Wie Hypnotherapie hilft, psychosomatische Beschwerden loszuwerden

Frau Kütter

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©GlobalStock - iStockDepressionen treten häufig bei psychosomatisch Erkrankten auf (©GlobalStock - iStock)Viele psychosomatisch Erkrankte leiden an chronischen Schmerzen. Zu den körperlichen Beschwerden kommen häufig Gefühle wie Frustration und Unzufriedenheit bis hin zu Depressionen. Das schränkt die Betroffenen in vielen Lebensbereichen ein - beruflich, partnerschaftlich, finanziell und gesundheitlich. Die Folge ist, dass sich der Körper auflehnt, um unterdrückte Emotionen ausleben zu können. Erfahren Sie, wie Sie die Beschwerden loswerden können. 

Welche Gefühle durchlebt ein psychosomatisch Erkrankter?

Betroffene fühlen sich hilflos aufgrund der mannigfaltigen Symptome und oftmals haben sie bereits eine Odyssee an Behandlungsversuchen hinter sich. Sie ahnen, dass ihre Symptome etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun haben, kommen aber nicht an die wirkliche Thematik heran – denn das Aufdecken eines jahrzehntelangen verdrängten Schmerzes macht ihnen Angst.

Das Leben, das sie durch ihre unbewussten Vorstellungen erschaffen, ist ein Resultat aus den Erfahrungen, die sie als Kleinkind in den ersten drei Lebensjahren gemacht haben. Diese erlernten Verhaltensmodelle und Strategien sowie die erlebten Ängste, die ihnen durch bestimmte Verhaltensdefizite der Eltern aufgedrängt wurden, bestimmen ihr heutiges Leben.


Was können Betroffene tun?

Experten empfehlen, sich an die scheinbar vergessenen Emotionen zu erinnern und sie als Wahrheit anzuerkennen und zu akzeptieren. Negative Emotionen  wie Angst, Wut, Aggression, Existenzbedrohung oder Einsamkeit zu verdrängen, sabotiert lediglich den Erfolg und das Leben, das sich Betroffene wünschen.


Wie hilft die Hypnotherapie?

©Minerva Studio - fotoliaDie Hypnotherapie hilft bei Präsentations- und Prüfungsangst (©Minerva Studio - fotolia)In der Hypnotherapie gibt es die Möglichkeit der ideomotorischen Exploration, d.h. der Befragung des Körpers und der Kommunikation mit dem Unbewussten. Diese Methode soll helfen, die wirklichen Ursachen für bestimmte Lebenssituationen herauszufinden. Es handelt sich um einen Muskeltest, der Antworten auf vergessene Emotionen liefert, die der Patient in seinem frühkindlichen Leben erfahren hat. Er funktioniert also wie eine Art Lügendetektor.

Diese neuen Informationen oder die aufgedeckten Traumata können hypnotherapeutisch mit einer speziellen Methodenkombination aufgelöst werden. Dabei bedient sich der Therapeut der bilateralen Hemisphärenstimulation, die in einer imaginativeren Form des EMDR ausgeführt wird. "EMDR" steht für "Eye Movement Desensitization and Reprocessing": Es handelt sich um eine therapeutische Methode zur Behandlung von Traumata und posttraumatischem Stress, die von der Psychotherapeutin Francine Shapiro entwickelt wurde.

Bei der klassischen EMDR-Methode können mit Hilfe von Augenbewegungen, die der Patient durchführt, Traumata aufgelöst werden. Dabei folgt der Patient mit offenen Augen den Fingerbewegungen des Therapeuten. In der Hypnotherapie wird diese Form ebenso angewendet wie in der imaginativen Variante, bei der die Augenbewegungen durch das Visualisieren von beweglichen inneren Bilder bei geschlossenen Augen erzeugt werden.

Diese Methodenkombination hilft, Symptome aufzudecken, Emotionen zu erkennen und zu erleben und blockierende Traumata aufzulösen. So schaffen es Patienten, ein autarkes Leben zu führen, das frei von nicht adäquaten Verhaltensmustern der Eltern ist. Sie bekommen schließlich ihre Zufriedenheit, Gesundheit und Lebensfreude wieder zurück.

Einsatzgebiete

Dieser in der Hypnotherapie eingebetteter Prozess der Reaktionsverminderung durch Wiederaufbereiten verdrängter Themen nach punktgenauer ideomotorische Exploration kann in der Therapie bei posttraumatischen Belastungsstörungen, Traumata allgemein und eben bei psychosomatischen Störungen wie z.B. chronischen Schmerzen eingesetzt werden.

© fotolia-95321446-Viacheslav IakobchukKinder, die misshandelt wurden, leiden im Erwachsenenalter häufig unter Depressionen (© fotolia-95321446-Viacheslav Iakobchuk)Zudem ist die die Therapie bei Leistungsblockaden, Ängsten vor Präsentationen oder Auftritten, Sprachblockaden, Finanzblockaden, Leistungseinbrüchen oder bei verstärkten Konflikten sinnvoll.

Gerade Familienunternehmer leiden häufig unter starken Belastungen und unter massivem Leistungsdruck ihrer Eltern – meist aufgrund alter Familien- und Firmenstrukturen, die in unserer Gesellschaft verleugnet oder glorifiziert werden.  

Diese bereits in der frühen Kindheit stattfindenden Misshandlungen durch Missachtung, zu hohe Anforderungen, Unterdrückung, Verachtung, erstickende Liebe, fehlende Zuneigung oder verbale und körperliche Gewalt manifestieren sich auf der körperlichen Ebene und finden dann in der Krankheit oder auch in unternehmerischen Depressionen Ausdruck.

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