Yoga für Orthopädie-Patienten: Welcher Stil ist der richtige?

Dr. Götschl

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©fotolia-91557413-frankie'sYoga wird immer beliebter (©fotolia-91557413-frankie's)

Egal ob Hatha, Bikram oder Aerial: Yoga hat sich in den letzten Jahren zu einer angesagten Trendsportart entwickelt. In Deutschland machen knapp 5 Millionen Menschen regelmäßig Yoga – und das aus den unterschiedlichsten Gründen.

Die einen suchen Ruhe und Entspannung, die anderen wollen ihren Körper fit und gelenkig halten. In einem Punkt sind sich aber alle einig: Yoga tut rundum gut. Das belegen auch wissenschaftliche Studien.

Sie zeigen, dass Yoga das körperliche und geistige Befinden verbessert, Stress senkt und die Leistungsfähigkeit steigert. Außerdem beugt es durch das Dehnen und Stärken der Muskulatur Bewegungseinschränkungen und Verletzungen vor und ist eine gute Ergänzung zum Ausdauersport.
 

Eignet sich Yoga auch für Orthopädie-Patienten?

Patienten mit Rückenproblemen versuchen häufig, sich zu schonen und sich möglichst wenig zu bewegen. Und auch nach einer Knieoperation bleiben viele am liebsten auf der Couch. Dabei tut Bewegung – richtig dosiert – dem Körper gut und unterstützt den Genesungsprozess.

Um positive Effekte zu erzielen und Verletzungen zu vermeiden, sind die richtige Technik und eine saubere Ausführung entscheidend. Aus diesem Grund sollten sich Anfänger eine professionelle Anleitung eines Yoga-Lehrers holen. Denn er kann Hilfestellung geben und individuelle Fehler bei der Ausführung korrigieren. Bei der Studiowahl sollte man darauf achten, dass Einsteigerkurse und flexible Stundenpläne angeboten werden.

Außerdem sollten die Lehrer auf individuelle Bedürfnisse der Schüler eingehen, Korrekturen vornehmen und sich vor und nach der Yogastunde Zeit für Fragen nehmen. Fühlt man sich bei den einzelnen Positionen sicher, lassen sie sich auch gut zu Hause ausführen.
 

Welche Yoga-Art passt am besten zu mir?

Für welche Yoga-Art man sich letztendlich entscheidet, ist grundsätzlich eine Frage der persönlichen Vorlieben. Wichtig ist jedoch, dass die Übungen ohne Hilfsmittel ausgeführt werden, d.h. nur das Körpergewicht, die eigene Kraft und Beweglichkeit zum Einsatz kommen.

Besonders sinnvoll sind außerdem Yoga-Arten mit gleichbleibender, aber trotzdem umfassender Bewegungsabfolge. Sie ermöglichen es, gezielt zu üben und an Haltungsschäden, Dysbalancen oder alten und neuen Sportverletzungen zu arbeiten. Durch die Wiederholung der Übungen werden schnell Fortschritte erzielt – vorausgesetzt, man bleibt am Ball.

© RioPatuca Images - fotoliaAuch Rückenschmerz-Patienten können Yoga ausprobieren! (© RioPatuca Images - fotolia)Gerade anfangs sollte man so oft wie möglich trainieren. Nach sechs bis acht Wochen stellen sich dann bereits erste physiologische und anatomische Effekte ein: Beweglichkeit, Muskelumfang und Kraft nehmen zu, die Herz-Kreislauf-Tätigkeit wird verbessert.

Welche Yoga-Übungen am besten für Sie geeignet sind, hängt von Ihrer orthopädischen Erkrankung ab.

Für die Arbeit an der Wirbelsäule eignen sich beispielsweise Übungen wie der liegende Bogen, der Drehsitz oder die halbe Schildkröte. Der liegende Bogen beispielsweise stärkt und dehnt Rücken, Schultern und Wirbelsäule, fördert die Körperspannung und vermindert eine krumme Haltung.

Außerdem werden die vorderen Oberschenkelmuskeln und die Oberarme gedehnt sowie die Bauch- und Gesäßmuskeln trainiert. Die halbe Schildkröte sorgt für eine Streckung der Wirbelsäule, verbessert die Durchblutung des Kopfes und hilft bei Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schulterverspannungen. Auch der Drehsitz ist gut für die Wirbelsäule, steigert die Flexibilität und regt besonders die Verdauungsorgane an.
 

Bikram-Yoga

Wer Lust hat, bei den einzelnen Yogaübungen so richtig ins Schwitzen zu kommen, sollte Bikram-Yoga ausprobieren. Bei dieser Yoga-Art üben Sie bei einer Raumtemperatur von ca. 35-40°C und einer hohen Luftfeuchtigkeit – so kommt man schnell auf Touren.

Gerade durch die hohe Raumtemperatur ist Bikram-Yoga für Orthopädiepatienten geeignet. Die Wärme unterstützt die Aufwärmphase, fördert die Beweglichkeit und minimiert das Verletzungsrisiko für Muskeln, Sehnen und Gelenke. Außerdem wird der übliche Entgiftungsprozess beim Yoga durch das vermehrte Schwitzen verstärkt.

Bikram-Yoga ist damit eine gute Kombination aus schweißtreibendem Workout und schonender Methode, um den Körper zu stärken und sich fit zu halten.
 

Fazit

© shironosov_iStockVersuchen Sie es selbst! Melden Sie sich in einem Yoga-Studio an! (© shironosov_iStock)Yoga hat sich längst als Sportart etabliert, die generell in jeder Alters- und Gewichtsklasse ausgeübt werden kann. Aber viele unterschätzen das Training nach wie vor. Wer die Übungen unsauber oder falsch ausführt, erreicht das Gegenteil von dem, was er eigentlich angestrebt hat.

Mit der richtigen Ausführung dagegen kann man seinem Körper viel Gutes tun. Wer fleißig dran bleibt, wird nicht enttäuscht: Neben einem fitteren und belastbaren Körper hat Yoga auch eine positive Wirkung auf die Seele – und sorgt so dafür, dass man entspannter und ausgeglichener durch den Alltag geht.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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