Die Hanfpflanze ist durchaus bemerkenswert. Neben ihren gesundheitlichen Wirkungen, die nachher noch im Detail erörtert werden, ist sie Ausgangsmaterial für ganz unterschiedliche Endprodukte, wie z.B. Kleidung, Baustoffe oder Lebensmittel.
Oftmals war Hanf viel günstiger als etablierte Rohstoffe wie z.B. Papier für Holz oder Erdöl als Kraftstoff. Das wurde als Bedrohung für große Industriebereiche der USA im frühen bis mittleren 20. Jahrhundert betrachtet. Daher wurden über weite Teile alle Produkte untergraben, die mit Hanf zu tun haben. Erst in den letzten Jahren wurde es wieder möglich, eine sachliche Diskussion zu führen.
So stehen uns in der Medizin nun endlich wirksame Substanzen zur Verfügung, die eine ganze Reihe von Symptomen verbessern können. Wichtig ist: Es gibt sehr viele verschiedene Moleküle, die aus der Hanfpflanze gewonnen werden.
Als Erstes wird sofort die berauschende Wirkung erwähnt. Dafür ist das sogenannte THC verantwortlich. Auch das darf mittlerweile nach ärztlicher Verordnung verwendet werden, zum Beispiel bei Patienten mit Multipler Sklerose.
Wir haben ein körpereigenes System, das auf Cannabinoide - Wirkstoffe aus der Hanfpflanze - reagiert.
Unser Körper ist in der Lage, sogenannte Endocannabinoide zu produzieren. Es dauerte bis 1992, das nachzuweisen. Dieser Stoff bekam den Sanskritnamen Ananda, was „Glückseligkeit“ bedeutet, und wird demnach als Anandamid bezeichnet.
Wahrscheinlich hat die oben erwähnte Stigmatisierung der Hanfpflanze im letzten Jahrhundert dazu geführt, dass die so wichtige Gehirnforschung hier nur mit angezogener Handbremse durchgeführt werden konnte. Denn Forschung funktioniert dann besonders gut und schnell, wenn ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen vorhanden sind. Leider trifft das Gegenteil auch zu. Daher wissen wir nur von einem Bruchteil der Möglichkeiten, die sich nach und nach erschließen.
Mittlerweile hat die Pharmaindustrie das Potenzial einer legalisierten Anwendung erkannt.
Exemplarisch sei hier das Cannabidiol erwähnt. Es wirkt nicht berauschend, wird unter der Abkürzung CBD vertrieben und darf einen maximalen Anteil von 0,2 % THC enthalten. Bislang unterliegt es nicht der Verschreibungspflicht.
Gleichwohl kann man aufgrund von Stellungnahmen der Gesundheitsbehörden erahnen, dass man dieses cannabidiolhaltige Öl für so potent hält, dass man hier am liebsten von Medikamenten sprechen würde. Als Arzt frage ich meine Patienten daher, ob sie etwas davon einnehmen. Denn es gibt durchaus Wechselwirkungen mit gängigen Medikamenten, die die Wirkung verschlechtern können.
Von gesicherten Wirkungen kann leider nicht die Rede sein. Welche Effekte werden also vermutet und welche Anwendungsgebiete sind möglich?
So kann man das nicht sehen. Tatsache ist, dass sich alle möglichen Symptome Raum verschaffen, wenn unser Endocannabinoidsystem aus der Balance geraten ist. Unsere körpereigene Produktion ist dann überfordert und die Mangelerscheinungen machen uns zu schaffen.
Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit CBD kann uns in die Balance zurückbringen.
Es gibt Hinweise auf positive Effekte bei der Krebsbehandlung. Vielleicht ist die unterstützende Wirkung von CBD sinnvoll. Auch hier muss noch viel geforscht werden.
Entscheidend ist aus meiner schulmedizinischen Sicht, dass Ihr Arzt immer im Bilde über das ist, was Sie neben den Medikamenten „konsumieren“, die Ihnen verschrieben werden. Fragen Sie nach seiner Meinung zu CBD und den Wechselwirkungen mit Ihren Medikamenten.
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