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Retainer nach einer kieferorthopädischen Behandlung - sinnvoll oder Luxus?

Dr. Schauseil

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©Dr. SchauseilDer Retainer wird mit etwas Kleber an den Innenflächen der Zähne fixiert. (©Dr. Schauseil)Auch gerade Zähne wollen wieder schief werden

Unabhängig davon, ob vorher eine kieferorthopädische Behandlung stattgefunden hat oder nicht, haben Zähne den Drang, nach einer gewissen Zeit wieder einen Engstand auszubilden. Nach umfangreichen kieferorthopädischen Zahnbewegungen ist diese Rückstelltendenz deutlich stärker - und vom Patienten nicht gewollt, denn er möchte ja „ein Leben lang“ schöne und gerade Zähne haben.


Herausnehmbar oder festsitzend - beides ist sinnvoll 

Der Kieferorthopäde hat mehrere Möglichkeiten, das Behandlungsergebnis zu stabilisieren. Nach Entfernen der festen Zahnspange kann hinter die Frontzähne (meist vom Eckzahn der einen Seite bis zum Eckzahn der anderen Seite) ein sogenannter „festsitzender Retainer“ eingeklebt werden.

Hierfür muss der Zahn nicht beschliffen werden und eine Anästhesie ist nicht notwendig. Vielmehr legt der Arzt einen grazilen Draht auf die Innenflächen der Zähne und fixiert ihn mit etwas Kleber.

Unabhängig davon wird in den meisten Fällen zusätzlich zur Stabilisierung eine herausnehmbare Zahnspange angefertigt. Der Patient soll sie aber nach Entfernung der festen Spange in der Regel nur nachts tragen. Der Grund für eine solche lose Spange ist meist, dass der Kieferorthopäde noch minimale Zahnbewegungen im Seitenzahnbereich durchführen möchte.

 

Was passiert, wenn man die Zahnstellung nicht absichert

Wenn der Patient weder einen festsitzenden Retainer hat, noch seine herausnehmbaren „Nacht-Zahnspangen“ trägt, werden die Zähne mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit wieder schief.

Die Literatur nennt eine Rückfallwahrscheinlichkeit von ca. 90% nach 10 Jahren, was extrem hoch ist. Aus diesem Grund sollte jeder Patient versuchen, das erzielte Ergebnis zu stabilisieren, da der Frust im Falle eines Wieder-Verschiebens der Zähne extrem hoch sein kann und jahrelange Behandlungen umsonst erscheinen lassen könnte.


© SchauseilDurch den herausnehmbaren Retainer können die Zähne optimal begradigt werden. (© Schauseil)Schwierigere Reinigung - aber nicht mehr Karies

Die Reinigung der Frontzähne ist durch den Retainerdraht, der die innenliegenden Zahnflächen verbindet, naturgemäß erschwert.

Zwar kann der Patient theoretisch mit einer speziellen Zahnseide auch zwischen diese Retainer-Klebestellen einfädeln, erfahrungsgemäß werden das die meisten Patienten aber nicht tun, da es mit einem erhöhten Zeitaufwand einhergeht.

Studien haben gezeigt, dass Patienten mit einem festsitzenden Retainer zu mehr Belägen neigen. Da aber der Mundraum gut von Speichel umspült wird, werden die Beläge zu Zahnstein, ohne dass sich die Kariesgefahr erhöht. Herausnehmbare Zahnspangen erschweren nicht die häusliche Mundhygiene, da sie vor dem Zähneputzen einfach herausgenommen werden können.


Bezahlt die Krankenkasse die Retainer?

Private Krankenkassen und Beihilfestellen übernehmen meist sowohl feste als auch herausnehmbare Retentionsgeräte.

Die gesetzliche Krankenkasse bezahlt in der Regel zwar nicht die festsitzenden Retainer, wohl aber die herausnehmbaren Retentionsgeräte. Kassenpatienten können dennoch auch mit festsitzenden Drähten versorgt werden, müssen diese aber privat begleichen.

