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Minimalinvasive Zahnmedizin - es geht auch sanft

Dr. Szostak

von
verfasst am

© rh2010 fotoliaMit minimalinvasiven Methoden geht der Zahnarzt heute gegen Probleme vor (© rh2010 fotolia)Die Zeiten, in denen Zahnfüllungen möglichst groß gestaltet wurden, um die Nachbildung von Karies zu unterbinden, sind vorbei. Heute geht es bei der Zahnbehandlung darum, die wertvolle Zahnsubstanz so lange wie möglich zu erhalten. Denn ein eigener Zahn ist auch nicht durch qualitativ hochwertiges Material zu ersetzen. Deshalb konzentriert sich die Zahnmedizin heute auf minimalinvasive Verfahren.

Erhalt der Zahnsubstanz und sorgfältige Prophylaxe

Minimalinvasive Verfahren, das sind Verfahren, mit denen die Zahnbehandlung so schonend wie möglich durchgeführt wird. Entscheidend ist, dass die Zahnsubstanz nur dann lange erhalten werden kann, wenn Schäden am Zahn so früh wie möglich erkannt werden, um angemessen zu reagieren. Darum sind die regelmäßigen Zahnarztbesuche schon von Kindesalter an so wichtig, denn im Rahmen regelmäßiger Kontrolluntersuchungen kann Karies bereits in einem frühen Stadium erkannt werden. So reagiert der Zahnarzt schnellstmöglich und die Behandlung ist oft sogar ohne Bohrer möglich. Das dürfte die meisten Patienten überzeugen.

Früherkennung hilft Karies heilen

Je früher Karies erkannt wird, umso größer ist die Chance, Karies zum Stillstand zu bringen oder ganz auszuheilen. Gute Erfahrungen macht die Zahnmedizin mit Remineralisieren. Da Karies die Zahnsubstanz aufweicht, ist der Zahn an mit Karies besetzten Stellen weicher als an der gesunden Zahnsubstanz. Je nach Intensität der Karies besteht die Möglichkeit, diese weiche Zahnsubstanz mit verschiedenen Mitteln aufzulösen und zwar so, dass der gesunde Teil des Zahns nicht angegriffen wird. Auch bei stärkerem Kariesbefall ist der Griff zum Bohrer nicht immer notwendig. Das ermöglichen innovative Verfahren wie z.B. die Behandlung mit dem Laser.  

Minimalinvasive Ansätze auch bei der Versorgung des Zahndefektes

Die moderne Zahnmedizin setzt auch bei der Versorgung von Zahndefekten auf schonende Behandlungsverfahren. Vorzugsweise verwendet man spezielle Füllungen, die zu etwa siebzig bis achtzig Prozent aus keramischen Teilchen und Glaspartikeln bestehen. Dabei handelt es sich um hochwertige Füllungen. Aufgrund der Flexibilität kann das plastische Material in jede Rille und in jeden Defekt gefüllt werden. Vorab findet die Vorbehandlung des Zahns mit einer speziellen Substanz statt, wodurch er sich langfristig und stabil mit dem Füllmaterial verbindet.

Minimalinvasive Methoden machen auch vor aufwändigeren Zahnbehandlungen nicht Halt. Ähnliches gilt für Wurzelbehandlungen. Während früher der entzündete Zahnnerv meist unwiederbringlich entfernt wurde, besteht heute die Möglichkeit, das entzündete Gewebe minimalinvasiv zu entfernen und eine Füllung in die Wurzel einzubringen, sodass diese erhalten wird, und damit auch der gesamte Zahn. 

Weil die minimalinvasive Zahnmedizin so viele Vorteile für den Patienten bringt, wird stetig zu neuen Einsatzgebieten geforscht, sodass Patienten zukünftig noch mehr von Behandlungen dieser Art profitieren werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


08.02.2016 - 19:51 Uhr

Sanfte Zahnmedizin und dann steht da was von...

von Inka

... Bonding im Artikel. Das ist der Kleber, der die Kunststoff-Füllungen halten soll. Auf das nackte Dentin gepinselt ist das in vielen Fällen für eine Irritation oder sogar Entzündung des Zahnnervs verantwortlich. Und dann lese ich hier auch noch etwas von Laser. Leider werden die Gefahren unterschätzt. Ich habe mehrere Zähne und Zahnnerven dadurch beschädigt bekommen aufgrund von Überhitzung. Das lässt sich nicht mehr rückgängig machen!

Dr. Szostak

Antwort vom Autor am 09.02.2016
Dr. med. dent. Guido Szostak

Hallo Inka, danke für den Kommentar! Das "Bonding" ist, wie von Ihnen gut beschrieben eine Art Haftvermittler, ohne den keine Kst.-Fllg. am Zahn halten würde. Das Bonding ist also zwingend notwendig. Die Empfindlichkeiten entstehen eher durch die Vorbereitung des Zahnes mit einer Säure, welche auch immer eingesetzt werden muss. Die besten Ergebnisse liefern hier Kombipräparate, die beides beeinhalten (=nahezu überhaupt keine Empfindlichkeiten mehr plus super Haftwerte). Laser sollten niemals in Nervnähe eingesetzt werden, da sie den Zahn dann schädigen (auf KEINEN Fall vor dem Legen von Füllungen). Nach einer Nerventfernung (zB Wurzelkanalbehandlung) zur Keimbeseitigung ist er aber optimal. Es kommt auf das Einsatzgebiet an! lg Dr. Szostak


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