
Das Gehirn basiert auf dem Hirnstamm, der eine Gruppe von zwölf Nerven enthält, die sogenannten Gehirnnerven. Gemeinsam sind sie für viele lebenswichtige Körperfunktionen und unsere wichtigsten Sinne wie Sehen, Riechen, Hören, Schmecken und auch für das Schlucken, Zungenbewegungen, die Stimmbänder und die Wahrnehmung mittels Gesicht, Lippen und Hals verantwortlich.
Der Nervus vagus ist der zehnte Gehirnnerv und Teil des vegetativen Nervensystems. Er spielt eine primäre Rolle bei der wesentlichen Kontrolle unserer gesamten Organe, angefangen von Herz und Lunge bis zum Ende des Dickdarms. Seine Tätigkeit wird als parasympathisch bezeichnet und bringt die Organe in einen entspannten, funktionalen Zustand. Das variiert zwischen besonders starker Ausprägung während des Schlafes, wenn die Regeneration aktiv ist, und geringerer Ausprägung unter Stress. Deshalb wird er auch als „Erholungsnerv“ bezeichnet.
Vorwiegend gegenteilige Funktionen werden vom Sympathikus gesteuert. Die Übertragung der Information findet über spinale Nerven vor allem in der Brust- und oberen Lendenwirbelsäule statt. Das Gleichgewicht der parasympathischen und sympathischen Aktivität reflektiert folglich den Zustand Ihrer Gesundheit.
Nie mehr ignoriert
In der Chiropraktik haben wir die Auswirkungen, die eine Justierung auf den Vagusnerv haben kann, gesehen. Viele Patienten berichten von einer Verbesserung der Organfunktion, wie zum Beispiel von einer verbesserte Herzfunktion, einer reduzierten Verdauungs- und Lungenprobleme - einschließlich Asthma - bis hin zur Verbesserung der Fruchtbarkeit.
Wir gehen davon aus, dass der Atlas, der erste Wirbel im Nacken, hier eine besonders wichtige Rolle spielt, da in ihm ein Teil des Hirnstammes sitzt. Die Medizin hat die Funktion des Vagusnervs nie wirklich in Frage gestellt, aber in letzter Zeit endlich seine wahre Bedeutung realisiert.
Erstens, weil ein ausgewogener Zustand der Aktivität eine bedeutende Rolle für die Lebensqualität zu spielen scheint und zweitens, da etwa 80 % der Nervenfasern eigentlich sensorisch sind, sodass die sogenannte Darm-Hirn-Achse jetzt an Aufmerksamkeit gewinnt.
Ist der Vagusnerv unausgeglichen?
In einem entspannten Zustand ist es möglich, die Herzfrequenz zu überwachen und kleine Unterschiede in der Geschwindigkeit beim Ein- und Ausatmen festzustellen. Forscher sind zu dem Schluss gekommen, dass der Vagotonus niedrig ist, wenn der Unterschied gering ist. Das ist
ein negativer Indikator für geistige und körperliche Gesundheit. Im Umkehrschluss führt das dazu, dass der Körper bei einer großen Differenz eine viel bessere Chance hat, gut zu funktionieren.
Obwohl derzeit keine technischen Mittel zum Nachweisen vorhanden sind, ist die Verfügbarkeit dennoch gegeben. Beachten Sie jedoch, dass eine gute und entspannte Vorbereitung unerlässlich ist. Obwohl der Test sehr einfach ist, gibt er dennoch Auskunft darüber, ob man ein Ungleichgewicht in der Funktionsweise des Vagusnervs hat.
Darm und Hirn-Achse sind miteinander verbunden
Die verschiedenen Teile des Körpers haben eigene Netzwerke von Nerven, genannt 'Plexus'. Einige davon repräsentieren auch Chakren und spielen eine wichtige Rolle in der Stressbewältigung und Meditation. Seit die Medizin erkannt hat, dass der Körper keine Sammlung verschiedener Teilen ist, sondern alle Teile miteinander verbunden sind und interagieren, ist der Vagusnerv und sein Zusammenhang mit dem Darmplexus in den Mittelpunkt der Forschung gerückt.
Ein Beispiel ist, wie der Körper reagiert, wenn man etwas Schlechtes gegessen hat. Die Nerven im Magen und Darm koordinieren mit dem Gehirn eine Reihe von Reaktionen auf das Gift, um es so schnell wie möglich zu beseitigen. Das vegetative Nervensystem ist in Aktion.
Allerdings bemerkt man nur den Drang, sich zu übergeben oder den Wunsch, schnellstmöglich eine Toilette aufzusuchen, vermehrtes Schwitzen und eine erhöhte Herzfrequenz und Atmung. Der allgemeine Zustand des Verdauungssystems wird durch den Vagusnerv überwacht und an das Gehirn für die Integration des Verhaltens weitergegeben.
Wenn die Ernährung zu reichhaltig ist, die falschen Fette und vielleicht zu viele Kohlenhydrate gegessen werden, kann sich der Darm entzünden. Parkinson-Forscher spekulieren nun, dass die Entzündung des Gehirns, die zur lähmenden neurologischen Erkrankung führen kann, über den Vagusnerv übertragen wird. Bei Kindern scheint derselbe Zustand des Darms eine bedeutende Rolle bei Verhaltensstörungen und Lernstörungen wie ADHS und Autismus zu spielen.
Eine Entzündung wird zunächst als primäre Ursache fast 90 % aller Krankheiten identifiziert und eine schlechte Ernährung ist oft der Auslöser. Wenn die Entzündung im Darm beginnt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Vagusnerv involviert.
Magen-Darm-Erscheinungen bei psychischen Phänomenen
Es scheint, dass viele psychologische Bedingungen auch mit dem Darm verknüpft sind und
somit auch mit dem Vagus. Wahrscheinlich haben Sie schon einmal erlebt, welche Auswirkungen Stress hat?
Vom Drang zur Toilette bis hin zum Knoten oder Schmetterlingen im Magen - die dadurch freigesetzten Hormone beeinflussen die normale Verdauung und das Immunsystem oft nachteilig. Im Zusammenspiel mit dem Gehirn werden die Umstände dann noch verstärkt.
Betrachtungsweise
Wir werden noch von weiteren Forschungen hören, die sich mit diesem Teil des Körpers beschäftigen. Es liegt nun an Ihnen, wie Sie die weitere Zukunft gestalten wollen. Sie können abwarten, welche neuen Erkenntnisse die Forscher entdecken. Wenn Sie sicherstellen wollen, dass Ihr Nervensystem bestmöglich funktioniert und im Gleichgewicht ist, dann handeln Sie gleich.



