Deutschlands größtes Arzt-Patienten-Portal

Beinschmerzen beim Gehen oder Stehen: Diese Therapie hilft!

Dr. Kauschke

von
verfasst am

© Fotosmurf03 - iStockÄltere Menschen leiden häufiger an Beinschmerzen beim Gehen und Stehen (© Fotosmurf03 - iStock)Schmerzende Beine beim Gehen oder Stehen deuten meistens auf eine Einengung des Wirbelkanales an der Lendenwirbelsäule oder auf eine arterielle Durchblutungsstörung im Becken-Oberschenkelbereich hin. In beiden Fällen schmerzen die Beine abhängig von der Schwere der Erkrankung bereits nach sehr kurzer Gehzeit. Eine Besserung tritt typischerweise auf, wenn die Betroffenen stehen bleiben oder sich hinsetzen.
 

Welche Ursachen stecken hinter dem Schmerz?

Nehmen die Beschwerden ab, wenn sich der Betroffene hinsetzt, könnte eine Engstelle im Wirbelkanal für die Schmerzen verantwortlich sein. Die Wirbelsäule neigt sich beim Hinsetzen nach vorne, wodruch die Engstelle entlastet wird. Leidet der Betroffene zusätzlich an Rückenschmerzen, deutet dies ebenfalls auf die Wirbelsäule als Ursache des Problems hin.

Verbessern sich die Symptome, wenn der Betroffene stehenbleibt, ist das ein Hinweis auf eine Gefäßverengung, da durch das Stehenbleiben bereits der Sauerstoffbedarf der beanspruchten Beinmuskulatur vermindert wird. Bei diesen Symptomen sollten Sie zum Orthopäden gehen und Ihr Problem abklären lassen. Des Weiteren könnte der Gang zum Gefäßspezialisten hilfreich sein, um Ihre Becken-Beinarterien untersuchen zu lassen.
 

Wie kommt es zur Einengung des Wirbelkanals?

Die Einengung des Wirbelkanals tritt verschleißbedingt im höheren Lebensalter auf. Sie kann bei kurzen Wirbelbögen aber auch bereits im dritten oder vierten Lebensjahrzent symptomatisch werden. Ein Wirbelgleiten oder eine Raumforderung im Wirbelkanal kann ebenfalls die Ursache sein. Klarheit bringt in jedem Fall eine Kernspintomographie der Wirbelsäule.
 

Welche Symptome treten auf?

Die Schmerzen entstehen beim Gehen oder Stehen, da die Lendenwirbelsäule während des Standes und auch während des Gehens in die Lordose, sprich in die Hohlkreuzstellung, übergeht. Der Wirbelkanal verkleinert sich dadurch und die Nervenstrukturen wird zu eng.

Ungünstig ist auch, wenn das Becken ins Hohlkreuz kippt. In sitzender Position mit Vorneigung des Rückens und beim Radfahren sind die Patienten häufig beschwerdefrei, da der Wirbelkanal dadurch etwas erweitert wird und das Becken gestreckt, aus der Hohlkreuzposition herausgeführt und aufgerichtet wird.

Bei der Arterienverengung reicht die Sauerstoffzufuhr über die Blutbahn für die beanspruchte Beinmuskulatur nicht mehr aus, wodurch Schmerzen entstehen.
 

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

© RioPatuca Images - fotoliaLassen Sie sich zur entlordosierenden Behandlung der Wirbelsäule beraten! (© RioPatuca Images - fotolia)Therapeutisch hilft bei der Wirbelkanalverengung die sogenannte entlordosierende Behandlung, bei welcher die Lendenwirbelsäule aus der Hohlkreuzstellung herausgeführt und das Becken aufgerichtet wird.

Hilfreich ist eine vorsichtige Streckung des Rückens mit Beckenaufrichtung. Wichtig ist muskuläre Stabilisierung mit speziellen Übungen für die kleinen Rückenmuskeln. Nur eine gute Muskulatur ist in der Lage, dem Rücken die notwendige Stabilität zu gewährleisten. Bei der Gefäßverengung ist Gehen trotz der starken Schmerzen unabdingbar.

Schmerzmedikamente helfen für einen begrenzten Zeitraum: Die individuelle Auswahl der Medikamente trifft der Behandler. Bei ausbleibender Besserung kann der Patient über eine Operation nachdenken. In jedem Fall sollte er einen Spezialisten aufsuchen.

Patienten können sich selbst helfen, indem sie gewissenhaft und beständig die Wirbelsäule stabilisieren, sich ausreichend bewegen und gesund ernähren.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
44
Interessante Artikel zum Thema „Bein- & Fußschmerzen”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
 
Ich akzeptiere die Nutzungsrichtlinien und AGB der jameda GmbH und habe die Datenschutzerklärung gelesen.
  

Kommentare zum Artikel (3)


24.07.2019 - 21:54 Uhr

Guten Tag, Ich suche verzweifelt nach einer...

von Barbara W.

