Retainer nach einer kieferorthopädischen Behandlung - sinnvoll oder Luxus?

Der Retainer wird mit etwas Kleber an den Innenflächen der Zähne fixiert. (©Dr. Schauseil)

Auch gerade Zähne wollen wieder schief werden

Unabhängig davon, ob vorher eine kieferorthopädische Behandlung stattgefunden hat oder nicht, haben Zähne den Drang, nach einer gewissen Zeit wieder einen Engstand auszubilden. Nach umfangreichen kieferorthopädischen Zahnbewegungen ist diese Rückstelltendenz deutlich stärker - und vom Patienten nicht gewollt, denn er möchte ja „ein Leben lang“ schöne und gerade Zähne haben.


Herausnehmbar oder festsitzend - beides ist sinnvoll 

Der Kieferorthopäde hat mehrere Möglichkeiten, das Behandlungsergebnis zu stabilisieren. Nach Entfernen der festen Zahnspange kann hinter die Frontzähne (meist vom Eckzahn der einen Seite bis zum Eckzahn der anderen Seite) ein sogenannter „festsitzender Retainer“ eingeklebt werden.

Hierfür muss der Zahn nicht beschliffen werden und eine Anästhesie ist nicht notwendig. Vielmehr legt der Arzt einen grazilen Draht auf die Innenflächen der Zähne und fixiert ihn mit etwas Kleber.

Unabhängig davon wird in den meisten Fällen zusätzlich zur Stabilisierung eine herausnehmbare Zahnspange angefertigt. Der Patient soll sie aber nach Entfernung der festen Spange in der Regel nur nachts tragen. Der Grund für eine solche lose Spange ist meist, dass der Kieferorthopäde noch minimale Zahnbewegungen im Seitenzahnbereich durchführen möchte.

 

Was passiert, wenn man die Zahnstellung nicht absichert

Wenn der Patient weder einen festsitzenden Retainer hat, noch seine herausnehmbaren „Nacht-Zahnspangen“ trägt, werden die Zähne mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit wieder schief.

Die Literatur nennt eine Rückfallwahrscheinlichkeit von ca. 90% nach 10 Jahren, was extrem hoch ist. Aus diesem Grund sollte jeder Patient versuchen, das erzielte Ergebnis zu stabilisieren, da der Frust im Falle eines Wieder-Verschiebens der Zähne extrem hoch sein kann und jahrelange Behandlungen umsonst erscheinen lassen könnte.


Durch den herausnehmbaren Retainer können die Zähne optimal begradigt werden. (© Schauseil)
Schwierigere Reinigung - aber nicht mehr Karies

Die Reinigung der Frontzähne ist durch den Retainerdraht, der die innenliegenden Zahnflächen verbindet, naturgemäß erschwert.

Zwar kann der Patient theoretisch mit einer speziellen Zahnseide auch zwischen diese Retainer-Klebestellen einfädeln, erfahrungsgemäß werden das die meisten Patienten aber nicht tun, da es mit einem erhöhten Zeitaufwand einhergeht.

Studien haben gezeigt, dass Patienten mit einem festsitzenden Retainer zu mehr Belägen neigen. Da aber der Mundraum gut von Speichel umspült wird, werden die Beläge zu Zahnstein, ohne dass sich die Kariesgefahr erhöht. Herausnehmbare Zahnspangen erschweren nicht die häusliche Mundhygiene, da sie vor dem Zähneputzen einfach herausgenommen werden können.


Bezahlt die Krankenkasse die Retainer?

Private Krankenkassen und Beihilfestellen übernehmen meist sowohl feste als auch herausnehmbare Retentionsgeräte.

Die gesetzliche Krankenkasse bezahlt in der Regel zwar nicht die festsitzenden Retainer, wohl aber die herausnehmbaren Retentionsgeräte. Kassenpatienten können dennoch auch mit festsitzenden Drähten versorgt werden, müssen diese aber privat begleichen.

Die Kosten pro Draht variieren von Arzt zu Arzt und sollten deswegen von interessierten Patienten spätestens kurz vor dem Entfernen der festen Zahnspange erfragt werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (65)

Oriana G, 16.03.2021 - 01:53 Uhr

Dürfte man mit einem festen retainer ein MRT machen ?

Jule S., 12.03.2021 - 13:15 Uhr

Hallo Herr Dr. Schauseil, Ich habe mit 16 eine feste Zahnspange bekommen, welche ich für 2 1/2 Jahre tragen musste. Seit einem halben Jahr habe ich nun eine Retentionsplatte für den UK und OK zum Tragen in der Nacht, sowie einen festen Retainer im UK eingesetzt bekommen. Leider haben sich innerhalb des letzten halben Jahres meine vorderen Schneidezähne wieder etwas verschoben, was schätzungsweise auf das Fehlen des Retainers zurückzuführen ist. Ich habe meinen Kieferorthopäden bereits darauf angesprochen, weshalb er nun Schrauben an der Retentionsplatte angebracht hat, um meine Zähne wieder in die richtige Position zu rücken. Als ich ihn drauf angesprochen habe, wieso im OK kein Retainer angebracht wurde, meinte er, dass man das nur noch in seltenen Fällen macht, da dieser die Zähne im OK beschädigt und man dadurch mehr Probleme im Nachhinein hat. Falls die Begradigung meiner Zähne allein durch die Retentionsplatte nicht funktioniert, hat er vorgeschlagen, nochmals eine feste Zahnspange an den oberen Zähnen zu befestigen, worauf ich jedoch verzichten möchte. Meine Fragen: wird aus Ihrer Sicht ebenfalls der Retainer nur selten im OK angebracht, da dieser die Zähne beschädigt? Und können allein durch die Schrauben in der Retentionsplatte meine oberen Schneidezähne wieder begradigt werden? Mit freundlichen Grüßen

Stina F., 23.02.2021 - 13:01 Uhr

Ich habe meine untere Zahnspangen reingekommen und sie müssten eine Erhöhung auf die Backenzähne machen das ich nicht auf der Zahnspange drafkaue diese Erhöhung ist aber Grade so das ich nicht wirklich kauen kann ist das normal?

Roxana R., 27.01.2021 - 17:34 Uhr

Guten Tag Herr Schauseil, Ich habe seit Jahren an den unteren Schneidezähnen einen retainer drin. Letztens beim Zähneputzen habe ich gemerkt, dass an den Zahnzwischenräumen da wo der retainer geklebt wurde eine gräuliche Farbe entsteht. Ich putze den Bereich auch nur mit meiner elektrischen Zahnbürste, meine Zahnzwischenräume sind so eng dass dort eine Zahnseide nicht durchpasst. Ich habe Angst es könnte Karies sein. Gibt es denn spezielle Bürsten für die Zahnzwischenräume (wo der retainer hinterklebt) die ich benutzen kann damit dort kein Karies entsteht? Alle die ich bis jetzt im Internet fand waren für mich zu groß. Ich würde mich über eine baldige Antwort freuen.

Magda, 13.01.2021 - 17:04 Uhr

Hallo, Ich frage mich, wie lange meine Tochter die lose Spange tragen muss. Ist es bis zum Erwachsenenalter ein Muss, sie nachts zu Tragen? Oder nur ca. 1 Jahr? MfG

Koch, 06.12.2020 - 18:50 Uhr

Hallo, unser Sohn hatte ca. 16 Monate eine feste Zahnspange. Im Vorfeld wurde besprochen, dass die Zahnstellung anschließend mit einem festen retrainer im UK stabilisiert werden sollte. Die Spange ist mittlerweile draußen. Doch neben dem festen Retrainer im UK hat er jetzt auch lose Schienen für OK und UK und soll zusätzlich noch eine lose Spange bekommen. Das erscheint mir alles etwas too much? Er soll dann jede 2. Nacht mal die Schienen mal die lose Spange tragen. Ist das wirklich sinnvoll und notwendig? MfG

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 13.12.2020

Vielen Dank für Ihre Anfrage, es ist sinnvoll und üblich, neben den festsitzenden Retainern (idealerweise übrigens im Ober- und im Unterkiefer) noch herausnehmbare Geräte für nachts einzusetzen. Der Grund ist, dass die herausnehmbaren Geräte einem anderen Zweck dienen als die Retainer (Retainer = Stabilisierung der Fronten), Schienen Stabilisierung der Seiten. Häufig macht man noch eine klassische Plastikspange im Tausch gegen die Schienen zur Stabilisierung des Bisses (wenn Patienten z.B. viele Gummizüge während der festen Spange tragen mussten.) Zusammengefasst scheinen Sie einen guten Behandler / eine gute Behandlerin zu haben. Viele Grüße!

O Gassner, 15.11.2020 - 23:59 Uhr

Hallo ich wollte fragen wie es aussieht, wenn ich meine Weisheitszähne ziehen lasse. Ich habe knapp 3 Jahre eine feste Spange getragen, und habe danach einen festen Retainer bekommen. Müsste ich nach diesem Eingriff wieder eine Spange tragen, oder würde der feste Retainer ausreichen, damit meine Zähne gerade bleiben? Ich hoffe, dass sie mir da weiterhelfen können. Mfg.

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 13.12.2020

Vielen Dank für Ihre Anfrage, in der Regel haben die Weisheitszähne keine Auswirkung auf die Form der weiteren Stabilisierung (d.h. es bleibt bei den Retainern, es ändert sich nichts.). Viele Grüße!

W. Jackson, 28.05.2020 - 13:05 Uhr

Hallo Dr. Schauseil, ich habe heute die Vorbehandlung und Beratung für eine feste Zahnspange gehabt und danach auch von der Nachbehandlung mit einem Retainer erfahren. Nach abgeschlossener Behandlung soll dauerhaft ein Band aus Weißgold hinter die unteren Schneidezähne geklebt werden. Nun mache ich mir ein wenig Gedanken darüber für den Rest meines Lebens Metall im Mund zu haben und wollte fragen, ob es Alternativen für feste Retainer gibt. Gruß W. Jackson

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 13.12.2020

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die Studienlage zeigt, dass Retainer (insbesondere aus Weissgold) unbedenklich sind. Eine echte Alternative zu den festsitzenden Retainer gibt es nicht in gleichwertiger Qualität. Sollten Sie eine Stabilisierung wünschen und per se auf Retainer verzichten wollen, können Sie herausnehmbare Geräte (Schienen etc.) ausschleichen. Das ist aber nicht genau so sicher wie festsitzende Retainer. Ich würde an Ihrer Stelle erstmal Retainer einsetzen lassen, man kann sich die ja ohne Probleme jederzeit ansonsten entfernen lassen, es ist ja komplett nicht-invasiv. Viele Grüße

Shaham, 17.04.2020 - 03:41 Uhr

Hallo ich habe meine Zahnspange letztes Jahr im September rausbekommen und haben einen eingeklebten Draht oben und unten trotzdem haben sich meine Zähne wieder leicht verschoben aber ich habe auch keinen Retainer oder lockere Zahnspange für Nachts, was kann ich tun ?

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 04.05.2020

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die nachvollziehbar ist, da eine erneute Schiefstellung der Zähne sehr ärgerlich ist. Was man für Sie machen kann, hängt von dem Ausmaß der Verschiebung ab. Meist reicht schon eine einfache durchsichtige Schiene, erstellt am perfekten Zwischenmodell. In unserer Praxis kombinieren wir in der Regel nach Entfernung der festen Zahnspange die festsitzenden Retainer mit einem herausnehmbaren Gerät, welches noch für ca. 1 Jahr nachts getragen wird, sodass sich die Zähne auch im Seitenzahnbereich, wo der Retainer nicht ist, nicht verschieben können. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Kieferorthopäden auf Ihre Frage an, ob er Ihnen nicht die störenden Zähne wieder begradigen kann, da er sicherlich größtes Interesse an Ihrer dauerhaften Zufriedenheit hat.

Helena, 04.04.2020 - 10:49 Uhr

Hallo guten Tag, und zwar geht es darum, dass ich vor ca 5 Jahren meine feste Zahnspange entfernt bekam. Dort wurde mir unten ein Draht eingesetzt, damit sich die Zähne nicht weiter verschieben, unten ist alles Super! Doch oben hatte ich eine kleine Ecke die weggebrochen war, ich musste zuerst zum Zahnarzt und diese auffüllen lassen, um oben ebenfalls den Draht einsetzten zu bekommen. Als ich wieder zurück zum Kieferorthopäden ging (am gleichen Tag) wurde mir gesagt, dass ich den Draht ja nicht bräuchte... jetzt nach ca 4-5 Jahren haben sich meine Schneidezähne nach vorne verschoben, was mit dem Draht wohl nicht passiert wäre... ich kann auch keine lockere Spange tragen, wegen extremen Würgereiz, das wusste mein Kieferorthopäde auch! Was kann ich jetzt machen? Ich möchte wieder gerade Zähne haben, wer übernimmt jetzt die Kosten? Da die Behandlung nicht vollständig abgeschlossen war, meiner Meinung nach... Im voraus vielen Dank für die Antwort und Ihre Mühe.

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 04.05.2020

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Das ist aus der Ferne schwierig zu beantworten. Ggf. macht eine unsichtbare Innenspange oder eine Alignerbehandlung Sinn. Gesetzliche Krankenkassen werden eine erneute Behandlung höchstwahrscheinlich nicht bezahlen, Private schon eher, wenn es medizinisch notwendig ist. Die Definition, ob eine Behandlung offiziell abgeschlossen ist oder nicht kann nur der Behandler beantworten, da er bei Kassenpatienten eine automatisierte Abschlussbescheinigung an den Patienten / die Kasse schickt, dies wird bei Privatpatienten nur auf Wunsch gemacht. Konkret kann Ihre Frage daher nur Ihr Kieferorthopäde beantworten, weshalb ich Sie bitten möchte, sich an den Kollegen / die Kollegin zu wenden.

Jana N, 11.02.2020 - 10:22 Uhr

Hallo Ich habe heute meine feste Zahnspange rausbekommen. Ich hatte mich dafür entschieden nur einen herausnehmbaren Retainer zu nehmen. Der Arzt meinte nun, es wäre sinnvoller, auch einen festen Retainer einbauen zu lassen. Wie hoch ist denn das Risiko der zurückverschiebung der Zähne, wenn man nur einen herausnehmbaren Retainer trägt? Und wird das Risiko verkleinert, wenn ich die Spange nicht nur nachts trage?

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 17.02.2020

Hallo, vielen Dank für die Anfrage. Grundsätzlich ist es sicherer, wenn man einen festsitzenden Retainer einsetzt. Die Überlegenheit von festsitzenden Retainer zur Stabilisierung der Frontzahnstellung wurde letztens in einem Beitrag der Uni Malmö dargestellt (und im Angle und AJODO zur Publikation akzeptiert), anbei der Link: http://muep.mau.se/handle/2043/25665. Ein interessanter Aspekt dieser Studie ist zudem, dass hinsichtlich der Langzeit-Stabilität eine Entfernung der Retainer nach 2-3 Jahren kontraindiziert ist. Auch wenn viele Patienten die Kosten für den festsitzenden Retainer selber aufbringen müssen lohnt sich diese Investition also - so führen festsitzende Retainer doch in vielen Fällen laut Studienlage zu einer langfristigen besseren Stabilität des Behandlungserfolges, welche nur durch herkömmliche herausnehmbare Spangen häufig so nicht dargestellt werden kann. Es verkleinert sich natürlich das Risiko, wenn man ohne Retainer die herausnehmbaren Spangen auch tagsüber trägt, aber irgendwann wollen ja auch die meisten Patienten ohne herausnehmbare Zahnspangen wieder leben. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass festsitzende Retainer in der Tat extrem sinnvoll sind und privat zu bezahlen sind und die Alternative hierzu (herausnehmbare Spangen zu tragen) möglich aber laut Studien nicht genauso effektiv ist. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Kieferorthopäden auf Ihre Sorgen an, er wird Ihnen sicherlich erklären können, ob er mit Ihnen gemeinsam einen Lösungsvorschlag trägt (z.B. nur einen festsitzenden Retainer in dem Zahnbogen, der ursprünglich schiefer war.)

Manuela S., 28.01.2020 - 16:54 Uhr

Hallo... meine Tochter trägt noch eine feste Spange..Soll aber in den nächsten paar Wochen raus.. Ihre Zähne hatten vor der Spange nur eine sehr geringe Fehlstellung. Mehr ging es bei der Spange um das richtige Eingliedern des oberen Eckzahnes, wo am Anfang der Behandlung noch ein Milchzahn stand. Nun soll es mit dieser Verdrahtung eine Nachbehandlung geben. Ist das wirklich notwendig? Vielen Dank

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 04.02.2020

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Wichtig ist, dass ein Retainer nie Zähne aktiv verschiebt sondern nur den jeweiligen Ist-Zustand stabilisiert (wie ein Anker bei einem Boot). Ein Retainer ist also besonders dort empfehlenswert, wo die Rückfallwahrscheinlichkeit am höchsten ist. Grundsätzlich neigen solche Zähne eher zum Rückfall, wenn die Zähne während der Behandlung umfangreich bewegt worden sind. Gleichwohl neigen auch Zähne von unbehandelten Patienten meist dazu, über die Jahre einen gewissen Engstand (Schiefstand) auszubilden. Die Vorteile eines Retainers überwiegen daher die Nachteile (erschwerte Reinigung) bei den meisten Patienten bei weitem, sodass ein Retainer von den meisten Kieferorthopäden als extrem sinnvoll erachtet wird. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Kieferorthopäden auf die individuelle Situation Ihrer Tochter an. Er / Sie kann sich bestimmt mit Ihnen gemeinsam die Start-Fotos anschauen und entscheiden, ob er /sie ebenfalls im Ober- und Unterkiefer einen Retainer einsetzen würde.

Nico, 26.10.2019 - 00:14 Uhr

Hallo Ich bin 18 Jahre alt und habe vor zwei Jahren meine Spange herausbekommen. Anschließend habe ich im Uk und OK jeweils Drähte zur Stabilisierung bekommen. Jedoch wurde mir im OK der Draht entfernt da ich ihn immer mit meinem UK beschädigt habe. Dadurch bekam ich eine lose Spange für die Nacht. Nun zu meiner Frage: ich trage die Spange jetzt seit 2 Jahren und heute hat meine Oma sie ausversehen weggeworfen. Jetzt wollte ich wissen ob ich noch eine weitere Spange erstattet bekomme oder ob ich sie selbst bezahlen muss? Vielen Dank!

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 03.01.2020

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Das kommt auf Ihren Versicherungsstatus an (Privat / Privat + Beihilfe / gesetzliche Kasse). Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten nach einer abgeschlossenen Behandlung in der Regel kein neues Gerät. Konkret kann das aber nur Ihr Kieferorthopäde beantworten, weshalb ich Sie bitten möchte, sich an den Kollegen / die Kollegin zu wenden.

Leonie, 27.08.2019 - 22:51 Uhr

Hallo Herr Dr. Schauseil, Ich habe vor ca. 8 Jahren eine feste Zahnspange getragen, daraufhin sowohl im OK als auch im UK einen festen Retainer und eine lose Zahnspange bekommen. Nach einigen Jahren hatte ich eine Weisheitszahn-OP und konnte in den folgenden Wochen keine lose Zahnspange tragen. Als alles verheilt war, passte mir die obere lose Zahnspange nicht mehr trotz zusätzlich festem Retainer. Besteht hier die Möglichkeit einer Nachbehandlung, die von der Krankenkasse übernommen wird, obwohl ich volljährig bin?

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 29.08.2019

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die nachvollziehbar ist, da eine erneute Schiefstellung der Zähne sehr ärgerlich ist. Sie haben nicht gesagt, ob Sie Privatpatientin oder Kassenpatientin sind. Private Krankenkassen (keine Beihilfen) übernehmen meistens auch Behandlungskosten, wenn Patienten erwachsen sind. Dies gilt häufig auch für Zahn-Zusatzversicherungen. Gesetzliche Krankenkassen erstatten bei erwachsenen Patienten in Ihrer Situation keine nicht-chirurgische Behandlung. Die Möglichkeit einer kieferorthopädischen Nachbehandlung besteht in Ihrer Situation aus meiner Ferneinschätzung ebenfalls nicht, wenn der Kasse bereits ein Abschluss gemeldet wurde. Um zu prüfen, in wie weit sich die Zähne bei Ihnen wieder verschoben haben, ist ein Vergleich mit Ihren Abschlussmodellen sinnvoll. Wir archivieren beispielsweise (ein kostenfreier Service für alle unsere Patienten) die Abschlussmodelle viele Jahre lang, sodass man als Patient immer Zugriff auf die individuelle "perfekte Zahnstellung" hat, falls man nochmal ein herausnehmbares Gerät haben möchte. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Kieferorthopäden auf Ihre Frage an, ob er Ihnen nicht einen freiwilligen Rabatt für die Zweitbehandlung einräumen kann, da er sicherlich größtes Interesse an Ihrer dauerhaften Zufriedenheit hat.

Sophia, 15.05.2019 - 15:47 Uhr

Hallo Herr Dr. Schauseil, vor drei Jahren hatte ich für ein halbes Jahr eine feste Spange im Oberkiefer. Im Anschluss danach bekam ich eine durchsichtige Schiene, die nach einem weiteren Jahr mit Absprache des Kieferorthopäden abgesetzt und meine kieferorthopädische Behandlung abgeschlossen wurde. Damals wurde mir leider kein fester Retainer angeboten/ empfohlen, doch als Leihe ging ich davon aus, dass meine Zähne auch so stabil bleiben würden. Zwei Jahre später stelle ich nun zunehmend fest, dass sich meine Zähne wohl schleichend verschoben haben. Meinem Kieferorthopäden nach sollte ich nun wieder eine feste Spange bekommen, die ich komplett selbst zahlen müsste. Das alles hätte man jedoch durch einen festen Retainer damals verhindern können, doch dieser wurde mir nicht angeboten. Was kann ich nun tun?

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 20.05.2019

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die nachvollziehbar ist, da eine erneute Begradigung der Zähne in der Tat keine Kassenleistung ist und die Eigenkosten hierfür schnell einige tausend Euro betragen können. Eine Haftungsfrage ist in solchen Fällen extrem schwierig durchzusetzen, zumal Retainer in der Regel ja auch keine Kassenleistung sind. Anhand Ihrer Beschreibung sieht man jedoch, wie wichtig die Retainerdrähte im kieferorthopädischen Alltag dennoch sind. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Kieferorthopäden auf Ihre Frage an, ob er Ihnen nicht einen freiwilligen Rabatt für die Zweitbehandlung einräumen kann, wenn er Sie tatsächlich nicht über einen festsitzenden Retainer informiert hat, sodass es zu einer einvernehmlichen Lösung zwischen Ihnen kommen kann.

Selin, 20.04.2019 - 18:01 Uhr

Hallo Herr Dr.Schauseil, ich habe einen Retainer im Mund oben und unten. Meine Frage ist, wie viele Jahren muss ich das noch tragen?

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 30.04.2019

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Es ist nachvollziehbar, dass Sie diese Fragen stellen - denn die langfristige Sicherung des Behandlungserfolges ist eines der wichtigsten Aspekte einer guten Behandlung. Gerne möchte ich daher auf Ihre Fragen antworten: Die Überlegenheit von festsitzenden Retainer zur Stabilisierung der Frontzahnstellung wurde letztens in einem Beitrag der Uni Malmö dargestellt (und im Angle und AJODO zur Publikation akzeptiert), anbei der Link: http://muep.mau.se/handle/2043/25665. Ein interessanter Aspekt dieser Studie ist zudem, dass hinsichtlich der Langzeit-Stabilität eine Entfernung der Retainer nach 2-3 Jahren kontraindiziert ist. Auch wenn viele Patienten die Kosten für den festsitzenden Retainer selber aufbringen müssen lohnt sich diese Investition - so führen festsitzende Retainer doch in vielen Fällen laut Studienlage zu einer langfristigen besseren Stabilität des Behandlungserfolges, welche nur durch herkömmliche herausnehmbare Spangen häufig so nicht dargestellt werden kann. Mein Vorschlag: Belassen Sie Ihren Retainer, wenn dieser Sie nicht stört. Sprechen Sie ansonsten Ihren Kieferorthopäden auf Ihre Fragen an, er wird Ihnen sicherlich erklären können, ob bei Ihnen noch eine Rückstelltendenz zu erwarten ist.

Luzia, 03.04.2019 - 13:57 Uhr

Hallo Herr Dr. Schauseil Ich habe 2016 meine Zähne behandeln lassen, weil meine vorderen zwei Zähne auseinander waren und nach vorne standen. Das Lippenbändchen wurde entfernt und dann erhielt ich eine Zahnspange für ca. 12 Monate. Danach erhielt ich einen dstem Retainer, die er nur am dem vorderem zwei Zähne befestigte. Leider war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, dass ein Retainer an zwei Zähnen nicht sehr sinnvoll ist. Nun hat sich meine Zahnstellung wieder verändert, nur ohne die Öffnung. Im Januar war ich bei einem Zahnarzt und der hat mir erklärt, dass man eigentlich mind. 4 Zähne hätte verdrahten müssen & mein behandelter Kieferorthopäde das hätte wissen müssen. Es sieht nun so aus, als ob ich nochmals eine Spange tragen muss. Die Behandlung war ziemlich teuer und die nächste ist sicher auch nicht billig wird, wollte ich fragen ob man auf Schadenersatz oder ähnliches beharren könnte? Was würden Sie vorschlagen?

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 05.04.2019

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Retainer werden bei jedem Patienten individuell geklebt. Unser Vorschlag: Sprechen Sie Ihren Kieferorthopäden / Ihre Kieferorthopädin auf Ihre Gedanken an, es wird sich sicherlich eine einvernehmliche Lösung finden lassen.

Zoe, 28.03.2019 - 16:17 Uhr

Hallo Dr. Schauseil Ich habe vor etwa 10 Jahren meine orthopädische Kieferbehandlung abgeschlossen. Es war, denke ich, eine mittelmäßig schwere Behandlung. Nun habe ich seither im Ober- und Unterkiefer einen festsitzenden Retainerdraht. Der im Oberkiefer ging immer wieder kaputt, weil ich drauf biss. Nun hat mein Kieferorthopäde diesen verschoben, sodass ich nicht mehr drauf beiße. Der untere Draht ist ziemlich dick und stört mich immer wieder. Nun ist es noch schlimmer, weil der obere Draht nun näher am Zahnfleisch ist und genau über dem unteren Draht ist. Ich habe das Gefühl zwischen den zwei Drähten hat meine Zunge keinen Platz mehr. Ich würde am liebsten einfach beide entfernen aber mein Kieferorthopäde macht mir immer Angst, es würde sich dann wieder veschieben und meint, eine lose Schiene würde ich sowieso nicht tragen. (Ich mochte die damals als Kind wirklich nicht, weil mir vom Plastik übel wurde). Außerdem hat sich ein Schneidezahn oben trotz Retainer bewegt und ich habe eine kleine Lücke die mich nicht stört, aber nicht grösser werden sollte. Nun bin ich komplett überfordert was ich tun kann...Vielleicht haben Sie einen Vorschlag? (Mein Kieferorthopäde kann mein Problem nicht nachvollziehen)

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 02.04.2019

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Es ist nachvollziehbar, dass Sie diese Fragen stellen. Gerne möchte ich daher auf Ihre Fragen antworten: da Ihre aktive Behandlung vor 10 Jahren abgeschlossen wurde, ist die Rückstelltendenz geringer, als wenn die Behandlung erst seit kurzer Zeit abgeschlossen worden wäre. Dass sich im Oberkiefer aber eine Lücke ausgebildet hat, spricht dafür, dass man die Zahnstellung - wie von Ihnen vorgeschlagen - weiter sichern sollte. Ich sehe zwei Vorschläge für Sie: Option 1: Tausch der beiden Retainer gegen dünnere Modelle. Ich kann aus der Ferne Ihre Retainer nicht beurteilen, es gibt es hier jedoch große Entwicklungen hinsichtlich der Retainerdicke. Vielleicht kann Ihr Kieferorthopäde dünnere Modelle einsetzen, welche sich in Ihrem Zungenraum angenehmer anfühlen. Option 2: Wunschgemäß beide Retainer entfernen und nur noch mit Retentionsschienen sichern. Hier könnte man die Schienen jedoch schon herstellen und einsetzen, bevor beide Retainer entfernt werden. Auf diese Weise können Sie vorab zum einen prüfen, ob Sie die Schienen aktiv und zuverlässig tragen und zum anderen die subjektive Verträglichkeit mit dem Plastikmaterial kontrollieren. Die Schienen können, nachdem die Retainer entfernt wurden, in der Regel auch danach weiter getragen werden. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Kieferorthopäden auf Ihre Sorgen an, er wird Ihnen sicherlich erklären können, ob er mit Ihnen gemeinsam einen Lösungsvorschlag trägt.

