Winterzeit - Erkältungszeit - Sinnvolle Maßnahmen - Teil 1

Dr. Rohmann

von
verfasst am

© Subbotina Anna - Fotolia© Subbotina Anna - FotoliaMit der kühlen Jahreszeit nehmen die Erkältungserkrankungen zu.

Warum ist das so?

Zunächst einmal fehlt ein wesentliches Element zur Stimulation unseres Immunsystems, nämlich das Sonnenlicht, welches zu einer Vitamin D Produktion im menschlichen Organismus führt. Vitamin D ist hochwirksam in der Abwehr von viralen Infekten. Des Weiteren führen abnehmende Temperaturen zu einer zusätzlichen Belastung des Immunsystems. Die Aufheizung der Räume mit zu trockener Raumluft belastet die Atemwege zusätzlich. Die Übertragung von Erkrankungen der oberen Atemwege geschieht in den meisten Fällen durch eine Tröpfcheninfektion. Das bedeutet, dass Aerosole beim Sprechen, Husten oder Niesen anderer Personen inhaliert werden und in die Schleimhaut des Rachens eindringen. Dort zu Halskratzen und später Halsschmerzen führen. Die von hier aus angestoßene immunologische Reaktion äußert sich in einer verstärkten Schleimabsonderung aus Nase und Nasennebenhöhlen. Sobald diese Erkrankungsphase abgeschlossen ist und sich der ablaufende Schleim verdickt, tritt oft eine Entzündung der Nasennebenhöhlen auf. Der insbesondere zur Nacht in den Rachen und von dort aus zum Teil in die tieferen bronchialen Atemwege ablaufende Schleim führt in der Folge zu einer entzündlichen Schleimhautreaktion in den bronchialen Atemwegen. Bei erheblicher Resistenzschwäche des Patienten kann hieraus auch in dem schlimmsten Fall eine Lungenentzündung resultieren.

In der Folge des Auftretens der Krankheitserscheinungen bilden sich diese auch wieder zurück, das heißt, zunächst nehmen die Rachenschmerzen ab. Dann folgen die Nebenhöhlen und zuletzt die Mitbeteiligung der Lunge. Der Grund für die Kaskade der Entzündungserscheinungen besteht darin, dass sobald das ortsständige Abwehrsystem der Rachenschleimhaut überwunden ist, über die Nasennebenhöhlenschleimhäute eine gezielte immunologische Reaktion des Körpers ausgelöst wird. Hier werden hochkompetente Zellen in der Schleimhaut der Nasennebenhöhlensysteme aktiviert, um eine gezielte Immunantwort und auch eine Erinnerung des Immunsystems an den Infekt zu erreichen. Zu dieser hoch spezialisierten Infektabwehr stellt der Körper mithilfe der Nasennebenhöhlensysteme eine Schleimhautkontaktfläche von 50 Quadratzentimeter zur Verfügung.

Die Therapie sollte sich an der Entstehung des Infektgeschehens orientieren.

Die virusbedingte Rachenentzündung lässt sich mit Gurgellösungen behandeln, welche die Keimbelastung herabsetzen und die entzündliche Schleimhautreaktion beruhigen. Es steht eine Fülle von Präparaten aus dem homöopathischen und zahnmedizinischen Bereich zur Verfügung. Eine Schmerzstillung lässt sich durch Lutschen von Halstabletten, die ein lokal wirksames schmerzstillendes Medikament enthalten, erreichen. Viele Halslutschtabletten enthalten ein lokal wirksames Antibiotikum. Derartige Präparate sollten jedoch nur bei einer bakteriellen Übersiedlung der durch den Virusinfekt geschädigten Rachenschleimhäute erfolgen.

Die natürliche Selbstreinigung der Nasen- und Nasennebenhöhlenschleimhäute kann durch Anwendung meersalzhaltiger Nasensprays, die es auch mit einem Pflegezusatz für die Nasenschleimhäute gibt, verbessert werden. Pflanzliche Schleimlöser erleichtern den Abfluss des die Nase verstopfenden Schleims. Es ist erwiesen, dass pflanzliche Schleimlöser auch eine Stärkung der Abwehrfunktionen der Schleimhäute erreichen. Die pflanzlichen Präparate enthalten keimtötende Substanzen, sind aber nur in der oberflächlichen Schleimhautschicht wirksam. Die notwendige Anfeuchtung der Nasennebenhöhlenschleimhäute und hierdurch auch eine Verbesserung des Sekretabflusses erreicht man durch Inhalationen mit z.B. Dampfbädern. Rotlicht sollte bei begleiteten Nasennebenhöhlenentzündungen vermieden werden, da die von außen angewendete Wärme zu einer zusätzlichen Verschwellung der natürlichen Nasennebenhöhlenabflusswege führt. Selbstverständlich sollte im Krankheitsfall die Trinkmenge erhöht werden, um dem Körper durch eine vermehrte Hydratation die Abfuhr von Krankheitserregern und deren Stoffwechselprodukten zu erleichtern. Ausreichende Wärme, eine ausgewogene Ernährung und vermehrte Ruhezeiten helfen dem Körper, den Infekt zu überwinden. Es ist in vielen Fällen besser 2-3 Tage Ruhezeit einzuhalten, als durch eine ungeordnete Therapie die Krankheitsintervalle zu verlängern. Wichtig ist zu wissen, dass jegliche Art von Schmerzmedikamenten, sei es Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder auch Ibuprofen unmittelbar in die immunologische Reaktion des Körpers eingreift, in dem es hier wichtige Botenstoffe hemmt, da diese Botenstoffe nicht nur den immunologischen Informationsaustausch, sondern auch Schmerz transportieren. Also: Jedes Schmerzmedikament greift in die gewünschte natürliche Immunantwort des Körpers ein.

Hier erscheint morgen der zweite Teil dieses Artikels.

 

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