Die Kosten pro Draht variieren von Arzt zu Arzt und sollten deswegen von interessierten Patienten spätestens kurz vor dem Entfernen der festen Zahnspange erfragt werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (17)


21.11.2018 - 22:45 Uhr

Hallo Hr. Schauseil, bei unserer Tochter soll...

von Michael B.

... 02/2019 die feste Spange entfernt werden. Uns wurde nun ans Herz gelegt, dass im OK und UK ein Retainer angeklebt werden sollte. Laut Kieferorthopäde reicht die lose Spange bei Jugendlichen (14J) nicht aus. Meine Frage: 1) Ist es möglich nur mit losen Spangen den Behandlungserfolg langfristig zu garantieren? 2) Wenn ja, wie oft müsste die Spange getragen werden (jede Nacht für 2 Jahre, dann alle 3-4 Nächte)? 3) Gibt es hierzu Studien oder kann da jeder Kieferorthopäde nur aus eigener Erfahrung berichten? Vielen Dank und Gruß

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 30.11.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Es ist nachvollziehbar, dass Sie diese Fragen stellen - denn die langfristige Sicherung des Behandlungserfolges ist eines der wichtigsten Aspekte einer guten Behandlung. Gerne möchte ich daher auf Ihre Fragen antworten: Festsitzende Retainer haben den immanenten Vorteil, dass sie nicht "vergessen" werden können. Das übliche Stabilisierungsprotokoll in den meisten Praxen sieht vor, dass am Tage der Entfernung der festen Spange festsitzende Retainer (in der Regel in Ober- und Unterkiefer gewünscht) eingesetzt und zusätzlich herausnehmbare Geräte hergestellt werden. Die Tragezeit und -Dauer sollte sich nach der Art und Dauer der aktiven Behandlung orientieren (d. h. hat man einen Rückbiss gehabt, sollte zusätzlich zu den Retainern, welche ja nur die Frontzahnstellung stabilisieren, noch ein herausnehmbares Gerät wie eine Vorschubdoppelplatte, ein Akti- oder Bionator eingesetzt werden, um ein sagittales Rezidiv zu vermeiden). Diese Spange wird meist 1 Jahr lang jede Nacht getragen, ab dem 2. Jahr nur noch jede 2. Nacht und danach wird sie immer mal wieder eingesetzt um die Passung zu überprüfen. Ähnlich ist es auch im "Retentionskatalog" vorgesehen, der in vielen Praxen verwendet wird (https://www.bdk-online.org/cmx/ordner/user/downloads/PM_BDK_Retentionskatalog.pdf). Die Überlegenheit von festsitzenden Retainer zur Stabilisierung der Frontzahnstellung wurde letztens in einem Beitrag der Uni Malmö dargestellt (und im Angle und AJODO zur Publikation akzeptiert), anbei der Link: http://muep.mau.se/handle/2043/25665. Ein interessanter Aspekt dieser Studie ist zudem, dass hinsichtlich der Langzeit-Stabilität eine Entfernung der Retainer nach 2-3 Jahren kontraindiziert ist. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Aussage Ihres Kieferorthopäden nach dem aktuellsten Stand der Wissenschaft nachvollziehbar ist. Auch wenn viele Patienten die Kosten für den festsitzenden Retainer selber aufbringen müssen lohnt sich diese Investition - so führen festsitzende Retainer doch in vielen Fällen laut Studienlage zu einer langfristigen besseren Stabilität des Behandlungserfolges, welche nur durch herkömmliche herausnehmbare Spangen häufig so nicht dargestellt werden kann. Der parallele Einsatz von herausnehmbaren Stabilisierungs-Spangen in der Nacht (für eine begrenzte Zeit) ist dennoch sinnvoll, da diese losen Spangen andere Aufgaben übernehmen können (z.B. Verhinderung eines sagittalen Rezidivs oder Drosselung eines verstärkten Unterkiefer-Wachstums). Eine individuelle Beratung durch den behandelnden Kieferorthopäden ist in jedem Fall sehr sinnvoll. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Kieferorthopäden auf Ihre Fragen an, er wird Ihnen sicherlich erklären können, weshalb er für Ihre Tochter die Retainer empfiehlt.

