Artikel 15/01/2017

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs: Ja oder Nein?

Team jameda
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Die Impfung gegen Humane Papillomviren zur Krebsvorsorge wird für alle Mädchen von 9-14 Jahren empfohlen. Doch wie sollten Eltern für ihre Töchter entscheiden?

Ursache von Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung im Bereich des Gebärmutterhalses. Auslöser sind im Zusammenspiel mit anderen Faktoren Humane Papilloma Viren vom Hochrisikotyp, in 70% sind es HPV 16 und HPV 18. Die Viren führen zunächst zu Krebsvorstufen (gutartige Schleimhautveränderungen, Neoplasien), die sich in vielen Fällen von alleine zurückbilden, aber auch zu bösartigen Tumoren weiterwachsen können.

HP-Viren werden in den allermeisten Fällen beim Geschlechtsverkehr übertragen. Im Jahr erkranken etwa 5000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, ca. 1600 Patientinnen sterben daran.

Wann sollte die erste Impfung stattfinden?

Eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs existiert seit 2006. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) im Moment die Impfung für alle Mädchen von 9 bis 14 Jahren in zwei Impfdosen im Abstand von 6 Monaten. Die Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein.

Welche Nebenwirkungen treten auf?

In der Regel ist die HPV-Impfung gut verträglich, es können aber Nebenwirkungen wie nach jeder Impfung auftreten. Sehr häufig kommt es zu Schwellung, Rötung und Schmerzen an der Einstichstelle, auch Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Ausschlag und Fieber sind häufig zu beobachten.

Des Weiteren kann es z.B. zu allergischen Reaktionen, Lymphknotenschwellungen und Bewegungsstörungen kommen – diese Symptome wurden an spontanen Ereignissen nach der Impfung ohne Angabe der Häufigkeit und ohne zuverlässigen Kausalzusammenhang beobachtet.

Ist die Impfung wirklich nötig?

Eltern stellen sich oft die Frage, ob die HPV-Impfung für ihr Kind wirklich nötig und überhaupt sinnvoll ist. So bilden sich beispielsweise viele der gutartigen Schleimhautveränderungen am Gebärmutterhals von alleine zurück und oft entwickelt sich der Krebs erst, wenn andere Faktoren wie Rauchen, Stress oder Immunschwäche dazukommen.

Außerdem schützt auch eine Impfung nicht zu 100% vor HPV, gegen andere sexuell übertragbaren Krankheiten ist sie selbstverständlich nicht wirksam. So wäre es bedenklich, wenn Jugendliche nach der Impfung ein falsches Sicherheitsgefühl entwickeln und im Umgang mit Sex nachlässiger werden würden.

Was spricht für eine Impfung?

Humane Papillomviren sind mit ihren 150 Subtypen weit verbreitet, vor allem junge, sexuell aktive Menschen infizieren sich schnell mit ihnen. Die verschiedenen Subtypen lösen u.a. auch Feigwarzen und Krebs an Penis, Scheide, Vulva und After aus. Da vor allem auch die neuesten Impfstoffe gegen bis zu neun Subtypen wirksam sind, ist eine Impfung eine wirksame Möglichkeit, sich gegen diese Erkrankungen zu schützen. Da HPV auch durch bloßen Hautkontakt übertragen werden können, schützen auch Kondome nur eingeschränkt.

Die Nebenwirkungen der Impfung sind impftypisch; die Impfstoffe sind von der zuständigen europäischen Behörde EMA als wirksam und unbedenklich zugelassen. Nach bisherigen Untersuchungen hält der Schutz der Impfung mindestens fünf Jahre lang an.

Fazit

Die HPV-Impfung ist ein wichtiger Bestandteil der Krebsvorsorge. Gleichzeitig sollten andere Maßnahmen wie

nicht vernachlässigt werden.

Da Männer die Hauptüberträger von HPV sind und sie selbst ebenso HPV-ausgelöste Erkrankungen erwerben können, ist es die Überlegung wert, ob nicht auch alle Jungen geimpft werden sollten.

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