Was ist ein Nabelbruch? So erkennen Sie erste Anzeichen

Einen Nabelbruch beim Erwachsenen muss man meist operieren (© dolgachov_iStock)

Ein Nabelbruch bei Säuglingen ist relativ harmlos, bei Erwachsenen muss er oft operiert werden. Warum gerade der Nabel eine Schwachstelle ist, wie man einen Bruch erkennt und welche Behandlung die geeignete ist, erklärt der jameda Gesundheitsredaktion in diesem Gesundheitstipp.

Was ist ein Nabelbruch?

Ein Nabelbruch (Nabelhernie) ist ein Weichteilbruch im Bereich des Bauchnabels. Dabei bildet sich eine Lücke in der Bauchwand im Nabelbereich, wo die Muskelschichten nur durch Bindegewebe miteinander verbunden sind. Durch den entstehenden Spalt (Bruchpforte) tritt dann eine Ausstülpung vom Bauchfell hindurch, in diesem Bruchsack können sich auch einzelne Darmschlingen durch die Bruchpforte schieben. Leichtgewichtige Säuglinge mit einem Geburtsgewicht um 1500g kommen fast immer mit einem Nabelbruch auf die Welt, da ihre Bauchdecke noch nicht ganz ausgereift ist.

5 % der Erwachsenen erleiden im Laufe ihres Lebens einen solchen Bruch, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Ein Nabelbruch wird durch Überdehnung des Nabels und durch zu hohen Druck auf den Bauch begünstigt. So sind Personen mit Übergewicht oder einer angeborenen Bindegewebsschwäche gefährdet, auch Frauen in der Schwangerschaft und Menschen, die ständig schwere Lasten heben, sowie Personen mit Erkrankungen, bei denen sich Wasser in der Bauchhöhle ansammelt, wie z. B. bei schweren Lebererkrankungen.

Wichtigstes Anzeichen: Beule am Bauch

Ein Nabelbruch kann recht unscheinbar sein, der Nabel ist dann lediglich etwas vorgewölbt. Oft zeigt sich aber eine Beule, die tischtennisball- bis handballgroß sein kann, je nachdem wie viel Gewebe in den Bruchsack ausgetreten ist. Bei Druck auf den Bauch, z. B. beim Husten oder Pressen, kann sich die Ausstülpung vergrößern, selbst dann haben Betroffene oft keine Beschwerden, eher ein Druckgefühl oder Kneifen. Treten jedoch plötzlich Schmerzen auf und ist die Haut im Nabelbereich blau-rot verfärbt, besteht der Verdacht auf einen eingeklemmten Bruch, bei dem Teile der Eingeweide abgeschnürt werden. Dieser medizinische Notfall muss sofort behandelt werden.

Wie behandelt der Arzt einen Nabelbruch?

Zur Diagnose eines Nabelbruchs tastet der Arzt den Bauch ab, zur weiteren Abklärung kann eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Bei Säuglingen bildet sich ein Bruch durch die Reifung der Bauchwand meist von selbst zurück, noch bis zum Alter von 5 Jahren kann sich die Lücke in der Bauchwand von alleine schließen. Erleiden Erwachsene einen Nabelbruch, muss er in den meisten Fällen durch eine Operation behoben werden, da sich die Lücke in der Bauchwand nicht mehr selbst verschließt. Ein eingeklemmter Bruch muss sofort operiert werden, da es sonst durch eingeschnürte Darmschlingen zum Absterben von Gewebe kommen kann. In einer Operation wird der Bruchsack zurück in die Bauchhöhle geführt und die Lücke in der Bauchwand durch eine Naht oder ein medizinisches Netz verschlossen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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