02.10.2018 - 23:48 Uhr

Hallo! ich habe rund 3,5 Jahre eine feste...

von Therese

... Zahnspange getragen. Wärend der Behandlung bin ich einige schwierige und fordernde Behandlungsschritte durchlaufen. Jetzt nachdem die Zahnspange entfernt worden ist, möchte meine Ärztin keinen festen Retainer kleben und hat mir die herausnehmbare Schiene, die ich immer über Nacht einsetzen muss, angefertigt. Die Argumente dafür lauteten: Es ist effizienter, die Backenzähne können sich nicht verschieben und es kann sich kein Karies bilden. Nach erneuter Schlusskontrolle möchte meine Kieferorthopädin, dass ich die Schiene auch Tagsüber trage. Trotz reichlichen Einwänden und obwohl ich ausdrücklich nach einem festem Retainer gebeten habe sträubt sich meine Ärztin und besteht auf die Schiene. Was soll ich machen?

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 04.10.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Das ist eine ungewöhnliche Situation, welche aus der Ferne nur schwerlich nachvollziehbar ist. In Fällen, in denen Patienten (z.B. weil sie nur eine Teilbehandlung hatten) einen Tiefbiss haben, kann es sinnvoll sein, im Oberkiefer auf einen Retainer zu verzichten. Der Grund, wieso im Unterkiefer kein Retainer möglich sein soll, erschließt sich mir - zumindest aus der Ferne nicht. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Zahnarzt (nicht Ihren Kieferorthopäden an), ob aus seiner/ihrer Erfahrung etwas in Ihrem individuellen Fall gegen einen Retainer spricht. Ansonsten spricht nichts gegen eine Zweitmeinung bei einem Kollegen/Kollegin vor Ort.

30.09.2018 - 22:59 Uhr

Hallo, mir wurde vor 2,5 Jahren nach der...

von Arslan A.

... Behandlung der festen Zahnspange eine feste Retrainer im unteren Zahn Bereich eingesetzt. Jedoch wurde mir aber nicht in der Zeit auch im oberen Zahn Bereich einer eingesetzt, jetzt wird mir aber vom Kieferorthopäden gesagt, dass auch für die obere Zahnreihe ein Retrainer nötig ist, da die Zähne auch nicht ganz fest sind und ein ganz kleines bisschen wackeln. Mittlerweile bin ich schon 19 und würde gerne wissen ob es dann auch kosten wird.

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 04.10.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Grundsätzlich kann man sich jederzeit noch einen festsitzenden Retainer einsetzen lassen. In Ihrem speziellen Fall stellt sich aber viel eher die Frage, wieso die oberen Zähne wackeln. Sprechen Sie Ihren Kieferorthopäden darauf an, ist es während der Behandlung vielleicht zu ungewünschten Nebeneffekten (Wurzelresorptionen) gekommen. Was wurde mit Ihnen hierüber besprochen. Welche Röntgenunterlagen existieren? Bezüglich des festsitzenden Retainers im Oberkiefer: die gesetzlichen Krankenkassen erstatten in der Regel keine Retainer. Mein Vorschlag: Sprechen Sie Ihren Behandler auf die Zahnlockerungen an und lassen Sie sich ein Kostenangebot für einen Oberkiefer-Retainer erstelllen.

25.09.2018 - 10:16 Uhr

Hallo, ich habe vor einigen Jahren meine feste...

von Lilly

... Spange rausgekriegt und einen losen Retainer bekommen. Da dieser aber so viel Plastik im Mundhöhlenteil hatte, konnte ich nachts kaum damit schlafen und hab ihn nicht getragen. Lohnt es sich jetzt noch einen neuen anfertigen zu lassen und würde dieser ebenfalls so groß sein? Außerdem müsste ich zu einem komplett anderen Kieferorthopäden wegen eines Umzugs. Vielen Dank im Voraus.

