Artikel 01/04/2022

Endometriose: Ursachen, Folgen und Therapie

Dr. med. Konstantinos Manolopoulos Frauenarzt (Gynäkologe), Akupunkteur
Dr. med. Konstantinos Manolopoulos
Frauenarzt (Gynäkologe), Akupunkteur
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Worum handelt es sich bei Endometriose?

Die Endometriose ist eine der häufigsten Erkrankungen des weiblichen Fortpflanzungssystems, bei der die Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) aus der Gebärmutter herauswachsen.

Endometriose findet sich nicht nur in Teilen des Fortpflanzungssystems, sondern auch außerhalb davon (Bauchdecke, Harnwege, Verdauungstrakt, Bauchfell, Lunge usw.).

Forschungsdaten zufolge handelt es sich bei jeder dritten gynäkologischen Erkrankung (mit Ausnahme von entzündlichen Erkrankungen und Myomen) um Endometriose oder einen durch sie verursachten pathologischen Prozess.

Was sind die Ursachen einer Endometriose?

Die Ursachen der Endometriose sind bis heute noch unbekannt.

Es gibt Hinweise darauf, dass die Vererbung bei der Entstehung der Endometriose eine Rolle spielt. Die Krankheit tritt häufiger bei Frauen auf, deren Verwandte ebenfalls an Endometriose erkrankt sind.

Das Endometrioserisiko ist höher bei Frauen, die

  • nach dem 30. bis 35. Lebensjahr rauchen,
  • einen kurzen Menstruationszyklus haben,
  • Stoffwechselstörungen aufweisen,
  • fettleibig oder übergewichtig sind,
  • intrauterine Verhütungsmittel verwenden,
  • einen erhöhten Östrogenspiegel haben,
  • immunsupprimiert sind,
  • eine erbliche Veranlagung haben und
  • sich einer Gebärmutteroperation unterzogen haben.

Was kann im Körper der Frau durch Endometriose passieren?

  • Zyklusstörungen (z. B. Zyklen ohne Eisprung)
  • Gelbkörperschwäche
  • Verwachsung oder Verklebung der Gebärmutter, Eileiter oder Eierstöcke und dadurch keine Befruchtung
  • Bei Endometriose im Eileiter kann dies zum Verschluss des Eileiters führen
  • Entzündungen und damit einhergehende Beeinträchtigung der Einnistung der befruchteten Eizelle
  • Die Wanderung der Spermien zur Eizelle kann betroffen sein
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Die Ausprägung der Endometriose steht nicht unbedingt in Zusammenhang mit der Stärke der Schmerzen. Vielmehr können schon sehr kleine Herde sehr starke Schmerzen verursachen, während Frauen mit großen Herden oder Endometriosezysten keinerlei Beschwerden haben.

Wie läuft eine Endometriose-Therapie ab?

Um Endometriose zu diagnostizieren, gibt es Möglichkeiten der Bauchspiegelung. Durch Gewebeentnahme kann man Endometriose diagnostizieren.

Bei der Entscheidung über die Behandlung der Endometriose ist es sehr wichtig, die folgenden Faktoren zu berücksichtigen:

  • Zu welcher Altersgruppe gehört die Patientin.
  • Die Anzahl der Schwangerschaften, einschließlich derer, die zu einer Entbindung führten.
  • Es ist wichtig, zu wissen, wie die Geburt verlaufen ist, und ob es in der Zeit nach der Geburt zu Komplikationen gekommen ist.
  • Dabei werden die Schwere des pathologischen Prozesses, seine Lage, seine Tiefe, begleitende Pathologien und der Kinderwunsch berücksichtigt.

Durch chirurgische Eingriffe ist es möglich, Endometrioseherde zu beseitigen oder Verwachsungen zu lösen. Bei mittelschwerer bis schwerer Endometriose wird eine organerhaltende Operation mit Entfernung der Herde empfohlen.

Häufig wird die chirurgische Behandlung mit Medikamenten kombiniert. Die Operation wird laparoskopisch oder durch Laparotomie durchgeführt.

Endometriose sollte in jedem Fall mit einem individuell angepassten Behandlungskonzept therapiert werden. Mit dem Ziel, die Lebensqualität der Patientinnen zu steigern, indem ihre Beschwerden minimiert oder ganz beseitigt werden.

Schmerzmedikamente können lindernder Bestandteil eines Behandlungskonzeptes sein, weil sie die Lebensqualität steigern. Sie haben jedoch keinen tatsächlichen Einfluss auf die Ursachen und den Verlauf der Endometriose.

Alternative Therapieformen beheben nicht die Ursache der Endometriose. Dennoch können Sie dazu beitragen, das Wohlbefinden zu verbessern. Das Immunsystem kann gestärkt werden und Schmerzen können reduziert werden.

Zu diesen Methoden gehören Akupunktur, HomöopathieTraditionelle Chinesische Medizin (TCM), naturheilkundliche Therapeutika, Bio-Resonanz-Therapie, Yoga Tai-Chi, progressive Muskelentspannung.

Vorbeugung einer Endometriose

Je früher eine Frau nach dem Auftreten der ersten Endometriose-Symptome einen Gynäkologen aufsucht, desto größer ist die Chance, dass eine chirurgische Behandlung vollständig vermieden werden kann. Der Versuch einer Selbstbehandlung oder das Hinauszögern einer Behandlung ist völlig ungerechtfertigt: Mit jedem Menstruationszyklus treten neue Endometrioseherde auf, es bilden sich Zysten, Vernarbungen und Verwachsungen verstärken sich und der Zustand der Eileiter verschlimmert sich.

Zur Vorbeugung von Endometriose ist notwendig:

  • Untersuchung von jugendlichen Mädchen und Frauen, die über Schmerzen während der Menstruation klagen.
  • Patientinnen nach Abtreibungen oder anderen Eingriffen an der Gebärmutter sollten auf mögliche Folgeerscheinungen überwacht werden.
  • Rechtzeitige und vollständige Beseitigung akuter und chronischer Genitalkrankheiten.
  • Einnahme von oralen hormonellen Verhütungsmitteln.

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