Was tun bei empfindlichen Zähnen? Ursachen & 3 Tipps für Zuhause

Schmerzen bei bestimmten Lebensmitteln sind ein deutliches Anzeichen für überempfindliche Zähne. (© Daisy Daisy - fotolia)

Wer beim Genuss von heißen oder kalten Getränken, süßen, salzigen oder sauren Speisen immer wieder von einem kurzen, heftig stechenden Zahnschmerz geplagt wird, zählt zu den Millionen Betroffenen der Dentinhypersensibilität.

Ihre Zähne reagieren über und sind schmerzempfindlich auf bestimmte externe Reize. Die Reize gelangen bei Betroffenen direkt zum Zahnbein aus knochenähnlichem Dentin, das von vielen winzig kleinen Kanälen durchzogen ist.

Dieses Dentin ist das Fundament eines Zahns. Dort werden die Reize weitergeleitet und treffen auf die feinen Nerven, die zusammen mit Blutgefäßen in jedem Zahn verlaufen. Dieser Kontakt löst schließlich den plötzlichen Schmerz aus. Normalerweise ist das Dentin durch das Zahnfleisch verdeckt oder im sichtbaren Bereich des Zahns durch den Zahnschmelz geschützt. Jedoch kommt es zum Vorschein, wenn das Zahnfleisch zurückweicht. Das kann zum Beispiel durch eine Entzündung rund um den Zahn (Parodontitis) passieren.

Der Zahnschmelz kann dagegen durch starkes Zähneknirschen geschädigt sein. Der durch zurückgewichenes Zahnfleisch freiliegende Teil des Zahns ist der Zahnhals, an dem die Dentinhypersensibilität oft ihren Angriffspunkt hat. Was können also Betroffene bei derart schmerzempfindlichen Zähnen und freiliegenden Zahnhälsen tun?

Welche Ursachen können hinter überempfindlichen Zähnen stecken?

Hilfe bei schmerzempfindlichen Zähnen umfasst zwei Schritte. Zunächst müssen die Ursachen für die freiliegenden Zahnhälse geklärt werden. Anschließend werden die Ursachen durch den Zahnarzt behandelt. Eine mögliche Ursache ist eine falsche Zahnputztechnik und das falsche Equipment.

Eine zu harte Zahnbürste oder zu großer Druck beim Putzen kann das Zahnfleisch zurückdrängen. Auch der Zahnschmelz, der sichtbare Bereich der Zähne, kann dadurch Schaden nehmen. In beiden Fällen verliert das Zahnfundament seinen natürlichen Schutzmantel und wird schmerzempfindlich.

Als weitere Ursache für schmerzempfindliche Zähne findet sich manchmal ebenso ein kariesbedingtes Loch, welches für die Reizübertragung verantwortlich ist. Bei anderen Patienten verursacht das Zähneknirschen die Schmerzempfindlichkeit, wenn die Zähne unter dem hohen Druck, der hier entsteht, bereits Schaden genommen haben. Überempfindliche Zähne und freiliegende Zahnhälse sind daher oft ein Symptom von Schäden und Krankheiten am Zahn oder am Gewebe um den Zahn.

Deshalb sollten dauerhaft empfindliche Zähne vom Zahnarzt/von der Zahnärztin behandelt werden. Sonst ist es möglich, dass sich die verursachenden Krankheiten und Schäden weiter ausbreiten und langfristig noch größere Schäden verursachen.

Eine zahnärztliche Untersuchung mit Diagnose und Behandlung ist hier unumgänglich, um eine weitere Verschlechterung der Mundgesundheit zu vermeiden. Außerdem kann dabei die häusliche Mundhygiene angesprochen werden, falls sie die Probleme verursacht.


Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen, die zahnärztliche Behandlung zu Hause zu unterstützen

  1. Zahnbürsten mit weichen oder mittelharten Borsten können Zähne und Zahnfleisch schonen. Üben Sie beim Zähneputzen nicht zu viel Druck aus und bewegen Sie die Zahnbürste in kreisenden Bewegungen. Elektrische Zahnbürsten mit Andruckkontrolle helfen zusätzlich, weil sie sofort mit farbigem Leuchten oder Vibrationen warnen, wenn zu hart geputzt wird.
  2. Es gibt einige speziell für sensible Zähne entwickelte Zahnpasten mit Fluorid. Sie enthalten verschiedene Zusatzstoffe, die Zähne und Zahnfleisch schonen. Das beinhaltete Fluorid stärkt außerdem die Zähne.
  3. Vermeiden Sie besonders saure und säurebildende Lebensmittel. Darunter fallen alkohol- und koffeinhaltige Getränke, Limonaden oder auch Süßigkeiten.

Falls bereits übersensible Zähne vorliegen und sie anhaltend Probleme bereiten, ist ein Gang zum Zahnarzt unvermeidlich. Dort können die Ursachen dafür geklärt werden und Behandlungen eingeleitet werden, die das Problem langfristig mindestens lindern sollten. Falls das Problem noch nicht dauerhaft besteht, ist ein besonderes Augenmerk auf die richtige Zahnpflege zu legen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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