Team jameda
Hallux rigidus bedeutet steifer Großzeh (1. Mittelfußknochen und Zehengelenk), meist ausgelöst durch Arthrose im Großzehengrundgelenk. Die Patienten mit Hallux rigidus haben Schmerzen im Gelenk – nicht über dem seitlichen Ballen wie beim Hallux valgus. Schmerzhaft ist hier der Druck auf dem oben liegenden Höcker auf dem Großzehenballen. Der Schuh drückt direkt oben auf den Vorsprung der knöchernen Gelenkerweiterung. Dieser Sporn am Kopf des 1. Mittelfußknochens bildet sich als Antwort auf Knorpelverschleiß. Die Gelenkinnenhaut löst die Knorpelbruchstücke auf und entzündet sich dadurch und bildet vermehrt Gelenkflüssigkeit, wodurch das Gelenk anschwillt.
Im Röntgenbild sind die Verminderung des Gelenkspaltes und auch die Spornbildung oben auf dem Gelenk wie auch seitlich als Erweiterung des Gelenkkopfes sowie des freien Gelenkkörpers zu sehen.
Die digitale Volumentomographie (DVT) im Stehen ist ein der Computertomographie ähnliches Verfahren. Es wird ein dreidimensionales Bilddatenvolumen erstellt, daraus können nun in beliebiger Richtung sehr dünne Bildschnitte von 0,2 mm Schichtdicke mit hoher Auflösung erzeugt werden. Anders als es in der Computertomographie möglich ist, kann der Fuß im DVT in seiner Funktionsstellung – nämlich im Stehen – dargestellt werden und somit können die Gelenkpartner und Knochen zueinander unter Vollbelastung beurteilt werden.
Im DVT kann man verbessert Hohlräume – Zysten im Knochen – erkennen und sieht deutlich, wo der Verschleiß genau sitzt. Sehr gut lassen sich die unter dem Mittelfußkopf liegenden Sesambeine beurteilen. Vor allem die vom Hallux rigidus betroffene Stellung des 1. Mittelfußknochens im Verhältnis zu den anderen Mittelfußknochen kann beim DVT besser beurteilt werden.
Im MRT lassen sich die Weichteilstrukturen gut darstellen. So sieht man beim Hallux rigidus den Erguss und kann Flüssigkeit im Knochen beurteilen. Der Knorpelbelag ist im Großzehengrundgelenk sehr dünn und lässt sich deshalb nicht gut abgrenzen. Durchblutungsveränderungen und Veränderungen bei frischen Verletzungen sind im MRT sichtbar.
Die Summe der Erkenntnisse aus der Bildgebung lässt dann verbessert die Prognose und die Therapie definieren.
Nicht-operative Therapien bieten steifsohlige Schuhe mit einer Ballen- oder Hallux rigidus-Rolle. Einlagen können mit einer Hallux rigidus-Feder versteift werden. Injektionen mit Kortison, Hyaluronsäure sowie mit einem Wachstumsfaktor-Serum (PRP ACP) können die Beschwerden mindern, aber nicht heilen. Sie können auch nicht ein Fortschreiten der Arthrose im Großzehengrundgelenk aufhalten.
Gelenkumstellende Operationen mit Entfernung des lockeren Knorpels und knorpelregenerative Maßnahmen sowie Entfernung der Knochenvorsprünge sind hingegen geeignet, das Fortschreiten der Arthrose im Großzehengrundgelenk aufzuhalten und die Beschwerden weitgehend zu beseitigen.
Die Entstehung der Arthrose im Großzehengrundgelenk und die damit verbundene Hochstellung des 1. Mittelfußknochens kann durch eine plantarisierende, den Knochen absenkende Osteotomie (gezielte Knochendurchtrennung), korrigiert werden.
Ist die Arthrose weit fortgeschritten und eine gelenkerhaltende Therapie nicht mehr möglich, kann eine Resektionsinterpositionsarthroplastik helfen. Hierbei wird ein schmaler Streifen Knochenhaut von der Großzehe entnommen und das Gelenk mit einem Periost-Knochenhautstreifen überzogen, um auf diese Weise einen neuen Gelenküberzug im Sinne einer Bioprothese zu schaffen.
Für Sportler und für Patienten, die ihren Fuß sicher, schmerzfrei und stark belasten wollen, ist die Gelenkversteifung (Arthrodese) am besten geeignet. Nach wenigen Tagen kann der Fuß wieder voll belastet werden und das körperferne Großzehengelenk bleibt dabei beweglich.
Man muss schon sehr genau hinschauen, um beispielsweise beim Barfußgehen einen Patienten mit Großzehengrundgelenks-Arthrodese identifizieren zu können.
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