Coronavirus: Tests zum Nachweis einer akuten und ausgeheilten Infektion

Dr. Naderi

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© eyetronicEin Rachenabstrich ist zwar unangenehm, für viele Tests jedoch unumgehbar. (© eyetronic)Die Coronavirus-Pandemie hat unser Leben grundlegend verändert. Laut der aktuellen Statistik des Robert Koch Institutes gab es am 29.03.2020 über 50.000 Coronavirus-Infektionen in Deutschland und es wurden etwa 400 Todesfälle registriert.

In diesem Artikel möchte ich Sie über die verschiedenen Testverfahren informieren, mittels derer eine akute Infektion mit dem neuen Coronavirus oder eine abgelaufene Infektion nachgewiesen werden kann.

Das neue Coronavirus hat von der Weltgesundheitsorganisation den Namen „severe acute respiratory syndrome coronavirus 2“ oder abgekürzt SARS-CoV-2 erhalten. Der Name des Virus impliziert, wozu dieses Virus in der Lage ist: eine akute und schwere Lungenentzündung zu verursachen, welche zu ausgeprägtem Sauerstoffmangel führen kann.

Wann zeigen sich die Symptome des Coronavirus?

Die neuesten Studienergebnisse zeigen, dass das neue Coronavirus bereits vor Beginn der Symptome auf andere Menschen übertragen werden kann. Es wird vermutet, dass etwa die Hälfte (44 %) der Neuinfektionen zu einem Zeitpunkt erfolgen, an denen infizierte Menschen noch beschwerdefrei sind.

Forscher konnten feststellen, dass die höchste Viruslast in den oberen Atemwegen etwa zwei Tage vor Ausbruch der Symptome bis zum Beginn der Symptome vorliegt. Mit Beginn der Symptome nimmt die Viruslast in den oberen Atemwegen rasch ab, sodass in der zweiten Woche nach Beginn der Symptome das neue Coronavirus dermaßen abgenommen hat, dass es möglicherweise nicht mehr in den oberen Atemwegen nachgewiesen werden kann.

Auf welche Weise wird eine akute Infektion mit dem neuen Coronavirus diagnostiziert?

Der Nachweis einer akuten Coronavirus-Infektion kann mittels eines Nasenabstriches, eines Rachenabstriches oder auch mittels Rachenspülwasser erfolgen. Die Durchführung eines Nasenabstriches ist unangenehm, da das Wattestäbchen bis nach hinten zum Rachen vorgeschoben werden muss.

Daher wird häufig ein Rachenabstrich bevorzugt. Die klinische Erfahrung zeigt, dass einige Patienten einen ausgeprägten Würgereiz haben, weswegen die Durchführung eines Rachenabstriches nicht effektiv ist. Neueste Studien zeigen, dass eine Rachenspülwasser-Untersuchung eine höhere Sensitivität für das neue Coronavirus hat.

Hierbei wird eine geringe Menge an Leitungswasser etwa zehn Sekunden lang gegurgelt. Dieses Rachenspülwasser wird dann im Labor mittels PCR (Polymerasekettenreaktion) auf das Vorliegen des Coronavirus-Erbguts untersucht.

Mancherorts werden Testkits zur Verfügung gestellt, damit Probanden diesen Rachenabstrich selber durchführen. Ich möchte hiervon abraten, da bei diesen selbst durchgeführten Tests nicht die Rachenhinterwand, sondern der Gaumensegel oder das Zäpfchen abgestrichen werden. Dadurch können falsch-negative Ergebnisse entstehen.

Die neuste Forschung zeigt, dass das neue Coronavirus über längere Zeit auch im Stuhl nachweisbar ist. Die Viren, die über den Stuhl ausgeschieden werden, sind wohl nicht infektiös, können jedoch der Diagnostik dienen.


Wie kann man eine abgelaufene und ausgeheilte Infektion mit dem neuen Coronavirus nachweisen?

Seit wenigen Tagen stehen validierte Testkits zur Verfügung, mittels denen man Antikörper gegen das neue Coronavirus im Blut nachweisen kann. Der Körper antwortet auf eine akute Virusinfektion mit der Bildung von sogenannten Antikörpern. Diese Antikörper neutralisieren das Virus, wodurch die Symptome abklingen. Sie können etwa zehn Tage nach Beginn der Symptome im Blut nachgewiesen werden.

Wir wissen, dass etwa 80 % der Menschen infolge einer akuten Infektion mit dem neuen Coronavirus keine oder nur milde Symptome haben. Wenn die Symptome verschwunden sind, kann das Coronavirus mittels der PCR-Untersuchung (siehe oben) nicht mehr nachgewiesen werden. Die Antwort unseres Immunsystems lässt sich jedoch mittels Nachweis dieser Eiweißproteine (Antikörper) auch bei einer Infektion über Wochen und Monate nachweisen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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