Gründliche Reinigung von Zahnfleischtaschen: So funktioniert die Taschenspülung

Zahlfleischtaschen sollten auch im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung nicht vernachlässigt werden. (© Kzenon - fotolia)

Gesunde Zähne sind immer eng mit dem Zahnfleisch verbunden. Löst sich diese Verbindung, zum Beispiel durch eine Parodontitis, entstehen Zahnfleischtaschen. Sie sind zwar nur wenige Millimeter tief, bleiben aber trotzdem für die häusliche Mundhygiene unerreichbar.

In ihnen sammeln sich bald Krankheitserreger, die unbedingt entfernt werden müssen. Das lässt sich mithilfe einer Taschenspülung beheben. Dieser Beitrag informiert darüber, was eine Taschenspülung ist, und welche Zwecke sie außerdem erfüllt.


So entstehen Zahnfleischtaschen

Der Übergang zwischen Zähnen und Zahnfleisch ist nie vollständig geschlossen. In der Regel gibt es hier schon im gesunden Gebiss Abstände zwischen 0,5 und bis zu 2 Millimeter zwischen Zähnen und Zahnfleischsaum.

Deswegen erfordert dieser Bereich rund um jeden Zahn zusätzliche Aufmerksamkeit bei der Zahnpflege: zum Beispiel eine Reinigung mit Zahnseide für Zahnzwischenräume und den Ansatz der Zähne sowie regelmäßige zahnärztliche Prophylaxe mit einer Professionellen Zahnreinigung (PZR). Ohne diese Vorbeugung und bei fehlender oder schlechter Mundhygiene entwickeln sich ansonsten häufig Zahnfleischtaschen und eine Parodontitis-Erkrankung.


Zahnfleischtaschen frühzeitig behandeln lassen

Bakterien und Zahnbeläge am Zahnfleischrand lösen schnell Entzündungen des Weichgewebes aus. Allgemeine Erkrankungen und ein geschwächtes Immunsystem, aber ebenso eine Schwangerschaft oder die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren erhöhen das Risiko für solche Entzündungen zusätzlich. Manchmal bleiben sie unbemerkt, in anderen Fällen lösen sie leichtes Zahnfleischbluten aus. An betroffenen Stellen schwillt das Zahnfleisch leicht an.

Dadurch bilden sich bereits erste Zahnfleischtaschen – sogenannte Pseudotaschen. Unbehandelt geht die Zahnfleischentzündung schnell in eine Erkrankung des gesamten Zahnhalteapparats über und eine Parodontitis kann entstehen. Dabei vertieft sich der Spalt zwischen Zähnen und Zahnfleisch zunehmend. Dann wachsen echte Zahnfleischtaschen. Eine kleine Sonde kann sie exakt messen und die Taschentiefe bestimmen.

Ab einer Tiefe von 3 bis 3,5 Millimetern entsteht akuter Behandlungsbedarf. Ansonsten weicht das Zahnfleischgewebe immer weiter zurück, bis sich der gesamte Zahn lockert und ausfallen kann. Diese Entwicklung aufzuhalten, ist das Ziel der Parodontitistherapie. Sie beginnt mit Reinigung und Taschenspülung nach der Diagnose von Zahnfleischtaschen.


Ablauf einer Taschenspülung

Die Taschenspülung ist Teil einer nicht invasiven Reinigung der Zahnfleischtaschen. Unter örtlicher Betäubung bleibt sie vollkommen schmerzfrei. Die Zahnärzte reinigen die Taschen dann mit feinen Instrumenten – einem sanften Airflow-Strahler, Laser oder Ultraschall – von Bakterien und infiziertem Gewebe. Dabei entfernen sie ebenso Beläge und glätten die Zahnhälse und -wurzeln. Diese Glättung beugt neuen Ablagerungen vor. Verschiedene Spüllösungen unterstützen die gesamte Behandlung.

Zuerst tragen sie kleine bakterielle Reste aus den Zahnfleischtaschen und zusätzlich unterstützen sie mit antibakteriellen oder entzündungshemmenden Inhaltsstoffen die gesamte Parodontitistherapie. Solche Spülungen, zum Beispiel mit Chlorhexidin, bilden in dieser Situation ebenso eine optimale Ergänzung der häuslichen Mundhygiene.

Sie sichern dabei das Ergebnis der Taschenspülung und Zahnfleischtaschenreinigung weiter ab, hemmen neue Bakterienansammlungen und helfen dem Zahnfleisch bei der Regeneration. Teilweise werden auch mit Wirkstoff getränkte Blättchen zwischen Zahn und Zahnfleisch eingebracht, die sich mit der Zeit von allein auflösen, um die Behandlung nachhaltig zu sichern. Frei von Entzündungen und Erregern kann sich das stützende Gewebe um den Zahn wieder langsam an den Zahnhals anlegen.

So reduziert sich auch die Tiefe der Zahnfleischtaschen. Damit der gefährliche Prozess nicht von Neuem beginnen kann, braucht es anschließend eine gründliche Prävention mit einer intensiven Mundhygiene zu Hause, regelmäßigen Zahnarzt-Checks und möglichst einer guten Prophylaxe durch die Zahnarztpraxis.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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