Was sind die Ursachen für nächtliche Knieschmerzen?

Dr. Pfeiffer - Privatpraxis

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© photophonie fotoliaNächtliche Knieschmerzen können verschiedene Ursachen haben, es ist wichtig, sie zu erkennen (© photophonie fotolia)Nächtliche Schmerzen bedürfen einer besonders sorgfältigen Untersuchung, weil sie oft nicht einfach zu diagnostizieren sind. Das Problem ist, dass das Leitsymptom nur nachts im Liegen und nicht unter Belastung auftritt. Zunächst gilt es herauszufinden, ob die Beschwerden vom Bewegungsapparat oder den Gefäßen oder Nerven verursacht werden.

Was könnte die Ursache für die Schmerzen sein?

Beschwerden am Bewegungsapparat, die nicht unter Belastung auftreten, sind eher eine Rarität, aber grundsätzlich natürlich nicht auszuschließen.

So muss man als Orthopäde auch an seltene Erkrankungen wie Knochentumoren denken, die sich mit vornehmlichen Ruheschmerzen bemerkbar machen und auch äußerst schwierig zu diagnostizieren sind, wenn sie sehr klein sind. Gegebenenfalls sind sie nur im Magnetresonanztomogramm, also einer Kerspintomografie, erkennbar.

Wie wird das Knie untersucht?

Eine zunächst klinische Untersuchung des Hüft- und Kniegelenkes, gegebenenfalls mit Ultraschalluntersuchung, sollte Aufschluss darüber geben, ob man noch eine zusätzliche röntgenologische Darstellung der betroffenen Region braucht.

Ergeben sich hierbei Hinweise auf eine pathologische Erkrankung, können auch noch weitere kernspintomografische Darstellungen der betroffenen Region hilfreich sein.
Hier ist der Orthopäde hinsichtlich einer genauen Untersuchung der Hüfte, des Oberschenkels und des Kniegelenks gefragt.

Wenn sich keine Hinweise für eine organische Erkrankung der Gelenke ergeben, sollte zunächst der Neurologe hinzugezogen werden, um eine sehr häufige, vorwiegend nächtliche Schmerzattacke des Oberschenkelnervens auszuschließen, die sich oft auch in die Kniegend auswirkt. Sehr häufig ist der Oberschenkelnerv entzündet, wodurch die ausstrahlenden Schmerzen in die obere Kniegelenkregion entstehen. Sie können schließlich medikamentös, aber auch unterstützend physikalisch behandelt werden.

 

Gibt es noch andere Auslöser der Schmerzen?

Ein sogenanntes Restless-Leg-Syndrom kann mit einseitigen nächtlichen Schmerzen in der Knieregion einhergehen. Immerhin werden in bis zu 17 % der Fälle beginnend einseitige Beschwerden geschildert. Auch hier wird medikamentös behandelt, eine physikalische Therapie wird von den betroffenen Patienten meist als eher unangenehm und schlecht verträglich empfunden.

Findet man nichts, ist eine internistische Untersuchung notwendig. Wird kein Ergebnis erzielt, sollte der Orthopäde noch einmal das Bein untersuchen und eine symptomatische physikalische Therapie mit gegebenenfalls unterstützender medikamentöser Therapie mit Vitaminen einleiten.

Auf jeden Fall sollte die Ursache und auch eine entsprechende Therapie schnell gefunden werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


25.08.2017 - 00:24 Uhr

Seit vier Wochen hab ich erhebliche Schmerzen an...

von Waltraud

... der rechten Seite. Der Orthopäde spricht von Abnutzung der Bandscheibe (Altersbedingt). Ich habe sechs mal Physiotherapie Anwendungen hinter mir, bei der sechsten wurde ich in ein Schlingerbett für 20 Min gelegt. Ich wusste nicht mehr wie ich laufen sollte, mir fuhr ständig ein stechender Schmerz, in den Kreuzbandwirbel, mir graut es morgens beim Aufstehen,da hab ich die selben Schmerzen, nach etwa zwei Stunden geht es einigermaßen zu laufen. Längeres Sitzen ist eine Qual, da geht es wieder von vorne los. Angefangen hat es massiv nach einer Darmspiegelung, aber glauben tut mir das kein Arzt, leider! Hab ich überhaupt noch eine Chance auf Heilung? Für eine Rückmeldung per e-mail wäre ich Ihnen sehr dankbar ! Mit freundlichen Grüßen, Waltraud

Dr. Pfeiffer - Privatpraxis

Antwort vom Autor am 19.10.2017
Dr. med. Ulrich Pfeiffer - Privatpraxis

Wie ist denn die Diagnose? Gibt es ein NMR von der Wirbelsäule?


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