Michael B., 21.11.2018 - 22:45 Uhr

Hallo Hr. Schauseil, bei unserer Tochter soll 02/2019 die feste Spange entfernt werden. Uns wurde nun ans Herz gelegt, dass im OK und UK ein Retainer angeklebt werden sollte. Laut Kieferorthopäde reicht die lose Spange bei Jugendlichen (14J) nicht aus. Meine Frage: 1) Ist es möglich nur mit losen Spangen den Behandlungserfolg langfristig zu garantieren? 2) Wenn ja, wie oft müsste die Spange getragen werden (jede Nacht für 2 Jahre, dann alle 3-4 Nächte)? 3) Gibt es hierzu Studien oder kann da jeder Kieferorthopäde nur aus eigener Erfahrung berichten? Vielen Dank und Gruß

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 30.11.2018

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Es ist nachvollziehbar, dass Sie diese Fragen stellen - denn die langfristige Sicherung des Behandlungserfolges ist eines der wichtigsten Aspekte einer guten Behandlung. Gerne möchte ich daher auf Ihre Fragen antworten: Festsitzende Retainer haben den immanenten Vorteil, dass sie nicht "vergessen" werden können. Das übliche Stabilisierungsprotokoll in den meisten Praxen sieht vor, dass am Tage der Entfernung der festen Spange festsitzende Retainer (in der Regel in Ober- und Unterkiefer gewünscht) eingesetzt und zusätzlich herausnehmbare Geräte hergestellt werden. Die Tragezeit und -Dauer sollte sich nach der Art und Dauer der aktiven Behandlung orientieren (d. h. hat man einen Rückbiss gehabt, sollte zusätzlich zu den Retainern, welche ja nur die Frontzahnstellung stabilisieren, noch ein herausnehmbares Gerät wie eine Vorschubdoppelplatte, ein Akti- oder Bionator eingesetzt werden, um ein sagittales Rezidiv zu vermeiden). Diese Spange wird meist 1 Jahr lang jede Nacht getragen, ab dem 2. Jahr nur noch jede 2. Nacht und danach wird sie immer mal wieder eingesetzt um die Passung zu überprüfen. Ähnlich ist es auch im "Retentionskatalog" vorgesehen, der in vielen Praxen verwendet wird (https://www.bdk-online.org/cmx/ordner/user/downloads/PM_BDK_Retentionskatalog.pdf). Die Überlegenheit von festsitzenden Retainer zur Stabilisierung der Frontzahnstellung wurde letztens in einem Beitrag der Uni Malmö dargestellt (und im Angle und AJODO zur Publikation akzeptiert), anbei der Link: http://muep.mau.se/handle/2043/25665. Ein interessanter Aspekt dieser Studie ist zudem, dass hinsichtlich der Langzeit-Stabilität eine Entfernung der Retainer nach 2-3 Jahren kontraindiziert ist. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Aussage Ihres Kieferorthopäden nach dem aktuellsten Stand der Wissenschaft nachvollziehbar ist. Auch wenn viele Patienten die Kosten für den festsitzenden Retainer selber aufbringen müssen lohnt sich diese Investition - so führen festsitzende Retainer doch in vielen Fällen laut Studienlage zu einer langfristigen besseren Stabilität des Behandlungserfolges, welche nur durch herkömmliche herausnehmbare Spangen häufig so nicht dargestellt werden kann. Der parallele Einsatz von herausnehmbaren Stabilisierungs-Spangen in der Nacht (für eine begrenzte Zeit) ist dennoch sinnvoll, da diese losen Spangen andere Aufgaben übernehmen können (z.B. Verhinderung eines sagittalen Rezidivs oder Drosselung eines verstärkten Unterkiefer-Wachstums). Eine individuelle Beratung durch den behandelnden Kieferorthopäden ist in jedem Fall sehr sinnvoll. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Kieferorthopäden auf Ihre Fragen an, er wird Ihnen sicherlich erklären können, weshalb er für Ihre Tochter die Retainer empfiehlt.

Therese, 02.10.2018 - 23:48 Uhr

Hallo! ich habe rund 3,5 Jahre eine feste Zahnspange getragen. Wärend der Behandlung bin ich einige schwierige und fordernde Behandlungsschritte durchlaufen. Jetzt nachdem die Zahnspange entfernt worden ist, möchte meine Ärztin keinen festen Retainer kleben und hat mir die herausnehmbare Schiene, die ich immer über Nacht einsetzen muss, angefertigt. Die Argumente dafür lauteten: Es ist effizienter, die Backenzähne können sich nicht verschieben und es kann sich kein Karies bilden. Nach erneuter Schlusskontrolle möchte meine Kieferorthopädin, dass ich die Schiene auch Tagsüber trage. Trotz reichlichen Einwänden und obwohl ich ausdrücklich nach einem festem Retainer gebeten habe sträubt sich meine Ärztin und besteht auf die Schiene. Was soll ich machen?

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 04.10.2018

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Das ist eine ungewöhnliche Situation, welche aus der Ferne nur schwerlich nachvollziehbar ist. In Fällen, in denen Patienten (z.B. weil sie nur eine Teilbehandlung hatten) einen Tiefbiss haben, kann es sinnvoll sein, im Oberkiefer auf einen Retainer zu verzichten. Der Grund, wieso im Unterkiefer kein Retainer möglich sein soll, erschließt sich mir - zumindest aus der Ferne nicht. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Zahnarzt (nicht Ihren Kieferorthopäden an), ob aus seiner/ihrer Erfahrung etwas in Ihrem individuellen Fall gegen einen Retainer spricht. Ansonsten spricht nichts gegen eine Zweitmeinung bei einem Kollegen/Kollegin vor Ort.

Arslan A., 30.09.2018 - 22:59 Uhr

Hallo, mir wurde vor 2,5 Jahren nach der Behandlung der festen Zahnspange eine feste Retrainer im unteren Zahn Bereich eingesetzt. Jedoch wurde mir aber nicht in der Zeit auch im oberen Zahn Bereich einer eingesetzt, jetzt wird mir aber vom Kieferorthopäden gesagt, dass auch für die obere Zahnreihe ein Retrainer nötig ist, da die Zähne auch nicht ganz fest sind und ein ganz kleines bisschen wackeln. Mittlerweile bin ich schon 19 und würde gerne wissen ob es dann auch kosten wird.