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 26.09.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Grundsätzlich sollten Sie sich die Frage stellen, ob sie dann nicht lieber auf einen festsitzenden Retainer wechseln möchten. Die sind aus Weissgold hergestellt und sehr grazil im Mund. Bei den herausnehmbaren Retainern (losen Spangen) gibt es viele verschiedene Modelle, wir benutzen meist durchsichtige dünne Schienen die recht angenehm sind. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch einen Kieferorthopäden in Ihrem neuen Wohnort auf Ihre Wünsche an, er kann Ihnen sicherlich ein passendes Angebot (sowohl für einen festen Retainer als auch für eine durchsichtige Stabilisierungsschiene) machen.

11.09.2018 - 10:56 Uhr

Hallo, meine Tochter hat nun nach ca. 2,5...

von David

... Jahren fester Zahnspange vergangene Woche sowohl feste Retainer bekommen und zusätzlich eine neue Spange, welche sie nachts tragen soll. Die Kindsmutter und ich sind getrennt und ich begleiche derartige Kosten, sofern diese nicht von der Krankenkasse beglichen werden. Nun habe ich heute eine Rechnung von der Kindsmutter erhalten, auf der 4 Positionen aufgeführt sind: 1. Abormung oder Teilabformung eines Kiefers 2. Eingliederung eines Teilbogens 3. Eingliederung eines Klebrackets 4. Professionelle Zahnreinigung Die Kosten belaufen sich auf 550 Euro. Laut der Kindsmutter übernimmt die Krankenkasse (AOK) keinerlei Kosten für diese Behandlung. Auch entdecke ich bei der Aufstellung nirgends den Begriff Retainer. Ich bin gerne bereit sinnvolle und notwendige Behandlungen für mein Kind (13) zu begleichen, hege hier jedoch Zweifel, ob es sich tatsächlich um die richtige Rechnung zu den Retainern handelt und ob es tatsächlich korrekt ist, dass die Krankenkasse Zahnspangen erstattet aber bei Retainern grundsätzlich alle Kosten privat getragen werden müssen? Können Sie mir hierzu eventuell weiterhelfen? Vielen herzlichen Dank D.

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 20.09.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für Ihre Anfrage. In der Tat ist es so, dass die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel keine Retainer erstatten. Meist wünschen aber auch gesetzlich versicherte Patienten für ihre Kinder eine dauerhafte Sicherung des Behandlungsergebnisses und müssen dann die Retainer eben privat begleichen. Bezüglich Ihrer Frage, ob die genannten Positionen so korrekt sind, habe ich für Sie Rücksprache mit unseren Abrechnungs-Mitarbeiterinnen gehalten, da ich selber nur für die medizinischen Fragen zuständig bin: ca. 275 € pro Retainer scheinen ein realistischer Betrag zu sein und die genannten Positionen sind bei einer indirekten Retainerherstellung im Labor so vorgesehen. In jedem Fall ist vor Eingliederung der Retainer jedoch die (schriftliche) Zustimmung des Kassenpatienten bzw. eines erziehungsberechtigten Elternteils einzuholen. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Kieferorthopäden auf Ihre Fragen in der Rechnungsstellung an, er wird Ihnen sicherlich die Rechnung erklären können.

10.09.2018 - 19:22 Uhr

Guten Tag, müssen Retainer ein Leben lang...

von Piotr

... getragen werden? Vielen Dank im Vorhinein!

