Gerade Zähne in kurzer Zeit - Ist das möglich?

Es gibt viele Möglichkeiten um Zahnstellungen zu korrigieren - Manche zeigen bereits nach kurzer Zeit Ergebnisse (©fotolia-nenetus)

Oft werden wir von Patienten gefragt, wie schnell die Zahnfehlstellung korrigiert werden kann. Nach 1,5 Jahren Zahnspange können einfache bis moderate Fehlstellungen sehr gut korrigiert werden. Das trifft besonders auf Engstellungen der Frontzähne zu. Der Patient sieht sogar schon nach drei Monaten erste Korrekturen der fehlerhaften Zahnposition.


Wie können Zahnstellungen schnell mit Schienen verbessert werden?

Es gibt verschiedene Therapien, wie leichte Engstände sehr schnell korrigiert werden können. Eine ist die Therapie mit durchsichtigen Schienen. Der Patient erhält rund 30 Schienenpaare, die aufeinander aufbauen und quasi Schritt für Schritt die Zähne in die richtige Position stellen. Alle zwei Wochen wechselt der Patient dann selbst die Schienen. Der Vorteil dieser Therapie ist die computergestützte 3D-Planung und -Umsetzung.

Das hat den enormen Vorteil, dass jede Zahnbewegung individuell geplant werden kann. Die Schienen sind somit optimal aufeinander abgestimmt. Das spart Zeit und führt auf dem schnellsten Weg zu geraden Zähnen. Zudem sind die Schienen kaum von außen sichtbar und stören auch nicht beim Sprechen.

Die Schienen müssen 22 Stunden pro Tag getragen und beim Essen herausgenommen werden.


Eine andere Methode ist die festsitzende Zahnspange

Da hier oft keine individuellen Brackets und Bögen verwendet werden, dauert diese Therapie in der Regel etwas länger. Jedoch gibt es auch hier eine Vielzahl an unterschiedlichen Materialien, die die Zahnbewegung beeinflussen und somit die Behandlungszeit verkürzen können.

Moderne Brackets sind sehr klein und haben reiben nur ganz wenig am Metallbogen, der auf den Brackets liegt und letztendlich die Zähne begradigt. Eine geringe Reibungskraft bedeutet eine schnellere Zahnbewegung. Sind Brackets und Bogen sehr gut aufeinander abgestimmt, erzielt man schnell sichtbare Ergebnisse.

Verschiedene Bögen werden in der Kieferorthopädie eingesetzt. Zum einen gibt es Bögen, die aus Stahl gefertigt sind. Zum anderen High-Tech-Bögen, die aus einer speziellen Legierung bestehen, sogenannte Nitinolbögen. Nitinolbögen haben ein sehr gutes Vermögen, sich zu verbiegen und sich wieder zurückzustellen, wodurch die Zähne schnell begradigt werden. Im Gegensatz dazu sind Stahlbögen sehr hart, wodurch die Zahnbewegung langsamer abläuft.

Die Kosten für die neueren Materialien, wie kleinere Brackets und High-Tech-Bögen werden von der gesetzlichen Krankenkasse allerdings nicht getragen.

Jede Korrektur muss individuell sein

Mehr Zeit für die Zahnregulierung ist erforderlich, wenn schwerwiegende Zahnfehlstellungen vorliegen, wie zum Beispiel beim Zahnverlust oder bei größeren Engstände, bei denen bleibende Zähne entfernt werden müssen, um Platz zu schaffen. Fehlstellungen zu korrigieren, die nicht nur die Zähne betreffen, sondern auch den Kiefer, dauert in der Regel zwei bis drei Jahre.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (2)

Ana, 22.01.2018 - 13:38 Uhr

Meine Zahnärztin (die keine Kieferorthopädische Ausbildung hat), macht keinen Zahnabdruck vor einer fixen Zahnspange weder mit Knetmasse noch Digitalkamera, ist das Normal? Sie hat mich 3min beraten zur Zahnspange und meinte meine Zahnfehlstellung würde sich nach einem Jahr korrigieren. Sie hat dann gemeint, sie misst schnell aus, ob was gezogen werden muss und falls nicht können wir gleich die Brackets anschließend ankleben. Ich bin 43 und das ganze hat mich etwas stutzig gemacht, obwohl ich ansonsten sehr zufrieden bin mit ihr und ihrer Arbeit. Hab mal gesagt ich werde es mir überlegen. Würde mir sehr gerne eine Spange machen lassen, wenn es so unkompliziert ist und der Vorgang auch normal wäre. Ps. Röntgen wurde vorher schon gemacht. Meine Front Zähne sind verschoben, wobei sie nicht an die Unterlippe ankommen. Bitte um Ihre Meinung LG Ana

Antwort von Dr. med. dent. Dana Klimas, verfasst am 24.01.2018

Guten Tag Ana, jeder Fachzahnarzt für Kieferorthopädie wird vor einer kieferorthopädischen Behandlung ausführliche Diagnostik Unterlagen erstellen. Dazu gehören Abdrücke bzw. Scans der Zähne, ein Röntgenbild aller Zähne sowie ein Röntgenbild seitlich vom Schädel und Fotos. Die Unterlagen werden ausgewertet und daraufhin ein Behandlungskonzept vorgeschlagen. Ohne derartige Unterlagen ist eine präzise und den fachlichen Standards entsprechende Behandlung schwierig. Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben. Mit freundlichen Grüßen Dr. Dana Klimas

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