... Besserung der Beschwerden für meinen Vater. Er nimmt seit Jahren Novalgin welches nun nicht mehr hilft. Er ist 92 Jahre und lebt bislang allein und selbständig. Der Hausarzt hat nun Morphium Pflaster und verschiedene Tabletten aufgeschrieben. Leider hilft nichts! Tilidin hat einmal geholfen, führt aber zu Albträumen. Die Beschreibung trifft zu auf die Lendenwirbel. Im Sitzen ist er schmerzfrei. Haben Sie noch eine Idee? Bin wirklich ratlos und kann den alten Menschen nicht leiden sehen. Lg Barbara W.

Dr. Kauschke

Antwort vom Autor am 26.07.2019
Dr. med. Thomas Kauschke

Wenn eine Spinalstenose im MRT nachgewiesen ist und wenn die OP-Fähigkeit gegeben ist, kann auch ein 92 Jahre alter Mensch von einer operativen Behandlung profitieren. Vorstellung bei einem Orthopäden bzw. Wirbelsäulenspezialisten und zum MRT der LWS überweisen lassen und danach bei entsprechendem Befund Klärung der OP-Fähigkeit durch Hausarzt oder Anästhesisten.

05.02.2019 - 08:48 Uhr

Guten Tag Herr Dr. Kauschke seit einem Spaziergang...

von Heidi H.

... im Oktober 2018 habe ich täglich Beinschmerzen die vom Gesäß außen Oberschenkel bis in die Wade ziehen und das beim stehen und gehen. Gefäßerkrankung wurde ausgeschlossen. Es wurden anfang Januar 2 Bandscheiben Op lws 4/5 und 5/6 (habe anomalie) gemacht. Die schrecklichen schmerzen sind immer noch da, ich kann kaum laufen. Es wurde Mitte Januar nochmals ein MRT zur Kontrolle gemacht. Bandscheiben sind frei. Bekomme gerade fentanyl pflaster 25 und diclofenac. Isg gelenk wurde auch gespritzt hat nicht geholfen. Es hat geheissen dass es das dann auch nicht ist. Es wurde noch ein leichtes wirbelgleiten grad 1 als nebenbefund festgestellt. Das ist dann auch nicht die Ursache meinen sie. Hüfte wurde geröngt alles ok. Dann wurde ich nach hause geschickt. Ich weiß nicht mehr weiter. Können sie mir einen Rat geben? Ich kann nichts mehr machen. Liege fast nur noch den ganzen tag. Besten Dank im voraus.

Dr. Kauschke

Antwort vom Autor am 05.02.2019
Dr. med. Thomas Kauschke

Sehr geehrte Frau H., Grundlage für meine Antwort: Der geschilderte MRT Befund stimmt. Sie haben keine neurologischen Ausfälle oder Auffälligkeiten. Die üblichen Laborwerte sind unauffällig. Der Bauch ist weich und reizfrei. Die Hüftgelenke sind schmerzfrei beweglich. Die Organe des kleinen Beckens sind unauffällig. Ihre psychosomatische Situation ist unauffällig (Arbeitsplatz, Beziehung, Familie etc.). Wenn qualitativ gute MRT-Aufnahmen postoperativ vorliegen und diese keine Einengung zentral oder lateral auf Höhe der unteren beiden lumbalen Segmente zeigen rate ich in diesem Fall zu einer einmaligen minimalinvasiven Schmerztherapie mit epiduraler sakraler Infiltration und Umflutung der Facettengelenke mit Anästhesie der Rami dorsales und danach Physiotherapie mit Dehnung der ischiokruralen und pelvitrochanteren Muskulatur. Vitamin D je nach Spiegel und Magnesium 300 mg zweimal täglich. Fentanyl für einen begrenzten Zeitraum.

29.01.2019 - 13:54 Uhr

Guten Tag Dr.med. Thomas Kauschke Ich leide...

von Eduard H.

... seit dem 10 .3 .2018 Mit problemen an den Füßen , Es ist für unmöglich den ganzen Tag auf den füßen zu stehen oder Bewegen, Schmerzen am Rücken sind noch vorhanden, Sitzen, liegen ,Autofahren geht alles ohne Probleme Ich weiß einfsch nicht mehr weiter ich war bei vielen Ortophäden keiner konnte mir wirklich weiter helfen vlt haben sie für mich ein guten Ratt:) Bin 26 Jahre jung noch ziemlich fit, Würde liebend gern wieder arbeiten gehen oder das leben wieder genießen zu können:)

Dr. Kauschke

Antwort vom Autor am 29.01.2019
Dr. med. Thomas Kauschke

Wenn wir Ihre geschilderten Beschwerden auf den von mir verfassten Artikel beziehen wollen frage ich Sie als erstes, ob es ein MRT (Kernspintomographie) ihrer Lendenwirbelsäule gibt. Nur so kann eine lumbale Spinalstenose festgestellt werden.


Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete