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Schlechte Zähne durch Zahnarztangst: Was können Betroffene tun?

Dr. Makuch

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© dulezidar_iStockFehlende Prophylaxebehandlungen führen bei Angstpatienten häufig zu Zahnschmerzen! (© dulezidar_iStock)Aktuelle, repräsentative Studien konnten nachweisen, dass 80 - 98 % der westlichen Bevölkerung zumindest ein Gefühl von Nervosität und Anspannung während der zahnärztlichen Behandlung verspüren. 20% der Deutschen sind sogar als hochängstlich einzustufen. Das unbehagliche Angstgefühl wird stärker, wenn eine Spritze gesetzt werden soll, oder wenn die Betroffenen das schrille Geräusch des Bohrers oder den sterilen Geruch der Behandlungsräume wahrnehmen. Manchmal auch schon dann, wenn sie über den bevorstehenden Zahnarzttermin nachdenken. Oftmals führt diese Angst dazu, dass Termine immer wieder aufgeschoben werden und der Behandlungsbedarf dadurch immer größer wird. Es beginnt ein schmerzvoller und von Angst geprägter Teufelskreis, der den Patienten in eine scheinbar unüberwindbare Lage bringt.

Angstpatienten schieben Behandlungen zu lange auf!

Durch das Vermeidungsverhalten und die Angst, die therapiebedürftigen Zähne zu sanieren, kommt es letztlich zu akutem Schmerz, zum Beispiel durch einen eitrigen Abszess, der so genannten „dicken Backe“. Da Schmerztabletten irgendwann keine Abhilfe mehr schaffen, suchen Betroffene letztlich doch eine Zahnarztpraxis auf oder stellen sich im Notdienst vor.

Umso entzündeter der Zahn ist, desto weniger Wirkung zeigt eine lokale Betäubung - die Behandlung verläuft unter Anspannung oder ist sogar schmerzhaft und bestärkt den ohnehin ängstlichen Patienten in seiner Furcht.

Darüber hinaus ist es in derartigen Notsituationen schwer bis unmöglich, eine zwischenmenschliche Beziehung oder das nötige Vetrauensgefühl zum Behandler zu entwickeln. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Betroffene nach seiner Notfallbehandlung nicht plant, in Kürze erneut eine Zahnarztpraxis zu betreten.

Trotz modernster Technologie, innovativen Behandlungsmethoden und lückenloser Prophylaxemaßnahmen ist die Prävalenz der Zahnbehandlungsängste und der damit verbundene Handlungsbedarf bei einem Großteil der Bevölkerung weiterhin enorm. Lösungswege werden jedoch leider immer noch viel zu selten angeboten und oftmals fehlt es in den Praxen an Zeit oder Fingerspitzengefühl, um sich einem ängstlichen Patienten und seinen individuellen Nöten und Sorgen ausreichend zu widmen.

Der letzte Ausweg scheint immer wieder die Behandlung unter Vollnarkose zu sein. Die Totalsanierung ängstlicher Patienten unter Allgemeinanästhesie oder Sedierung zählt mittlerweile zu den gängigsten Therapiekonzepten deutscher Zahnarztpraxen - eine aus psychologischer Sicht erschreckende Entwicklung!


Behandlung in Narkose

© 1031405- Dawna MartinezBehandlungen in Vollnarkose oder Sedierung liegen scheinbar im Trend! (© 1031405- Dawna Martinez)Obwohl heutige Narkoseverfahren mittlerweile als sicher gelten, kommt es dennoch immer wieder zu Zwischenfällen und Nebenwirkungen. Je nach Gesundheitslage des Patienten gibt es sogar beachtliche Risiken, die gegen eine Narkose ohne medizinische Notwendigkeit sprechen.

Davon abgesehen ist diese Methode in psychologischen Fachkreisen sehr umstritten und wird vielfach kritisiert. Es heißt, sie sei ungeeignet, um dem Patienten tatsächlich und langfristig Hilfestellung zu leisten.

Die Totalsanierung unter Vollnarkose beseitigt lediglich zeitweise die zahnmedizinischen Probleme des Patienten und behandelt somit nur Symptome, anstatt die Ursache zu beheben. Das eigentliche Problem, das seelischer Natur ist, wird lediglich aufgeschoben und bleibt unbeachtet. Viele Patienten sind nach einer derartigen Behandlung sogar davon überzeugt, jede weitere Behandlung in ihrem Leben unter Vollnarkose durchführen zu lassen.

Kein Zahnersatz und keine Füllung halten ewig - erst recht nicht, wenn Kontrolltermine und Prophylaxesitzungen erneut vermieden werden - und so sind neue Defekte vorprogrammiert. Der Teufelskreis geht in die nächste Runde oder das Problem wird erneut „verschlafen“.


Welche Alternativen gibt es?

Das Ziel ist es, erst die Angst und dann den Zahn zu behandeln. Die anerkanntesten Methoden sind das Hypnoseverfahren und Reizkonfrontationstechniken im Sinne einer schonenden Gesprächs- und Entspannungstherapie.

Das Fünf-Sitzungsprogramm nach Wannemüller

Das Fünf-Sitzungsprogramm nach Wannemüller (2015) ermöglicht dem Patienten, einfach, individuell und gezielt seine Angst zu überwinden. Das Konzept nach Wannemüller kann von einem Therapeuten oder einem geschulten Zahnarzt durchgeführt werden. Der Patient befreit sich innerhalb des Programms von seinen Ängsten und betritt erst dann - angstfrei und voller Zuversicht - den Behandlungsraum.

