuz. Warum schon wieder diese Schmerzen, fragen sich die Betroffenen dann. Die Antworten sind vielfältig, können Rückenschmerzen doch viele Ursachen haben.

Fast jeder Deutsche kennt sie: Über Rückenschmerzen klagen rund 80 Prozent der Bevölkerung – auch Kinder. Oft kehren die Schmerzen immer wieder. Verspannte Muskeln sind die häufigste Ursache, wenn der Rücken wieder einmal Aufmerksamkeit fordert. Aber wie kommt es zu den Verspannungen?

Harte Arbeit oder Bewegungsmangel: Gift für die Muskulatur
Wer körperlich schwer arbeitet, falsche Hebetechniken benutzt oder Übergewicht hat, beansprucht seine Muskeln so sehr, dass sie sich verhärten und benachbarte Nerven reizen können. Rückenschmerzen entstehen.

Aber nicht nur Über-, sondern auch Unterforderung kann Konsequenzen haben, so die Patientenleitlinien der Universität Witten/Herdecke. Wer sich nicht fit hält oder in seiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist, kann dadurch ebenfalls Rückenschmerzen provozieren. Auch eine sitzende Tätigkeit gilt als Risikofaktor: Im Schnitt sitzen die Deutschen 12 Stunden am Tag, belasten ihre Muskulatur dabei im schlimmsten Fall einseitig und werden so recht häufig zu Rückenschmerz-Patienten.

Stressbedingte Rückenschmerzen
Muskeln verspannen sich aber nicht nur, weil sie über- oder unterfordert sind. Denn manchmal sorgt auch die Psyche für Anspannung. Wer gestresst ist, hat mehr Hormone im Blut, die die Muskelanspannung in die Höhe treiben. Deshalb gehören Konflikte in Familie oder Beruf und Depressionen ebenfalls zu den häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen.

Übrigens: Rückenschmerzen kehren in 62 Prozent der Fälle immer wieder. Das liegt laut Robert Koch-Institut auch daran, dass sich die Schmerzen verselbstständigen: Wer verspannt ist, bewegt sich nur ungern, bleibt daher verspannt und riskiert neue Rückenschmerz-Attacken. Ähnliches gilt für Stress: Wer sehr emotional auf seine Rückenschmerzen reagiert, setzt mehr Stresshormone frei, die wiederum für Anspannung sorgen.

Wenn Nieren, Darm und Lunge zu Rückenschmerzen führen
Nur in 20 Prozent der Fälle liegen Rückenschmerzen andere Erkrankungen zugrunde. Vor allem wenn sich die Schmerzen verändern, von typischen Rückenbeschwerden abweichen oder an Intensität gewinnen, ist Vorsicht geboten. Dann könnte eine Erkrankung der Wirbelsäule oder der inneren Organe vorliegen.

Nieren:
Viele Patienten denken sofort an Rückenschmerzen, wenn ihnen der untere Abschnitt der Wirbelsäule weh tut. Doch manchmal stecken Nierenschmerzen dahinter: Sie lassen sich daran erkennen, dass sie die Bewegungsfreiheit nicht einschränken und in Schüben auftreten. Nierenschmerzen entstehen beispielsweise durch Infektionen oder Nierensteine.

Darm:
Rückenschmerzen im mittleren oder unteren Bereich werden manchmal auch vom Darm ausgelöst. Ist der Darm gereizt, können sich die Muskeln verkrampfen und zu einem Beckenschiefstand führen. Ganzheitliche Untersuchungen helfen, die Zusammenhänge aufzudecken.

Lunge:
Die wenigsten Patienten werden ihren Tabakkonsum verdächtigen, wenn sie nach den Ursachen für ihre Rückenschmerzen suchen. Doch eine Studie der Universität Heidelberg hat nachgewiesen, dass Raucher, die seit über 16 Jahren zur Zigarette greifen, ein doppelt so hohes Risiko für chronische Rückenbeschwerden haben als diejenigen, die seit zehn Jahren rauchen. Da Nikotin die Gefäße verengt und die Durchblutung verringert, können die Knochen nicht mehr gut versorgt werden. Weil nun auch Bandscheiben und Muskeln leiden, entstehen Rückenschmerzen.

Spielt die Ernährung eine Rolle? 
Auch die Ernährung dürfte nur selten im Fokus stehen, wenn die Ursache für Rückenschmerzen gefunden werden soll. Doch zuckerhaltige Lebensmittel können dazu führen, dass die Knorpel zwischen den Rückengelenken übersäuern und schwächer werden. Auch so kann es zu Rückenschmerzen kommen.

Wenn Sie eine Vermutung haben, welche Ursache bei Ihnen für Rückenschmerzen sorgt, geht es nun darum, die Beschwerden bestmöglich zu behandeln. Bei vorübergehenden Beschwerden erzielen Hausmittel eine gute Wirkung.

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