Zahnpflege: Die 5 größten Irrtümer und Fehler

Dr. Szostak

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© Nobilior -  fotoliaGesunde Zähne sind mit viel Pflege verbunden - ebenso gibt es viele Irrtümer, wie es richtig geht (© Nobilior - fotolia)Um die Zahnpflege ranken sich zahlreiche Irrtümer: Gut gemeint ist aber nicht immer gut gemacht, wissen Experten der Zahnmedizin. Die Zahnarztpraxis klärt über die richtige Mundhygiene auf, um unliebsame Folgen zu vermeiden. Erfahren Sie, warum Sie die Zähne keinesfalls schrubben sollten, das Zähneputzen direkt nach dem Essen nicht ratsam ist und weitere interessante Details über die Zahnpflege.

 

1. Nach dem Essen Zähne putzen?

Es ist ein Irrglaube, dass das Zähneputzen direkt nach dem Essen die Zahngesundheit optimal fördert. Das gilt insbesondere bei säurehaltigen Lebensmitteln: Die Säuren, die in Obst, Säften und Limonade enthalten sind, greifen die Schutzschicht des Zahnschmelzes an. Wenn Sie nach dem Essen hingegen etwa 30 Minuten warten, sorgt der Speichel für einen erneuten Aufbau der Schutzschicht. Aus demselben Grund ersetzt das Essen eines Apfels trotz des Gehalts an Vitalstoffen nicht das Zähneputzen, wie gelegentlich verbreitet wird.


2. Kaputte Zähne durch gründliches Schrubben

Ebenso kommt das Schrubben der Zähne keiner besonders sorgfältigen Pflege gleich: Selbstverständlich wird der Belag dadurch entfernt, allerdings fördert es zugleich Zahnfleischschwund und die Abtragung des Zahnbeins. Zahn und Zahnhalteapparat werden also geschädigt, statt lediglich die Zähne zu reinigen.

Sinnvoller ist es, die Zähne stets kreisförmig und lediglich mit sanftem Druck zu putzen. Zahnärzte empfehlen die Verwendung von Zahnseide, denn die Zahnbürste erreicht nur etwa 75 Prozent der gesamten Fläche.

Zahnseide hingegen entfernt auch Speisereste und Beläge in den Zahnzwischenräumen und reduziert so das Kariesrisiko. Greifen Sie daher für eine optimale Mundhygiene nach jeder Mahlzeit zu Zahnseide und verwenden Sie zum Putzen eine elektrische Zahnbürste mit Druckkontrolle.


3. Weiße Zähne für ein strahlendes Lachen

Trotz sorgfältiger, fachgerechter Reinigung bleiben Verfärbungen der Zähne nicht aus. Gerne wird zu speziellen Zahncremes mit Bleaching-Effekt gegriffen, um sie zu entfernen. Das hat im günstigen Fall lediglich einen oberflächlichen Effekt, indem Flecken reduziert werden, der Farbton der Zähne aber erhalten bleibt. Schlimmstenfalls weisen derartige Zahncremes eine Abrasionsstärke (einen sogenannter RDA-Wert) von mehr als 100 auf. Damit ähneln sie der Anwendung von Schleifpapier und greifen die Zahnoberfläche an. Gesünder und effektiver ist daher ein professionelles Bleaching beim Zahnarzt.

4. Das schadet den Zähnen

Viele Menschen knirschen im Schlaf mit den Zähnen. Das ist keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen, denn dabei wirken enorme Kräfte auf die Zähne, den Zahnhalteapparat und die Kiefergelenke ein. Mehr als 100 Kilogramm pro Quadratzentimeter sind möglich. Auf diese Weise nehmen die Zähne nachhaltig Schaden. Auch Kiefergelenksentzündungen sowie Kopf- und Nackenverspannungen oder -schmerzen treten auf. Eine Kunststoff- oder Beißschiene beugt dem Zähneknirschen vor und trägt somit nicht nur zur Zahngesundheit bei.


5. Karies und Parodontitis

Bei Karies handelt es sich ebenso wie bei Zahnfleischentzündungen um eine bakteriell ausgelöste Infektionskrankheit. Einer solchen vorzubeugen, erfordert eine sorgfältige Mundhygiene, die bereits im Babyalter anfängt. Hier ist der Eigenschutz noch wenig ausgeprägt. Lecken Eltern zum Beispiel den Löffel des Babys ab, gelangen über den eigenen Speichel Bakterien in die Mundflora des Kindes, die Erwachsenen womöglich nicht schaden, jedoch Karies bei den jungen Zähnen verursachen kann.

Parodontitis kann später noch weitreichendere Folgen haben, denn wenn die Bakterien, die sich im Zahnfleisch tummeln, Entzündungen auslösen und über die Blutbahn im Organismus ausbreiten, ist Herzinfarkt eine der möglichen Folgen.

Prophylaxe-Profis empfehlen daher neben der Mundhygiene den regelmäßigen Besuch beim Zahnarzt, was natürlich insbesondere bei bereits bestehenden Problemen wichtig ist. Davor müssen sich auch Kinder und Angstpatienten nicht scheuen, denn es gibt die unterschiedlichsten sanften Behandlungsmethoden.

So ist es beispielsweise möglich, leichte Karies ganz ohne Bohren per Infiltrationsmethode zu begegnen: Die betroffene Stelle wird durch ein spezielles Gel aufgeraut und anschließend mit einem farblosen Kunststoffgel aufgefüllt - schon ist der Zahn versiegelt.

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