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 12.09.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für Ihre Frage. Wir unterscheiden hier zwischen festsitzenden und herausnehmbaren Retainern. Grundsätzlich gilt es, dass die festsitzenden Retainer kein bestimmtes Datum haben, wann sie rausgenommen werden müssen, da sie in der Regel aus einem biokompatiblem Material wie Weissgold hergestellt wurden und aufgeklebt sind. Jeder Kieferorthopäde sollte gemeinsam mit seinem Patienten individuell entscheiden, wie lange der festsitzende Retainer drin bleiben sollte. In unserer Praxis empfehlen wir den meisten Patienten, den Retainer möglichst lange zu behalten, da er extrem glatt ist und dazu noch dauerhaft vor einem Wieder-Verschieben schützt. Sollte man als Patient dennoch den festsitzenden Retainer entfernt haben wollen, gilt die Regel: je länger die "gerade Zahnstellung" bereits stabilisiert wurde, umso geringer ist die Rezidivgefahr. "Herausnehmbare Retainer" (Zahnspangen oder Retentionsschienen) sollten wenigstens 1 Jahr nach Entfernung der festen Spange bzw. Beendigung der aktiven Invisalign-Phase jede Nacht getragen werden. Danach sollte das herausnehmbare Gerät "ausgeschlichen" werden, d.h. immer weniger getragen werden, bis sie nur noch als "perfekte Form" dienen und vor dem zu Bett gehen eingesetzt werden um zu prüfen, ob sich die Zähne bewegt haben.

22.08.2018 - 17:24 Uhr

Hallo Herr Dr. Schauseil, meinem Sohn, 15 Jahre,...

von Sandy

... wurde empfohlen, nun nach Beendigung der Kieferorthopädischen Behandlung nach 3,5 Jahren, einen Lingualtrainer einsetzten zu lassen. Da er American-Football spielt und einen Mundschutz tragen muss (Art wie ein Abdruck, der die Zähne umschließt, nicht nur wie eine Art Beißschiene - es gibt da Unterschiede), weigert er sich, weil er diesen Mundschutz dann sicher nicht tragen kann. Oder doch ?

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 23.08.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Der Gedankengang Ihres Sohnes liegt nahe und ist durchaus berechtigt. Man als Behandler aber auch über einen Retainerdraht einen Mundschutz herstellen. Es gibt daher 2 Möglichkeiten für Sie: wenn Ihr Sohn schon einen Mundschutz hat, soll er diesen zu dem Einsetztermin der Retainer mitbringen, sodass der Behandler den Mundschutz mit speziellen Polierern im Bereich des Retainer freischleifen kann. Sollte der Mundschutz noch nicht vorhanden sein bzw. bald eh ersetzt werden, kann der dann zur Herstellung des Mundschutzes notwendige Abdruck (oder Zahnscan) einfach nach Einsetzen der Retainer gemacht werden.

23.07.2018 - 17:32 Uhr

Ich hatte mit 14 Jahren eine feste Zahnspange für...

von Dany D.

... ca. 1 Jahr. Seitdem habe ich einen festen Retrainer. Dieser geht nun immer wieder kaputt. Mittlerweile bin ich 25 und Frage mich ob ich den Retrainer entfernen lassen sollte. Im Internet habe ich aber viele Kommentare gelesen, dass sich die Zähne danach wieder verschieben würden. Andererseits ist der Kiefer doch mit 30 fertig ausgewachsen? Ich weiß nicht, was ich am besten tun soll, aber die ständigen Reparaturkosten werden mir langsam zu teuer. Sollte eine lockere Zahnspange in Frage kommen, wie lange wird sie mir ungefähr passen oder halten?

