Kiefergelenkschmerzen (CMD) und der Zusammenhang mit dem gesamten Körper

Eine CMD-Erkrankung entsteht durch Kieferfunktionsstörungen, die schmerzhaft ausstrahlen können. (© diego cervo - fotolia)

Was versteht man unter CMD?

CMD steht für Craniomandibuläre Dysfunktion. Cranium steht für den Schädel und Mandibula für den Unterkiefer. Zusammengefasst handelt es sich um eine Fehlfunktion der Struktur zwischen Schädel und Unterkiefer, also der Kiefergelenke.

Was sind die Ursachen der CMD?

Die Ursache einer CMD-Erkrankung liegt in einer Fehlfunktion der Kiefergelänge, hervorgerufen durch einen falschen Biss. Dieser kann verschiedene Ursachen haben:

  • Fehlerhafte Füllungen
  • Nicht passender Zahnersatz
  • Verschiedene kieferorthopädische Maßnahmen
  • lückenhaftes Gebiss

Grundsätzlich haben Zähne die Möglichkeit zu „wandern“, also ihren Standort im Kiefer selbstständig zu verändern. So können Nachbarzähne in vorhandene Zahnlücken rücken und zum Gegenbiss der gegenüberliegenden Kieferseite nicht mehr passen.

Es können störende Zahnkontakte entstehen, welche auf Dauer die Kiefergelenke beeinflussen. Wenn ein Zahn beispielsweise im Gegenbiss keinen gewöhnlichen Zahnkontakt hat, wandert dieser in Längsrichtung und erscheint im Mund länger als die anderen Zähne.

Weitere mögliche Ursachen sind beispielweise Stress, eine schlechte Sitzhaltung am Arbeitsplatz, ungünstiges Schädelwachstum und hormonelle Störung.

Habe ich CMD?

Wenn Sie Schmerzen im Bereich der Kaumuskulatur, Ohren und Kiefergelenken haben, welche sich durch Kauen oder Unterkieferbewegungen verstärken, dann sollten Sie sich bei einem spezialisierten Zahnarzt auf CMD untersuchen lassen. Ebenso können Zahnschmerzen, Kopf- und Gesichtsschmerzen können Begleitsymptome sein, und durch das Leiden an CMD verursacht werden.

Ob Sie nun unter CMD leiden, kann der Zahnarzt an verschiedenen klinischen Erscheinungsbildern feststellen.

Beispiele sind diese:

  • Fehlende Eckzahnspitze
  • Abgebrochene Schneidezahnkanten
  • keilförmige Defekte im Bereich der Zahnhälse
  • Zungenimpressionen

Wie äußert sich CMD im gesamten Körper?

CMD kann sich im gesamten Körper manifestieren - von Kopf bis Fuß. Zu den Folgen gehören unter anderem Migräne, Tinnitus oder Kopf- und Nackenschmerzen.

Im Allgemeinen können Muskelverspannungen auftreten. Es kann zu einem Beckenschiefstand oder Schmerzen in Bereich der Lendenwirbelsäule und des Hüftgelenkes kommen. Weitere mögliche Folgen sind Kniebeschwerden, Beinlängendifferenz und Fußschmerzen. Die aufgeführten Symptome sind nicht nur Symptome einer CMD, sondern können ebenso eine CMD verursachen.

Individuelle Aufbissschienen können dabei helfen, CMD Beschwerden zu lindern. (© Dental Centrum Düsseldorf)
Wie therapiert man eine CMD?

Wie bei vielen Erkrankungen führen auch bei einer CMD mehrere Wege zu Ziel.

Hier werden beispielhaft drei Vorgehensweisen dargestellt:

  1. Schienentherapie: Es existieren verschiedene Zahnschienen, deren Funktion sich je nach Schweregrad der CMD unterscheiden. In der Regel werden diese nachts getragen - nur in speziellen Fällen wird das Tragen auch tagsüber angeraten. Die Zahnschiene sollte regelmäßig vom Zahnarzt auf die Bisssituation kontrolliert und gegebenenfalls auch durch kleinere Korrekturen angepasst werden.
  2. Physiotherapeutische Behandlung: Aufgrund Muskelverspannungen im Bereich von Schulter und Kiefer können Behandlungen bei einem Physiotherapeuten mit Schwerpunkt CMD verordnet werden. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wird die Schienentherapie oftmals auch durch die Physiotherapie unterstützt.
  3. Verschiedene Zahnmedizinische Eingriffe: Gegebenenfalls hilft auch ein zahnärztlicher Aufbau der Zähne mittels gewöhnlicher Füllungen oder eine keramische Gestaltung der Kauflächen, wodurch die Anatomie im Mund wiederhergestellt wird. Wenn der Patient bereits Zahnersatz im Mund haben sollte, kann dieser auch erneuert werden, um so den Idealbiss einzustellen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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