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 04.10.2018

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Grundsätzlich kann man sich jederzeit noch einen festsitzenden Retainer einsetzen lassen. In Ihrem speziellen Fall stellt sich aber viel eher die Frage, wieso die oberen Zähne wackeln. Sprechen Sie Ihren Kieferorthopäden darauf an, ist es während der Behandlung vielleicht zu ungewünschten Nebeneffekten (Wurzelresorptionen) gekommen. Was wurde mit Ihnen hierüber besprochen. Welche Röntgenunterlagen existieren? Bezüglich des festsitzenden Retainers im Oberkiefer: die gesetzlichen Krankenkassen erstatten in der Regel keine Retainer. Mein Vorschlag: Sprechen Sie Ihren Behandler auf die Zahnlockerungen an und lassen Sie sich ein Kostenangebot für einen Oberkiefer-Retainer erstelllen.

Lilly, 25.09.2018 - 10:16 Uhr

Hallo, ich habe vor einigen Jahren meine feste Spange rausgekriegt und einen losen Retainer bekommen. Da dieser aber so viel Plastik im Mundhöhlenteil hatte, konnte ich nachts kaum damit schlafen und hab ihn nicht getragen. Lohnt es sich jetzt noch einen neuen anfertigen zu lassen und würde dieser ebenfalls so groß sein? Außerdem müsste ich zu einem komplett anderen Kieferorthopäden wegen eines Umzugs. Vielen Dank im Voraus.

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 26.09.2018

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Grundsätzlich sollten Sie sich die Frage stellen, ob sie dann nicht lieber auf einen festsitzenden Retainer wechseln möchten. Die sind aus Weissgold hergestellt und sehr grazil im Mund. Bei den herausnehmbaren Retainern (losen Spangen) gibt es viele verschiedene Modelle, wir benutzen meist durchsichtige dünne Schienen die recht angenehm sind. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch einen Kieferorthopäden in Ihrem neuen Wohnort auf Ihre Wünsche an, er kann Ihnen sicherlich ein passendes Angebot (sowohl für einen festen Retainer als auch für eine durchsichtige Stabilisierungsschiene) machen.

David, 11.09.2018 - 10:56 Uhr

Hallo, meine Tochter hat nun nach ca. 2,5 Jahren fester Zahnspange vergangene Woche sowohl feste Retainer bekommen und zusätzlich eine neue Spange, welche sie nachts tragen soll. Die Kindsmutter und ich sind getrennt und ich begleiche derartige Kosten, sofern diese nicht von der Krankenkasse beglichen werden. Nun habe ich heute eine Rechnung von der Kindsmutter erhalten, auf der 4 Positionen aufgeführt sind: 1. Abormung oder Teilabformung eines Kiefers 2. Eingliederung eines Teilbogens 3. Eingliederung eines Klebrackets 4. Professionelle Zahnreinigung Die Kosten belaufen sich auf 550 Euro. Laut der Kindsmutter übernimmt die Krankenkasse (AOK) keinerlei Kosten für diese Behandlung. Auch entdecke ich bei der Aufstellung nirgends den Begriff Retainer. Ich bin gerne bereit sinnvolle und notwendige Behandlungen für mein Kind (13) zu begleichen, hege hier jedoch Zweifel, ob es sich tatsächlich um die richtige Rechnung zu den Retainern handelt und ob es tatsächlich korrekt ist, dass die Krankenkasse Zahnspangen erstattet aber bei Retainern grundsätzlich alle Kosten privat getragen werden müssen? Können Sie mir hierzu eventuell weiterhelfen? Vielen herzlichen Dank D.

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 20.09.2018

Vielen Dank für Ihre Anfrage. In der Tat ist es so, dass die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel keine Retainer erstatten. Meist wünschen aber auch gesetzlich versicherte Patienten für ihre Kinder eine dauerhafte Sicherung des Behandlungsergebnisses und müssen dann die Retainer eben privat begleichen. Bezüglich Ihrer Frage, ob die genannten Positionen so korrekt sind, habe ich für Sie Rücksprache mit unseren Abrechnungs-Mitarbeiterinnen gehalten, da ich selber nur für die medizinischen Fragen zuständig bin: ca. 275 € pro Retainer scheinen ein realistischer Betrag zu sein und die genannten Positionen sind bei einer indirekten Retainerherstellung im Labor so vorgesehen. In jedem Fall ist vor Eingliederung der Retainer jedoch die (schriftliche) Zustimmung des Kassenpatienten bzw. eines erziehungsberechtigten Elternteils einzuholen. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Kieferorthopäden auf Ihre Fragen in der Rechnungsstellung an, er wird Ihnen sicherlich die Rechnung erklären können.

Piotr, 10.09.2018 - 19:22 Uhr

Guten Tag, müssen Retainer ein Leben lang getragen werden? Vielen Dank im Vorhinein!

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 12.09.2018

Vielen Dank für Ihre Frage. Wir unterscheiden hier zwischen festsitzenden und herausnehmbaren Retainern. Grundsätzlich gilt es, dass die festsitzenden Retainer kein bestimmtes Datum haben, wann sie rausgenommen werden müssen, da sie in der Regel aus einem biokompatiblem Material wie Weissgold hergestellt wurden und aufgeklebt sind. Jeder Kieferorthopäde sollte gemeinsam mit seinem Patienten individuell entscheiden, wie lange der festsitzende Retainer drin bleiben sollte. In unserer Praxis empfehlen wir den meisten Patienten, den Retainer möglichst lange zu behalten, da er extrem glatt ist und dazu noch dauerhaft vor einem Wieder-Verschieben schützt. Sollte man als Patient dennoch den festsitzenden Retainer entfernt haben wollen, gilt die Regel: je länger die "gerade Zahnstellung" bereits stabilisiert wurde, umso geringer ist die Rezidivgefahr. "Herausnehmbare Retainer" (Zahnspangen oder Retentionsschienen) sollten wenigstens 1 Jahr nach Entfernung der festen Spange bzw. Beendigung der aktiven Invisalign-Phase jede Nacht getragen werden. Danach sollte das herausnehmbare Gerät "ausgeschlichen" werden, d.h. immer weniger getragen werden, bis sie nur noch als "perfekte Form" dienen und vor dem zu Bett gehen eingesetzt werden um zu prüfen, ob sich die Zähne bewegt haben.

Sandy, 22.08.2018 - 17:24 Uhr

Hallo Herr Dr. Schauseil, meinem Sohn, 15 Jahre, wurde empfohlen, nun nach Beendigung der Kieferorthopädischen Behandlung nach 3,5 Jahren, einen Lingualtrainer einsetzten zu lassen. Da er American-Football spielt und einen Mundschutz tragen muss (Art wie ein Abdruck, der die Zähne umschließt, nicht nur wie eine Art Beißschiene - es gibt da Unterschiede), weigert er sich, weil er diesen Mundschutz dann sicher nicht tragen kann. Oder doch ?

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 23.08.2018

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Der Gedankengang Ihres Sohnes liegt nahe und ist durchaus berechtigt. Man als Behandler aber auch über einen Retainerdraht einen Mundschutz herstellen. Es gibt daher 2 Möglichkeiten für Sie: wenn Ihr Sohn schon einen Mundschutz hat, soll er diesen zu dem Einsetztermin der Retainer mitbringen, sodass der Behandler den Mundschutz mit speziellen Polierern im Bereich des Retainer freischleifen kann. Sollte der Mundschutz noch nicht vorhanden sein bzw. bald eh ersetzt werden, kann der dann zur Herstellung des Mundschutzes notwendige Abdruck (oder Zahnscan) einfach nach Einsetzen der Retainer gemacht werden.

