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Grüner Star (Glaukom): Behandlung mit komplementären Heilmethoden

Dr. Baumann

von
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© Photographee.eu - fotoliaBesonders ältere Menschen sind häufig von Grünem Star betroffen. (© Photographee.eu - fotolia)Das Glaukom, auch bekannt als Grüner Star, ist eine komplexe Erkrankung des Sehnervs. Unter der Diagnose Glaukom wird eine Gruppe von unterschiedlichen Pathologien des Auges zusammengefasst, die alle den Sehnerv schädigen können. In Deutschland ist es die dritthäufigste Ursache für schwere Sehbehinderung und Erblindung.

Man schätzt, dass bis zu einer Million Deutsche betroffen sind. Als wesentliche Risikofaktoren gelten erhöhter Augeninnendruck, Bluthochdruck oder schwankender Blutdruck, ein erhöhtes Lebensalter, ethnische Faktoren und eine genetische Veranlagung. Im Anfangsstadium bestehen keine hinweisenden Beschwerden, während es im Verlauf der Erkrankung zu den typischen Gesichtsfeldausfällen kommt. 

Was hilft den Augen?

Welche Therapien gibt es, um den drohenden Verlust des Sehvermögens zu verlangsamen oder sogar aufzuhalten? Die meisten schulmedizinischen Therapien basieren auf einer Senkung des Augeninnendrucks. Dabei wird je nach Nebenwirkungsprofil zuerst mit verschiedenen Augentropfen behandelt, z. B.:

  • beta-Blocker
  • Prostaglandine
  • Cholinergika
  • Carboanhydrasehemmer
  • alpha2-Adrenorezeptor-Agonisten

Wenn diese Therapie nicht den gewünschten Erfolg zeigt, kommen diverse operative Verfahren in Betracht. Allerdings weiß man inzwischen, dass der erhöhte Augeninnendruck nicht der einzige Grund für die Schädigung des Sehnervens (Nervus opticus) ist. Nicht alle Patienten haben einen erhöhten Augeninnendruck und nicht alle profitieren von einer Senkung des Augeninnendrucks.

Auch wenn der Augeninnendruck gesenkt wird, kann die Erkrankung fortschreiten. Man vermutet, dass auch lokale minimale Entzündungsreaktionen, Zirkulationsstörungen des Liquorwassers oder in der Blutversorgung die Atrophie des Nervus opticus vorantreiben.


Alte Traditionen der TCM kombiniert mit neuen Akupunkturtechniken

Ergänzend zur Therapie durch den Augenarzt haben sich als unterstützende alternative Therapiemethoden die Augenakupunktur nach Boel und die Traditionelle Chinesische Medizin etabliert.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin bestimmt der Arzt bei jeder Erkrankung das Verhältnis von Yin und Yang, also Fülle und Leere in den einzelnen Organsystemen. So wird von einem Arzt der TCM nicht bei jedem Glaukompatient die gleiche Arzneimischung verschrieben.

Je nach persönlicher Konstitution werden unterschiedliche chinesische Arzneikräuter verschrieben, die die zugrundeliegende körperliche Verfassung harmonisieren und das Auge unterstützen. Eine Vielzahl von Arzneikräutern der chinesischen Medizin hat einen speziellen Bezug zum Auge und sind klinisch ausgezeichnet erprobt.


© Alterfines - PixabayAkkupunktur kann die Gesundheit der Augen nachweislich fördern. (© Alterfines - Pixabay)Augenakupunktur nach Boel

In den 90er Jahren entdeckte Prof. John Boel ein Akupunktur-System, das bei Störungen im Bereich der Augen sehr effektiv ist.

In seinen Kliniken in Dänemark hat er Zehntausende von Patienten behandelt und seine Methode, die sich an die klassische TCM sowie die japanische und koreanische Akupunktur anlehnt, immer weiter optimiert.

Bei der Augenakupunktur werden Punkte vor allem an den Händen und Füßen, dem Hinterkopf und der Stirn, dem Bauch und den Knien behandelt. Ganz wichtig und für die Patienten beruhigend ist, dass die Augen und deren Umgebung nicht genadelt werden.

Durch die Behandlung wird der Blutfluss in der A. opthalmica angeregt, wie man durch dopplersonographische Untersuchungen feststellen konnte. So werden Stoffwechselprozesse angeregt. Darüber hinaus stimulieren die Akupunkturpunkte jene Teile des Gehirns, in denen optische Reize verarbeitet werden.


Effektivität der TCM-Behandlung

Diverse Studien konnten zeigen, dass Akupunktur effektiv in der Lage ist, den Augeninnendruck zu senken und eine zur konventionellen Therapie begleitende TCM-Therapie bessere Resultate für die Glaukompatienten ermöglicht. Viele der Betroffenen sehen es als zusätzlichen Vorteil, dass die Behandlung quasi keine Nebenwirkungen hat, in der Regel die gesamte Konstitution positiv beeinflusst wird und das allgemeine Wohlbefinden steigt.

Quellen:

  • Chao L1, Na L2, Bin L1, Botao Z1, Shuaijie L1: A meta-analysis of neuroprotective effect for traditional Chinese medicine (TCM) in the treatment of glaucoma. Open Med 2016 Feb 22;11(1):25-30. doi: 10.1515/med-2016-0006. eCollection 2016.
  • Uhrig Stefan: Akupunkturbehandlung des Glaukoms und der okulären Hypertension - Grundlagen der Chinesischen Medizin und Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie Chin. Medizin, U&V München, Jhg. 18, 2003/4, S. 139-147.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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