So erkennen Sie eine tiefe Beinvenenthrombose: Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Bewegung im Alter ist besonders wichtig, um das Thromboserisiko so gering wie möglich zu halten (© Fotosmurf03 - iStock)

Bei einer Thrombose bildet sich ein Gerinnsel (Thrombus) in einem Blutgefäß und schränkt so den Blutstrom ein. Am häufigsten tritt sie in den Beinvenen auf. Bei einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT) schwillt das Bein an, es schmerzt und fühlt sich schwer oder unangenehm warm an – es kann jedoch auch vorkommen, dass Betroffene keinerlei Beschwerden haben.
 

Warum ist es wichtig, dass eine tiefe Beinvenenthrombose schnell erkannt wird?

Die Thrombose muss rasch behandelt werden, da ein hohes Risiko für eine potentiell lebensgefährliche Lungenembolie besteht. Zum Einsatz kommen Medikamente und Kompressionsstrümpfe, manchmal auch eine medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels. Die rasche Diagnose und Behandlung durch den Spezialisten ist von großer Bedeutung für das Auftreten von Komplikationen.


Wie entsteht Thrombose?

Blutgerinnungsstörungen, Operationen, Übergewicht, Krebserkrankung, eine Schwangerschaft, auch die Antibaby-Pille (vor allem in Kombination mit Nikotin), Bewegungsmangel (längeres Sitzen; z.B. bei langen Autofahrten oder bei langen Flugreisen, auch Bettlägerigkeit oder ein Bein im Gipsverband) erhöhen das Risiko für die Ausbildung einer Thrombose.

Kleinere Blutgerinnsel kann der Körper meist selbst auflösen; je größer und je älter der Mensch ist, desto schwieriger wird das. Aus einem kleinen Gerinnsel kann dann ein großer Blutpfropfen werden, der das Blutgefäß verschließt und den nötigen Blutstrom behindert.


Was kann man selbst gegen Thrombose tun?

Bewegung ist besonders wichtig, denn, wenn wir uns bewegen, drücken die Muskeln auf die Venen und unterstützen den Blutfluss. Bei Bewegungsmangel fehlt die wichtige „Muskelpumpe“ aktiver Beine, dann fließt das Blut zu langsam, und das wiederrum begünstigt die Entstehung einer Thrombose.


Diagnostik

Rauchen erhöht das Risiko, an Thrombose zu erkranken. (©fotolia-118404089-Michael Eichhammer)
Bereits Ihr Hausarzt wird aufgrund Ihrer Beschwerden und Ihrer Symptome, wie z.B. schmerzhaften Schwellungen der Beine, Rötungen oder dunklen Verfärbungen der Haut, den Verdacht auf eine Thrombose äußern.

Der Gefäßspezialist wird dann mittels Gefäß-Ultraschall (Farbduplex-Sonographie) Ihre Beinvenen untersuchen. Der Spezialist kann die Diagnose einer tiefen Beinvenenthrombose auf diese Art und Weise rasch feststellen und im Anschluss die notwendige Behandlung einleiten.


Wie wird eine Thrombose behandelt?

Die drei wichtigsten Bestandteile der Therapie sind die

  • Kompression des Beines: elastische Binden bis zum Abschwellen, anschließend mit individuell angepassten Kompressionsstrümpfen,
  • Blutverdünnung über mindestens 3 Monate: am ersten Tag Heparin, danach Tabletten wie Marcumar oder sogenannte neue orale Antikoagulantien,
  • Körperliche Bewegung: die früher üblich eigesetzte Ruhigstellung wird heutzutage nicht mehr durchgeführt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel? 9

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Kommentare (4)

Bone, 03.04.2020 - 21:19 Uhr

Hallo, bei mir wurde eine Trombose nach 5 Monaten zufällig festgestellt. Ich hatte immer starke Beinschmerzen aber keine Schwellung oder starke Verfärbung am Bein nach einer Knie OP. Die Schmerzen wurden auf das Knie geschoben. Eine Medikamenten Behandlung brauchte ich nicht mehr hieß es außer Kompressionsstrümpfe. Stimmt das?

Antwort von Dr. med. Michael Hauk - Privatpraxis, verfasst am 08.04.2020

Diese Frage ist aus der Ferne schwer zu beurteilen, normalerweise wird bei einer Thrombose für 3-6 Monate, manchmal sogar dauerhaft, eine Blutverdünnung durchgeführt. Man müsste jedoch den genauen Befund kennen, um hier eine Empfehlung abgeben zu können.

Nikolaus L., 03.10.2017 - 18:21 Uhr

Frage! Können Sie mir helfen im Bezug auf meine Füße. Habe schon 3 Stents gemacht und habe noch immer Probleme beim laufen. Ca nach 100 meter muss ich stehen bleiben, die Füße werden schwer das Hüftgelenk schmerzt und die Knöchel werden steif die Waden auch. Kann ich zu Ihnen kommen dass Sie mir helfen können??

Antwort von Dr. med. Michael Hauk - Privatpraxis, verfasst am 27.02.2018

Entschuldigen Sie bitte meine sehr späte Antwort, mir war Ihre Frage entgangen. Sie sollten in der Tat eine angiologische Untersuchung (Untersuchung der Schlagadern der Beine) durchführen lassen - diese kann auch in unserer Praxis stattfinden. Gerade bei komplexen Fragestellungen mit Vorbehandlungen helfen wir gerne weiter, da wir hier viel Erfahrung haben.

Interessante Artikel zum Thema

Sie suchen einen passenden Arzt für Ihre Symptome?