
Ein Impingement (engl. to impinge = anschlagen) ist eine mechanische Blockade des Sprunggelenks, bei der die Beweglichkeit stark eingeschränkt wird. Es sind immer bestimmte Bewegungen, z.B. den Fuß anheben oder den Fuß gerade ausstrecken, die schmerzhaft sind oder abgeblockt werden. Das Sprunggelenk hat dann nicht mehr den normalen, schmerzfreien Bewegungsumfang.
Es gibt unterschiedliche Ursachen von schmerzhaften Sprunggelenksblockaden. Wir können die meisten Einklemmungen mit Hilfe der minimalinvasiven Gelenkspiegelung des Sprunggelenks operieren.
Vorderes Sprunggelenk-Impingement: meist ein Weichteilimpingement
Weichteilimpingements entstehen meist als vorderes Impingement, wenn sich Narbengewebe nach wiederholten Umknickverletzungen bildet. Abgerissene Außenbänder können im Gelenkspalt eingeklemmt werden. In der Folge kann sich die Gelenkschleimhaut zusätzlich entzünden. Die Gelenkflüssigkeit wird trüb und die Knorpelernährung schlechter. Auch im Sprunggelenk selbst kann sich bindegewebiges Narbengewebe bilden.
Symptome des vorderen Sprunggelenk-Impingements
Beim vorderen Impingement sitzt der Schmerz meist an der Vorderkante oder seitlich des Sprunggelenks. Vor allem, wenn die Patienten den Fuß anziehen wollen, schmerzt die Vorderkante. Typischerweise sind Fußballspieler von diesen Beschwerden betroffen. Man spricht hier von einem “soccer ankle”. Beim Gehen kann es im Sprunggelenk hörbar knacken und raspeln. Es fühlt sich schwach und instabil an. Das Sprunggelenk kann auch dazu neigen, anzuschwellen oder sich zu überwärmen.
Arthroskopische Therapie der OSG-Blockade im vorderen Sprunggelenk
In vielen Fällen kann eine konservative Therapie, bei der das Bein ruhiggestellt und mit Medikamenten behandelt wird, die mechanische Blockade im vorderen Sprunggelenk nicht beseitigen. Mit der minimalinvasiven Arthroskopie des Sprunggelenks dagegen können wir:
- speziell auf die pathologischen Ursachen der Sprunggelenkschmerzen eingehen
- die Verdickungen der Seitenbänder durch eine Gelenkspiegelung reduzieren
- Außenbandstümpfe wieder zusammennähen oder ganz entfernen
- die entzündete Gelenkschleimhaut absaugen und die Gelenkflüssigkeit reinigen
- knorpelzerstörende Knochensporne am vorderen Sprunggelenkrand abtragen
Ziel der Sprunggelenksarthroskopie ist es, die Sportfähigkeit und die Belastbarkeit im Alltag wieder vollständig herzustellen.
Das hintere Sprunggelenk-Impingement ist meist knöchern bedingt
Knöcherne Impingements des Sprunggelenks werden durch Fehlbildungen des hinteren Sprunggelenkrandes oder durch überflüssige Knochen wie das Os trigonum verursacht. Das ist ein kleiner Knochen hinter dem Talus, der nur bei manchen Patienten vorhanden ist.
Neben dem Os trigonum können auch verschiedene Fehlformen des hinteren Sprunggelenlksrandes oder des Talus zu einem hinteren Impingement führen. Dazu gehört z.B. ein verlängerter Fortsatz am Talus, ein sogenannter Stieda-Fortsatz, eine zu stark herabgezogene Tibiahinterkante oder auch Frakturen des hinteren Talusfortsatzes.
Symptome des hinteren Sprunggelenk-Impingements
Der typische Schmerz für ein hinteres Impingement des Sprunggelenks liegt im Fersenbereich und an der Hinterkante des Talus, dem sogenannten Sprungbein. Er tritt vor allem auf, wenn der Fuß ausgestreckt wird, so wie es typischerweise beim Ballett häufig geschieht. Entsprechend gehören neben Läufern auch Ballett-Tänzer zu den Hauptbetroffenen des hinteren Impingements.
Bei Frakturen des hinteren Talusfortzsatzes ist auch ein Knirschen der Bruchstellen hinter dem Gelenk zu spüren. Zusätzlich schlagen bei zu lange herabgezogenen Gelenkpfannen die gelenkbildenden Knochen aneinander. Es kommt dort zu Knorpelschäden. Bei diesen zusätzlichen Knochen geraten auch die Bindegewebe bei bestimmten Bewegungen unter Druck und entzünden sich.
Hintere Arthroskopie bei dorsalem Sprunggelenk-Impingement
Bei der Arthroskopie des hinteren Impingements am Sprunggelenk werden sowohl Weichteile als auch knöcherne Ursachen der Sprunggelenkschmerzen direkt behandelt. Ähnlich wie am vorderen Sprunggelenks kann sich die Gelenkkapsel entzünden oder vernarben.
Bei Formabweichungen des hinteren Sprunggelenks wird der Knochen an den Gelenkrändern des Sprunggelenks abgetragen. Auch zusätzlcihe Knochen, wie das Os trigonum, oder Frakturen des hinteren Talusforsatzes können arthroskopisch beseitigt werden. So genannte “loose bodies”, also freie Gelenkkörper, werden arthroskopisch entfernt.
Ziel der Operation ist es, die schmerzfreie Beweglichkeit des Sprunggelenks wiederherzustellen, auch dann, wenn der Fuß komplett durchgestreckt wird.
Prognose nach Sprunggelenk-Arthroskopie
Bei richtiger Heilanzeige und Analyse der individuellen Krankheitsursachen können wir fast 100 % aller behandelten Patienten zu einer besseren Beweglichkeit und Belastbarkeit des Sprunggelenks verhelfen.



