Artikel 31/12/2016

So erkennen Sie eine tiefe Beinvenenthrombose: Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Dr. med. Michael Hauk - Privatpraxis Kardiologe, Nephrologe, Angiologe
Dr. med. Michael Hauk - Privatpraxis
Kardiologe, Nephrologe, Angiologe
beinvenenthrombose-symptome-und-therapiemoeglichkeiten

Bei einer Thrombose bildet sich ein Gerinnsel (Thrombus) in einem Blutgefäß und schränkt so den Blutstrom ein. Am häufigsten tritt sie in den Beinvenen auf. Bei einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT) schwillt das Bein an, es schmerzt und fühlt sich schwer oder unangenehm warm an – es kann jedoch auch vorkommen, dass Betroffene keinerlei Beschwerden haben.

Warum ist es wichtig, dass eine tiefe Beinvenenthrombose schnell erkannt wird?

Die Thrombose muss rasch behandelt werden, da ein hohes Risiko für eine potentiell lebensgefährliche Lungenembolie besteht. Zum Einsatz kommen Medikamente und Kompressionsstrümpfe, manchmal auch eine medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels. Die rasche Diagnose und Behandlung durch den Spezialisten ist von großer Bedeutung für das Auftreten von Komplikationen.

Wie entsteht Thrombose?

Blutgerinnungsstörungen, Operationen, Übergewicht, Krebserkrankung, eine Schwangerschaft, auch die Antibaby-Pille (vor allem in Kombination mit Nikotin), Bewegungsmangel (längeres Sitzen; z.B. bei langen Autofahrten oder bei langen Flugreisen, auch Bettlägerigkeit oder ein Bein im Gipsverband) erhöhen das Risiko für die Ausbildung einer Thrombose.

Kleinere Blutgerinnsel kann der Körper meist selbst auflösen; je größer und je älter der Mensch ist, desto schwieriger wird das. Aus einem kleinen Gerinnsel kann dann ein großer Blutpfropfen werden, der das Blutgefäß verschließt und den nötigen Blutstrom behindert.

Was kann man selbst gegen Thrombose tun?

Bewegung ist besonders wichtig, denn, wenn wir uns bewegen, drücken die Muskeln auf die Venen und unterstützen den Blutfluss. Bei Bewegungsmangel fehlt die wichtige „Muskelpumpe“ aktiver Beine, dann fließt das Blut zu langsam, und das wiederrum begünstigt die Entstehung einer Thrombose.

Diagnostik

Bereits Ihr Hausarzt wird aufgrund Ihrer Beschwerden und Ihrer Symptome, wie z.B. schmerzhaften Schwellungen der Beine, Rötungen oder dunklen Verfärbungen der Haut, den Verdacht auf eine Thrombose äußern.

Der Gefäßspezialist wird dann mittels Gefäß-Ultraschall (Farbduplex-Sonographie) Ihre Beinvenen untersuchen. Der Spezialist kann die Diagnose einer tiefen Beinvenenthrombose auf diese Art und Weise rasch feststellen und im Anschluss die notwendige Behandlung einleiten.

Wie wird eine Thrombose behandelt?

Die drei wichtigsten Bestandteile der Therapie sind die

  • Kompression des Beines: elastische Binden bis zum Abschwellen, anschließend mit individuell angepassten Kompressionsstrümpfen,
  • Blutverdünnung über mindestens 3 Monate: am ersten Tag Heparin, danach Tabletten wie Marcumar oder sogenannte neue orale Antikoagulantien,
  • Körperliche Bewegung: die früher üblich eigesetzte Ruhigstellung wird heutzutage nicht mehr durchgeführt.

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