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 05.08.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Wahrscheinlichkeit einer Verschlechterung der Zahnstellung ist umso wahrscheinlicher, je mehr "Schiefstände" zu Behandlungsbeginn vorlagen. Umgekehrt sinkt diese Wahrscheinlichkeit, je länger die aktive Behandlung bereits beendet ist. In Ihrem Fall scheint dies ja bereits eine sehr lange Zeit zu sein, sodass eine Entfernung des Retainers nachvollziehbarer Weise in Betracht kommt. Hier macht es - wie von Ihnen selber vorgeschlagen - Sinn, noch je Kiefer eine herausnehmbare Zahnspange (sogenannte durchsichtige "Retentions-Schiene") herzustellen. Diese würden Sie nicht jede Nacht tragen müssen, sondern nur gelegentlich anprobieren. Sollte dann noch ein Druck feststellbar sein, macht ein gelegentliches nächtliches Tragen Sinn. Auf diese Weise können Sie sicher sein, keine Verschiebung der Zähne zu riskieren. Diese Schienen halten meist einige Jahre, das kommt immer auf die Trageweise an. In Ihrem Fall würde ein nur gelegentliches Tragen auch nur zu einer geringen Abnutzung führen. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Zahnarzt oder Kieferorthopäden darauf an, er kann Ihnen sicherlich ein Angebot für eine solche Retentionsschiene machen.

16.07.2018 - 00:01 Uhr

Hallo, ich hatte damals eine Feste Zahnspange und...

von Kathrin

... wunderschöne gerade Zähne. Leider habe ich nie einen Retainer bekommen. Und jetzt sind meine unteren Zähne wieder etwas schief. Gibt es eine kostengünstige Methode das wieder zu begradigen? Liebe Grüsse

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 18.07.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Ohne einen Patienten gesehen zu haben ist es seriöserweise nicht möglich, ein konkretes Angebot abzugeben. Vielleicht fragen Sie Ihren alten Kieferorthopäden, der damals keinen Retainer eingesetzt hat (oder einsetzen sollte) nach einem Rabatt? Ansonsten bleibt Ihnen nur ein regulärer Behandlungsweg einer Zweitbehandlung.

15.07.2018 - 10:46 Uhr

Gibt es Unterschiede bei Lingualretainern? Es soll...

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... wohl handgefertigte und computergefertigte geben. Eine Freundin hat mir erzählt, dass ihr neuer Retainer sich viel besser anfühlt als ihr alter...

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 18.07.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für Ihre Anfrage, Herr Pascal S. In der Tat gibt es beide Varianten, beide haben ihre jeweiligen situationsbedingten Vorteile. In unserer Praxis benutzen wir z.B. beide Varianten, je nach Patientenwünschen wird individuell entschieden, welches Modell das für den Patienten beste ist. Meine Empfehlung: fragen Sie Ihren Behandler danach, welches Modell er Ihnen empfiehlt und lassen Sie sich über mögliche Alternativen beraten.

07.07.2018 - 22:07 Uhr

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Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 18.07.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Ohne Ihre Tochter gesehen zu haben ist es schwerlich möglich die Qualität der Retainer zu bewerten. Grundsätzlich sollte aber eine Reinigung der Zahnzwischenräume möglich sein. Könnte es sein, dass sich vielleicht eine Klebestelle gelöst hat und dadurch Kleber in den Zahnzwischenraum "gerutscht" ist? Meine Empfehlung: Sprechen Sie bitte Ihren Kieferorthopäden darauf an. Er wird sicherlich gerne den Retainer, sollte er nicht perfekt verklebt sein, korrigieren, sodass Sie damit zufrieden sind.

06.07.2018 - 15:44 Uhr

Danke für den Artikel. Ich hatte in der Schule...

von Sebastian

... eine Zahnspange und danach einen festen Retainer. Dieser hat sich heute gelöst und die Kleberreste wurden beim Zahnarzt entfernt (bin jetzt 25). Ist dann jetzt die Gefahr groß, dass die Zähne wieder schief werden?

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 18.07.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Das kommt vorallem darauf an, wie stark die Zahnbegradigung vor Einsetzen des Retainers gewesen ist und wie lange schon stabilisiert wurde. Haben Sie noch herausnehmbare Retentionsgeräte vom Behandlungsabschluss? Dann setzen Sie diese nochmals ein und schauen, ob großer Druck entsteht, was für Bewegung während der Stabilisierungsphase spricht. Auf der sicheren Seite wären Sie mit einem neuen Retainer. Wollen Sie dies nicht, könnte man Ihnen wenigstens durchsichtige Retentionsschienen herstellen, die sie "ab und zu" mal einsetzen, um zu beobachten, ob noch Rezidivbewegung auf den Zähnen ist. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Zahnarzt oder Kieferorthopäden darauf an, er kann Ihnen sicherlich ein Angebot dafür machen.

