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Bisphosphonate - warum Sie vor der Einnahme zum Zahnarzt gehen sollten

Dr. Waldmeyer

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© VladimirFLoyd_iStock© VladimirFLoyd_iStockBisphosphonate sind Medikamente, die seit über 20 Jahren erfolgreich in der Therapie von Osteoporose, Knochenmetastasen, Brustkrebs, dem multiplem Myelom oder dem Prostatakarzinom eingesetzt werden. Diese Medikamente bremsen zuweilen den raschen Fortschritt der zu behandelnden Erkrankung effektiv aus. Das Medikament wird entweder über die Vene oder über den Mund in Tablettenform verabreicht. Auch werden die Nebenwirkungen sowohl aus Patientensicht als auch aus allgemein-ärztlicher Sicht als günstig beschrieben.

Aus zahnärztlicher und oralchirurgischer Sicht bergen Bisphosphonate jedoch ein nicht zu unterschätzendes Risiko: die Kiefernekrose (BONJ = bisphosphonat-associated osteonekrosis of the jaw).

Seit 2003 sind erste Berichte der bisphosphonat-assoziierten Kiefernekrose bekannt, die in Ihrem Auftritt und Symptomen der sogenannten Osteoradionekrose (Kiefernekrose aufgrund von Strahlung, meist in Zusammenhang mit Strahlentherapie) ähneln. So sind starke funktionelle Beeinträchtigungen, wie Probleme beim Kauen, Schlucken und Sprechen, möglich. Insgesamt erfolgt eine Minderung der mundbezogenen Lebensqualität.

Besonders gefährdet sind Patienten, die mit intravenöser, hoch dosierter und langfristiger Bisphosphonat-Medikation behandelt werden sollen. Aber auch Patienten, die gering dosiert und kurzzeitig mit Bisphosphonaten therapiert werden, sollten vor Therapiebeginn ihren Zahnarzt oder Oralchirurgen aufsuchen, damit in Zusammenarbeit mit dem Bisphosphonat-verordnenden Arzt ein individuelles Risikoprofil erstellt werden kann.

Symptome der bisphosphonat-assoziierten Osteonekrose
Das Leitsymptom der bisphosphonat-assoziierten Osteonekrose ist der freiliegende Knochen.

Weitere Symptome können sein:

  • Zahnlockerungen
  • Mundgeruch
  • Schmerzen
  • Kieferkammfisteln
  • Schwellungen
  • Sensibilitätsstörung der Unterlippe (Vincent Symptom)

Früherkennung einer Osteonekrose:
Die beste Methode einer Früherkennung stellt die regelmäßige Kontrolle der Mundhöhle und die gezielte Befragung des Patienten durch einen Arzt mit entsprechendem Ausbildungsstand dar. Leider sind die aktuellen medizinischen bildgebenden Verfahren nur begrenzt für eine Frühdiagnostik einsetzbar.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


11.10.2014 - 18:31 Uhr

Ich soll nach Auftreten von Osteoporose nach...

von Christa

... Brustkrebs diese Bisphosphonate jede 3. Woche gespritzt bekommen. Nachdem ich nun diese Nebenwirkungen gelesen habe, bekomme ich Angst davor. Jetzt wirken nach einem Jahr immer noch die Nebenwirkungen der Chemotherapie an Händen und Füßen. Diese Behandlung noch dazu, würde doch alles noch verschlimmern. Überwiegt der Nutzen oder werden mir die Nebenwirkungen noch mehr zu schaffen machen?

Dr. Waldmeyer

Antwort vom Autor am 12.10.2014
Dr. med. dent. Manuel Waldmeyer

Guten Tag Frau Christa, Eine ganz klare Aussage: die Nutzen der Bisphosphonate überwiegen die Nachteile dieser Medikamentengruppe! Auch innerhalb dieser Gruppe gibt es starke und weniger starke Mittel. Bitte besprechen Sie Ihre Bedenken mit Ihrem Onkologen. Meine persönliche Empfehlung: Suchen Sie einem Zahnarzt, Oralchirurgen oder MKGler auf, der sich mit Bisphosphonaten auskennt und lassen Sie sich in das Mundhygiene-Recall der Praxis aufnehmen. Sollten Sie Prothesenträger sein, so achten Sie verstärkt auf neue Druckstellen. Mit freundlichem Gruß Dr Waldmeyer


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