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Implantate beim Zahnarzt

Dr. Kurrek

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© Dr. med. dent. Andreas Kurrek© Dr. med. dent. Andreas KurrekZahnimplantate finden sich heute in aller Munde - aber was ist das eigentlich und wie „funktionieren“ sie? Die heute verwendeten Zahnimplantate haben in den meisten Fällen eine Schraubenform, seltener die eines Zylinders. In Europa haben sich schrauben- und wurzelförmige Implantattypen aus dem Werkstoff Titan durchgesetzt. Form, Länge und Durchmesser eines Zahnimplantates variieren zT. stark, je nach geplantem Einsatz und der klinischen Indikation des Patienten.

Das biomechanische Verhalten von Zahnimplantaten wird durch deren Form, Größe sowie die Lastverteilung auf die Verbindungsstelle zwischen Implantatoberfläche und dem umgebenden Kieferknochen bestimmt. Ebenso nimmt die Qualität des Knochengewebes einen wesentlichen Einfluss auf Stabilität des Implantatlagers.

Die meistgebrauchten Implantatdurchmesser variieren und liegen zwischen 3mm bis 5mm, Standardlängen liegen zwischen 8mm und 14mm. Die Art des geplanten Zahnersatzes, Knochenangebot bzw. indikationsbedingte Besonderheiten bestimmen die Länge und Durchmesser sowie Anzahl und strategische Position der Implantate. Für eine ausreichende, primär stabile Verankerung im Kieferknochen genügen in der Regel ca. 10 mm bis 14 mm lange Zahnimplantate. Bei günstiger Knochenquantität (Menge) und Knochenqualität ( Härte) können auch kürzere oder durchmesserreduzierte Implantate für eine ausreichende Verankerung herangezogen werden. In der Regel gilt: Je mehr Stabilität ein Implantat erreicht, desto besser ist dessen Verankerung und somit auch Prognose für den Halt von Zahnersatz.

Warum hält ein Implantat im Kieferknochen?
Die direkte Verankerung eines Zahnimplantates im Kieferknochen bezeichnet man als Osseointegration. Hierunter versteht man einen funktionellen und strukturellen Verbund zwischen Knochengewebe und der Implantatoberfläche. Osseointegration ist abhängig von der Struktur des umliegenden, knöchernen Hartgewebes, der Entzündungsfreiheit des Insertionsortes und einer physiologisch kaufunktionellen Belastung des Implantates. Ist einer dieser Punkte nicht erfüllt droht die Verankerung sich zu lösen und es droht Implantatverlust.

Welche Implantattypen unterscheidet man?
Implantattypen unterscheiden sich im Wesentlichen in der Art der postoperativen Einheilung.
-Implantate zur einzeitigen, transgingivalen Heilung - Hierbei handelt es sich zumeist um einteilige Implantate (aus einem Stück), die durch die Schleimhaut/das Zahnfleisch ragen.
-Implantate für die zweizeitige, subgingivale Heilung - Für die subgingivale Implantation werden zweiteilige Implantate (zusammengesetzt aus zwei oder mehreren Teilen) eingesetzt. Diese Implantate heilen unter der Schleimhaut ein. Nach der Einheilung werden die Implantatköpfe in einem zweiten Eingriff freigelegt (Freilegungsoperation). Sie werden darauf mit sogenannten Einheilkappen verlängert, die durch die Schleimhaut ragen. Nach erneuter, kurzer Abheilung werden diese durch sogenannte Implantataufbauten (abutments) ausgetauscht.

Fazit: Durch wissenschaftliche Weiterentwicklungen in der zahnärztlichen Implantologie stehen heute für jede medizinische Indikation die passenden Implantattypen zur Verfügung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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