24.06.2018 - 15:42 Uhr

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... feste Zahnspange abgenommen bekommen. Jetzt soll er das nächste halbe Jahr bzw. bis zu einem Jahr eine lose Zahnspange für Ober- und Unterkiefer tragen und das Ergebnis zu stabilisieren. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, das er nur einen "unsichtbaren" Retainer

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 25.06.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für die Frage. Das hört sich so in Ordnung an. Auch wir verwenden häufig, wenn es sinnvoll ist, noch für nachts herausnehmbare lose Zahnspangen zur Stabilisierung und Perfektionierung der Zahnstellung im Seitenzahnbereich. Sie können sich dies vereinfacht so vorstellen: der festsitzende Retainer stabilisiert ja nur den Frontzahnbereich von Eckzahn zu Eckzahn. Gerade nach Entfernung der festen Spange und umfangreichen Zahnbewegungen ist es sinnvoll auch die Seitenzähne in der neuen Position zu sichern. Später (meist für ca. ein halbes bis zu einem Jahr) belässt man dann nur noch die festsitzenden Retainer in Ober- und Unterkiefer, da sich die Zähne im Seitenzahnbereich über die Verzahnung stabilisieren.

01.02.2018 - 08:04 Uhr

Mein 15 jähriger Sohn hat tolle gerade Zähne....

von Janina N.

... Selbst die Lücke zwischen den Schneidezähnen hat sich von selbst geschlossen, obwohl der KFO es bereits vor 18 Monaten mit einer Spange regulieren wollte, wenn wir es wollen, natürlich komplett selbst bezahlt. Die Lücke störte aber meinen Sohn nicht und so ließen wir es. Die unteren Schneidezähne stehen laut KFO sehr eng, sind aber nahezu gerade. Nun möchte der KFO, dass mein Sohn einen Draht geklebt kriegt, damit sich seine unteren Zähne nicht verschieben, weil es vielleicht danach aussieht, als täten sie es in der Zukunft, da er ja noch im Wachstum ist. Mit den Worten, warum soll jemand, der keine KFO Behandlung hatte, nicht die gleichen Privilegien nutzen wie einer mit, möchte sie uns nun diesen Draht "verkaufen". Wenn die Grschwister nicht in Behandlung wären, wären wir gar nicht da gewesen und alles wäre so geblieben. Halten Sie es für sinnvoll, einen Draht zu kleben?? Ist das üblich bei jemandem ohne KFO Behandlung vorher?? Oder vielleicht nur Geldmacherei??

