Team jameda
Eine Fehlform der Hüfte begünstigt den frühzeitigen Verschleiß des Gelenkes. Diese kann sowohl an der Hüftpfanne als auch im Bereich des Hüftkopfes auftreten. Eine zu schwach ausgebildete Hüftpfanne wird als Dysplasie bezeichnet.
Bei den Fehlformen im Bereich des Beckens unterscheidet man die angeborenen von den erworbenen Ursachen. Angeboren sind zu schwache Überdachungen sowie Rotationsfehler der Hüftpfanne.
Im Laufe des Lebens kann es aber auch zu Verknöcherungen im Bereich des Hüftpfannenrandes und der Gelenklippe kommen. Warum dies so ist, ist leider noch nicht bekannt.
Fehlformen im Bereich des Schenkelhalses (Cam Deformität/ Offset-Störung) entstehen meist im Jugendalter. Zum einen gibt es eine Erkrankung, bei der sich die Wachstumsfuge des Hüftkopfes löst und der Hüftkopf ‘abrutscht’. Man spricht von der Epiphysiolyse. Ist der Hüftkopf auch nur leicht abgerutscht, resultiert eine Fehlform.
Zum anderen hat man bei sehr sportlichen Jugendlichen ein überschießendes Wachstum in einigen Bereichen dieser Wachstumsfuge gesehen, auch hieraus resultiert am Ende die Fehlform am Schenkelhals.
Besteht der Formfehler im Bereich des Hüftkopfes oder ist die Hüftpfanne zu groß, kommt es zu einem Engpass in der Bewegung. Dies wird als femoroacetabuläres Impingement (FAI) bezeichnet.
Eine konservative Therapie zur Behebung der Formfehler gibt es leider nicht. Ein Aufhalten oder mindestens eine deutliche Verlangsamung des Gelenkverschleißes ist durch eine frühzeitige Formkorrektur zu erwarten. Mittlerweile gilt das Impingement der Hüfte als einer der Hauptgründe für eine spätere Arthrose.
Diese minimalinvasive Operation wird in der Regel in Vollnarkose durchgeführt und ist weitgehend unblutig. Eine Kamera und Operationsinstrumente werden über winzig kleine Hautschnitte eingeführt und die Bilder auf einen Monitor übertragen. Mit speziellen Instrumenten erfolgt dann die Therapie.
Fehlformen an Pfanne oder Schenkelhals werden mit kleinen Kugelfräsen schonend abgetragen. Liegt z.B. ein Einriss der Gelenklippe (sogenannter Labrumriss) vor, kann der gerissene Anteil, welcher die Schmerzen verursacht, mit kleinen Schneideinstrumenten entfernt werden, bis nur noch gesundes, festes Gewebe vorhanden ist.
Bestimmte frische Rissformen können sogar über eine Naht zur Heilung gebracht werden. Damit kann der vollständige Erhalt des Labrums (ähnlich einer Verletzung des Meniskus im Knie) erreicht werden. Techniken mit speziellen Nahtankern und Nahtsystemen kommen hierbei zum Einsatz.
Verletzungen des Knorpels können ebenfalls durch verschiedene Techniken behandelt werden.
Alle Bilder werden elektronisch gespeichert und können auf Wunsch ausgehändigt werden.
Bereits in dem circa 2-3 tägigen Aufenthalt im Krankenhaus beginnen Sie mit der Physiotherapie. Ein individueller Nachbehandlungsplan hilft Ihnen bei der weiteren Therapieumsetzung. Die Belastbarkeit des Hüftgelenkes nach der Operation und Ihre Arbeitsunfähigkeit richtet sich nach dem behandelten Schaden und Ihren Anforderungen.
Meist ist die Teilbelastung sofort, die Vollbelastung und auch das selbständige Autofahren nach circa 3 Wochen wieder möglich. Die sportliche Leistungsfähigkeit wird circa 12-16 Wochen nach einer Operation erreicht.
Leistungssport ist erst nach vollständiger Wiederherstellung der muskulären und koordinativen Fähigkeiten zu empfehlen.
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