Dany D., 23.07.2018 - 17:32 Uhr

Ich hatte mit 14 Jahren eine feste Zahnspange für ca. 1 Jahr. Seitdem habe ich einen festen Retrainer. Dieser geht nun immer wieder kaputt. Mittlerweile bin ich 25 und Frage mich ob ich den Retrainer entfernen lassen sollte. Im Internet habe ich aber viele Kommentare gelesen, dass sich die Zähne danach wieder verschieben würden. Andererseits ist der Kiefer doch mit 30 fertig ausgewachsen? Ich weiß nicht, was ich am besten tun soll, aber die ständigen Reparaturkosten werden mir langsam zu teuer. Sollte eine lockere Zahnspange in Frage kommen, wie lange wird sie mir ungefähr passen oder halten?

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 05.08.2018

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Wahrscheinlichkeit einer Verschlechterung der Zahnstellung ist umso wahrscheinlicher, je mehr "Schiefstände" zu Behandlungsbeginn vorlagen. Umgekehrt sinkt diese Wahrscheinlichkeit, je länger die aktive Behandlung bereits beendet ist. In Ihrem Fall scheint dies ja bereits eine sehr lange Zeit zu sein, sodass eine Entfernung des Retainers nachvollziehbarer Weise in Betracht kommt. Hier macht es - wie von Ihnen selber vorgeschlagen - Sinn, noch je Kiefer eine herausnehmbare Zahnspange (sogenannte durchsichtige "Retentions-Schiene") herzustellen. Diese würden Sie nicht jede Nacht tragen müssen, sondern nur gelegentlich anprobieren. Sollte dann noch ein Druck feststellbar sein, macht ein gelegentliches nächtliches Tragen Sinn. Auf diese Weise können Sie sicher sein, keine Verschiebung der Zähne zu riskieren. Diese Schienen halten meist einige Jahre, das kommt immer auf die Trageweise an. In Ihrem Fall würde ein nur gelegentliches Tragen auch nur zu einer geringen Abnutzung führen. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Zahnarzt oder Kieferorthopäden darauf an, er kann Ihnen sicherlich ein Angebot für eine solche Retentionsschiene machen.

Kathrin, 16.07.2018 - 00:01 Uhr

Hallo, ich hatte damals eine Feste Zahnspange und wunderschöne gerade Zähne. Leider habe ich nie einen Retainer bekommen. Und jetzt sind meine unteren Zähne wieder etwas schief. Gibt es eine kostengünstige Methode das wieder zu begradigen? Liebe Grüsse

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 18.07.2018

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Ohne einen Patienten gesehen zu haben ist es seriöserweise nicht möglich, ein konkretes Angebot abzugeben. Vielleicht fragen Sie Ihren alten Kieferorthopäden, der damals keinen Retainer eingesetzt hat (oder einsetzen sollte) nach einem Rabatt? Ansonsten bleibt Ihnen nur ein regulärer Behandlungsweg einer Zweitbehandlung.

Pascal S., 15.07.2018 - 10:46 Uhr

Gibt es Unterschiede bei Lingualretainern? Es soll wohl handgefertigte und computergefertigte geben. Eine Freundin hat mir erzählt, dass ihr neuer Retainer sich viel besser anfühlt als ihr alter...

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 18.07.2018

Vielen Dank für Ihre Anfrage, Herr Pascal S. In der Tat gibt es beide Varianten, beide haben ihre jeweiligen situationsbedingten Vorteile. In unserer Praxis benutzen wir z.B. beide Varianten, je nach Patientenwünschen wird individuell entschieden, welches Modell das für den Patienten beste ist. Meine Empfehlung: fragen Sie Ihren Behandler danach, welches Modell er Ihnen empfiehlt und lassen Sie sich über mögliche Alternativen beraten.

Doris, 07.07.2018 - 22:07 Uhr

Meine Tochter hat seit ca. 3 Jahren einen Retainer nach Spangenbehandlung im Ober-und Unterkiefer. Ich würde jetzt gerne wissen, ob es da verschieden Arten der Verklebung gibt, denn bei ihr bleibt ständig Essen in den Lücken hängen, ihre Freundin sagt jedoch, sie hat das Problem nicht, da bei ihr die Lücken nicht so groß sind, da es vollverklebt ist. Kann das sein? Meine Tochter kann die unteren Zähne auch nicht mit Zahnseide reinigen, da sie mit dem Retainer nicht in die Zwischenräume kommt, am Oberkiefer geht es. Kann es sein, dass da was nicht ordnungsgemäß befestigt wurde? Ich muss dazu sagen, dass meine Tochter schon immer sehr gründlich war, was ihre Zahnpflege angeht, jetzt jedoch große Mühe hat, diese Gründlichkeit mit dem Retainer beizubehalten.

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 18.07.2018

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Ohne Ihre Tochter gesehen zu haben ist es schwerlich möglich die Qualität der Retainer zu bewerten. Grundsätzlich sollte aber eine Reinigung der Zahnzwischenräume möglich sein. Könnte es sein, dass sich vielleicht eine Klebestelle gelöst hat und dadurch Kleber in den Zahnzwischenraum "gerutscht" ist? Meine Empfehlung: Sprechen Sie bitte Ihren Kieferorthopäden darauf an. Er wird sicherlich gerne den Retainer, sollte er nicht perfekt verklebt sein, korrigieren, sodass Sie damit zufrieden sind.

Sebastian, 06.07.2018 - 15:44 Uhr

Danke für den Artikel. Ich hatte in der Schule eine Zahnspange und danach einen festen Retainer. Dieser hat sich heute gelöst und die Kleberreste wurden beim Zahnarzt entfernt (bin jetzt 25). Ist dann jetzt die Gefahr groß, dass die Zähne wieder schief werden?

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 18.07.2018

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Das kommt vorallem darauf an, wie stark die Zahnbegradigung vor Einsetzen des Retainers gewesen ist und wie lange schon stabilisiert wurde. Haben Sie noch herausnehmbare Retentionsgeräte vom Behandlungsabschluss? Dann setzen Sie diese nochmals ein und schauen, ob großer Druck entsteht, was für Bewegung während der Stabilisierungsphase spricht. Auf der sicheren Seite wären Sie mit einem neuen Retainer. Wollen Sie dies nicht, könnte man Ihnen wenigstens durchsichtige Retentionsschienen herstellen, die sie "ab und zu" mal einsetzen, um zu beobachten, ob noch Rezidivbewegung auf den Zähnen ist. Mein Vorschlag: Sprechen Sie doch Ihren Zahnarzt oder Kieferorthopäden darauf an, er kann Ihnen sicherlich ein Angebot dafür machen.