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 01.02.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Grundsätzlich ist eine Diagnose aus der Ferne, ohne einen Patienten jemals gesehen zu haben, nur schwerlich möglich. Gleichwohl kann ich Ihre Bedenken verstehen, da Sie ja noch viele offene Fragen haben. Retainer sollen die Zähne (vor allem in der Front) vor der Ausbildung eines Engstandes schützen. Der Drang zu der Ausbildung eines solchen Engstandes ist multifaktoriell, d. h. vor allem dann groß, wenn eine aktive Zahnbegradigung im Vorhinein stattgefunden hat. Dennoch kann auch eine Situation entstehen, in der ein Patient keine aktive Behandlung braucht / wünscht, gleichwohl sich aber vor einer Verschlechterung der Zahnstellung schützen möchte. Die Indikation einer solchen Langzeitretention sollten vom Behandler gemeinsam mit dem Patienten / der Patienten im Vorhinein besprochen werden. Sie schreiben, dass Ihr Kieferorthopäde bei Ihrem Sohn einen ausgeprägten Engstand in der Front sieht, diese Zähne aber Ihrer Einschätzung nach „nahezu gerade“ seien. Es erscheint sinnvoll, dass Sie den behandelnden Kieferorthopäden auf diese unterschiedliche Einschätzung ansprechen, sicherlich kann er Ihnen seine differentielle Bewertung anhand von Fotos (idealerweise Verlaufsfotos über einen längeren Zeitraum) noch detaillierter veranschaulichen. Sollte es z. B. innerhalb der letzten Monate / Jahre zu einer Progedienz des Engstandes gekommen sein, wäre sicherlich der geplante Retainer eine sinnvolle Option. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass in manchen Fällen ein Retainer auch eingesetzt werden kann, ohne dass eine aktive kieferorthopädische Behandlung stattgefunden hat. Sprechen Sie Ihren Kieferorthopäden hinsichtlich Ihrer Bedenken an, so kann er ihnen genau erklären, wieso ein Retainer bei Ihrem Sohn medizinisch indiziert ist. Sollten Sie eine differentielle Meinung wünschen, könnten Sie ansonsten auch Ihren Hauszahnarzt fragen, da dieser Ihren Sohn vermutlich schon viele Jahre betreut und vermutlich ebenfalls über die individuelle Prognose Auskunft geben kann.

23.01.2018 - 16:55 Uhr

Wie lange muss der Retainer zur Absicherung der...

von Christina R.

... Zahnstellung nach einer Zahnspange getragen werden?

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 28.01.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für die Frage. Grundsätzlich gilt es, dass die Retainer kein "Ablaufdatum" haben, wann sie rausgenommen werden müssen, da sie in der Regel aus einem biokompatiblem Material wie Weissgold gefertigt wurden. Jeder Kieferorthopäde sollte gemeinsam mit dem Patienten individuell entscheiden, ob die Entfernung des Retainers sinnvoll ist. Da dieser nur auf die Zähne aufgeklebt wurde, ist das Entfernen recht einfach und schnell gemacht. In unserer Praxis empfehlen wir jedoch den meisten Patienten, den Retainer möglichst lange zu behalten, da er "wie ein Airbag im Auto" vom Patienten nicht bemerkt wird, da er so glatt ist, und dafür dauerhaft vor einem Rezidiv schützt. Grundsätzlich ist auch die Rücksprache mit dem behandelnden Hauszahnarzt sinnvoll, so ist z.B. die uneingeschränkte Reinigungsmöglichkeit der Zahnzwischenräume unabdingbar. Die jährliche Kontrolle des Retainers erfolgt entweder beim Kieferorthopäden oder beim Zahnarzt. Sollte der Patient merken, dass sich eine Klebestelle gelöst hat, dann ist eine rasche Wiederbefestigung empfehlenswert um ein Rezidiv zu vermeiden. Sollte der Patient dennoch den Retainer entfernt haben wollen, gilt die Regel: je länger die "gerade Zahnstellung" bereits stabilisiert wurde, umso geringer ist die Rezidivgefahr.

14.01.2018 - 22:06 Uhr

Warum haben Sie den herausnehmbaren Retainer nicht...

von Wilfried A.

... abgebildet? Das wäre sehr Informativ!

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 17.01.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Vielen Dank für die Anregung. Wir haben das Bild von einem herausnehmbaren Retainer (Haltezahnspange) hinzugefügt.

24.08.2017 - 23:48 Uhr

Ich selber habe einen festsitzenden Retainer und...

von Natalie

... habe immer eine Zahnseide die an einer Stelle verdickt ist, sodass ich trotz dem Retainer meine Zähne reinigen kann

Dr. Schauseil

Antwort vom Autor am 17.01.2018
Dr. med. dent. Michael Schauseil

Danke für den Hinweis. In der Tat ist eine optimale Platzierung durch den Kieferorthopäden sehr wichtig, sodass man noch mit der sogenannten "Superfloss" Retainerzahnseide saubermachen kann.


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