Makayn, 24.06.2018 - 15:42 Uhr

Mein Sohn (14) hat in der letzten Woche seine feste Zahnspange abgenommen bekommen. Jetzt soll er das nächste halbe Jahr bzw. bis zu einem Jahr eine lose Zahnspange für Ober- und Unterkiefer tragen und das Ergebnis zu stabilisieren. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, das er nur einen "unsichtbaren" Retainer

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 25.06.2018

Vielen Dank für die Frage. Das hört sich so in Ordnung an. Auch wir verwenden häufig, wenn es sinnvoll ist, noch für nachts herausnehmbare lose Zahnspangen zur Stabilisierung und Perfektionierung der Zahnstellung im Seitenzahnbereich. Sie können sich dies vereinfacht so vorstellen: der festsitzende Retainer stabilisiert ja nur den Frontzahnbereich von Eckzahn zu Eckzahn. Gerade nach Entfernung der festen Spange und umfangreichen Zahnbewegungen ist es sinnvoll auch die Seitenzähne in der neuen Position zu sichern. Später (meist für ca. ein halbes bis zu einem Jahr) belässt man dann nur noch die festsitzenden Retainer in Ober- und Unterkiefer, da sich die Zähne im Seitenzahnbereich über die Verzahnung stabilisieren.

Janina N., 01.02.2018 - 08:04 Uhr

Mein 15 jähriger Sohn hat tolle gerade Zähne. Selbst die Lücke zwischen den Schneidezähnen hat sich von selbst geschlossen, obwohl der KFO es bereits vor 18 Monaten mit einer Spange regulieren wollte, wenn wir es wollen, natürlich komplett selbst bezahlt. Die Lücke störte aber meinen Sohn nicht und so ließen wir es. Die unteren Schneidezähne stehen laut KFO sehr eng, sind aber nahezu gerade. Nun möchte der KFO, dass mein Sohn einen Draht geklebt kriegt, damit sich seine unteren Zähne nicht verschieben, weil es vielleicht danach aussieht, als täten sie es in der Zukunft, da er ja noch im Wachstum ist. Mit den Worten, warum soll jemand, der keine KFO Behandlung hatte, nicht die gleichen Privilegien nutzen wie einer mit, möchte sie uns nun diesen Draht "verkaufen". Wenn die Grschwister nicht in Behandlung wären, wären wir gar nicht da gewesen und alles wäre so geblieben. Halten Sie es für sinnvoll, einen Draht zu kleben?? Ist das üblich bei jemandem ohne KFO Behandlung vorher?? Oder vielleicht nur Geldmacherei??

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 01.02.2018

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Grundsätzlich ist eine Diagnose aus der Ferne, ohne einen Patienten jemals gesehen zu haben, nur schwerlich möglich. Gleichwohl kann ich Ihre Bedenken verstehen, da Sie ja noch viele offene Fragen haben. Retainer sollen die Zähne (vor allem in der Front) vor der Ausbildung eines Engstandes schützen. Der Drang zu der Ausbildung eines solchen Engstandes ist multifaktoriell, d. h. vor allem dann groß, wenn eine aktive Zahnbegradigung im Vorhinein stattgefunden hat. Dennoch kann auch eine Situation entstehen, in der ein Patient keine aktive Behandlung braucht / wünscht, gleichwohl sich aber vor einer Verschlechterung der Zahnstellung schützen möchte. Die Indikation einer solchen Langzeitretention sollten vom Behandler gemeinsam mit dem Patienten / der Patienten im Vorhinein besprochen werden. Sie schreiben, dass Ihr Kieferorthopäde bei Ihrem Sohn einen ausgeprägten Engstand in der Front sieht, diese Zähne aber Ihrer Einschätzung nach „nahezu gerade“ seien. Es erscheint sinnvoll, dass Sie den behandelnden Kieferorthopäden auf diese unterschiedliche Einschätzung ansprechen, sicherlich kann er Ihnen seine differentielle Bewertung anhand von Fotos (idealerweise Verlaufsfotos über einen längeren Zeitraum) noch detaillierter veranschaulichen. Sollte es z. B. innerhalb der letzten Monate / Jahre zu einer Progedienz des Engstandes gekommen sein, wäre sicherlich der geplante Retainer eine sinnvolle Option. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass in manchen Fällen ein Retainer auch eingesetzt werden kann, ohne dass eine aktive kieferorthopädische Behandlung stattgefunden hat. Sprechen Sie Ihren Kieferorthopäden hinsichtlich Ihrer Bedenken an, so kann er ihnen genau erklären, wieso ein Retainer bei Ihrem Sohn medizinisch indiziert ist. Sollten Sie eine differentielle Meinung wünschen, könnten Sie ansonsten auch Ihren Hauszahnarzt fragen, da dieser Ihren Sohn vermutlich schon viele Jahre betreut und vermutlich ebenfalls über die individuelle Prognose Auskunft geben kann.

Christina R., 23.01.2018 - 16:55 Uhr

Wie lange muss der Retainer zur Absicherung der Zahnstellung nach einer Zahnspange getragen werden?

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 28.01.2018

Vielen Dank für die Frage. Grundsätzlich gilt es, dass die Retainer kein "Ablaufdatum" haben, wann sie rausgenommen werden müssen, da sie in der Regel aus einem biokompatiblem Material wie Weissgold gefertigt wurden. Jeder Kieferorthopäde sollte gemeinsam mit dem Patienten individuell entscheiden, ob die Entfernung des Retainers sinnvoll ist. Da dieser nur auf die Zähne aufgeklebt wurde, ist das Entfernen recht einfach und schnell gemacht. In unserer Praxis empfehlen wir jedoch den meisten Patienten, den Retainer möglichst lange zu behalten, da er "wie ein Airbag im Auto" vom Patienten nicht bemerkt wird, da er so glatt ist, und dafür dauerhaft vor einem Rezidiv schützt. Grundsätzlich ist auch die Rücksprache mit dem behandelnden Hauszahnarzt sinnvoll, so ist z.B. die uneingeschränkte Reinigungsmöglichkeit der Zahnzwischenräume unabdingbar. Die jährliche Kontrolle des Retainers erfolgt entweder beim Kieferorthopäden oder beim Zahnarzt. Sollte der Patient merken, dass sich eine Klebestelle gelöst hat, dann ist eine rasche Wiederbefestigung empfehlenswert um ein Rezidiv zu vermeiden. Sollte der Patient dennoch den Retainer entfernt haben wollen, gilt die Regel: je länger die "gerade Zahnstellung" bereits stabilisiert wurde, umso geringer ist die Rezidivgefahr.

Wilfried A., 14.01.2018 - 22:06 Uhr

Warum haben Sie den herausnehmbaren Retainer nicht abgebildet? Das wäre sehr Informativ!

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 17.01.2018

Vielen Dank für die Anregung. Wir haben das Bild von einem herausnehmbaren Retainer (Haltezahnspange) hinzugefügt.

Natalie, 24.08.2017 - 23:48 Uhr

Ich selber habe einen festsitzenden Retainer und habe immer eine Zahnseide die an einer Stelle verdickt ist, sodass ich trotz dem Retainer meine Zähne reinigen kann

Antwort von Dr. med. dent. Michael Schauseil, verfasst am 17.01.2018

Danke für den Hinweis. In der Tat ist eine optimale Platzierung durch den Kieferorthopäden sehr wichtig, sodass man noch mit der sogenannten "Superfloss" Retainerzahnseide saubermachen kann.

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