Die Erfolgsquote dieser Verhaltenstherapie von mehr als 75 % spricht dafür, dass Zahnärzte einen neuen Kurs einschlagen sollten. In Zukunft sollten sie ihre Patienten weniger „schlafen legen“ und sich stattdessen deutlich mehr mit dem Thema einer adäquaten Angstbewältigung auseinandersetzen.

Geben Sie sich selbst, Ihre Mundgesundheit und Ihre Lebensqualität nicht auf und informieren Sie sich über Methoden der Angstbewältigung!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (8)


01.07.2019 - 14:23 Uhr

Hallo ich schäme mich so für meine Zähne. Ich...

von Ramona

... hatte damals also ich 15 war eine Wurzelbehandlung ohne betäubung, und ich habe vor schmerzen geschrien und geweint, der Zahnarzt hat keine Rücksicht genommen. Seitdem gehe ich nicht mehr hin. Nun merke ich dass ich aus dem Mund rieche, trotz putzen und putzen, merke ich dass die Zähne faulig werden. Habe aber so eine riesen Angst zum Arzt zu gehen. Ich will auch einfach wieder lachen und reden ohne Angst zu haben dass es riecht.

12.04.2019 - 15:19 Uhr

Bin seit ca. 20 Jahren nicht mehr zum Zahnarzt...

von Karin Langberg

... gegangen. Schlechte Erfahrungen gemacht. {

01.09.2018 - 12:36 Uhr

Ich war vor lauter Angst viele Jahre schon nicht...

von Beate M.

... mehr beim Zahnarzt und jetzt schäme ich mich so sehr, weil ich einen total schlechten Zahnstatus habe. Ich bin 53 und möchte wieder lachen können. Ich brauche dringend Hilfe.

Dr. Makuch

Antwort vom Autor am 03.09.2018
Dr. med. dent. Magdalena Makuch

Liebe Beate M., Sie brauchen sich nicht zu schämen - jede Situation im Leben, auch "schlechte Zähne", haben eine Ursache und eine persönliche Geschichte. Ihre Angst hat diese Situation herbeigeführt und dafür können Sie nichts! Schließlich gibt es auch da eine persönliche Ursache, die diese Angst hervorgerufen hat. Nun liegt es jedoch alleine in Ihrer Hand, Hilfe in Anspruch zu nehmen um diese wieder loszuwerden und Ihr Leben endlich wieder in vollen Zügen genießen zu können. Seien Sie mutig und schämen Sie sich nicht, sondern freuen Sie sich auf die wunderbaren Veränderungen, die alleine Sie in Angriff nehmen können. Wagen Sie den ersten Schritt - Sie können nur gewinnen! Ich wünsche Ihnen alles Gute und ein strahlendes Lächeln als Belohnung für Ihren Neuanfang. Mit vielen positiven Grüßen, Dr. Makuch

18.07.2018 - 00:40 Uhr

Ich habe vor ca. 3 Jahren erfahren das meine...

von Max

... Stiefmutter Brustkrebs hat, bis sie vor 9 Monaten verstorben ist. Ich habe ich mich täglich um sie gekümmert weil es ihr immer schlechter ging und mir auch, ich war ab der zeit nie wieder beim Zahnarzt oder um mich gekümmert, ich habe alle Zeit in meine Stiefmutter investiert und nunja hätte ich mir doch öfter die zähne geputzt würde ich hier heute nicht mit zähnen sitzten wo drei davon langsam irgendwie ausgedünnt werden. Ich weiß nicht wie ich es erklären soll also die oben Zähne in der Mitte und meine Backenzähne haben irgendwie weniger Füllung´und wenn ich jetzt zum Zahnarzt gehe wird er mich doch anmeckern warum ich mich nicht um meine zähne kümmer.

28.01.2018 - 21:00 Uhr

Ich habe auch Angst vor der Narkose. Das...

von Heike

... schlimmste ist das Gefühl des Ausgeliefertsein. Ich habe Missbrauchs- und Gewalterfahrungen. Meine Zaehne sind in einem desolaten Zustand. Einen wackelzahn habe ich schon gezogen bekommen. Leider habe ich auch schlechte Erfahrungen mit Zahnaerzten. Angst vor Schmerzen hab ich nicht

Dr. Makuch

Antwort vom Autor am 29.01.2018
Dr. med. dent. Magdalena Makuch

Guten Morgen Heike, schade, dass Sie so viele negative Erfahrungen machen mussten. Es ist jedoch NIE zu spät, die Sache anzugehen und am Ende ein strahlendes und vor allem gesundes Lächeln zurück zu erlangen! Ich bin froh, dass Sie auf diesem Weg bereits Kontakt aufgenommen haben und Ihren Fall schildern. Dass Sie Angst vor einer Allgemeinanästhesie haben, ist nichts ungewöhnliches. Die Risiken sind heutzutage minimal, aber das ungute Gefühl bleibt wohl bei jedem Patienten. Mein Konzept der Angstbewältigigung basiert vollständig auf einer Gesprächs- und Entspannungstechnik und ist gegen jegliche Art von Sedierung oder Narkose, da damit lediglich das Problem umgangen wird - jedoch nicht gelöst wird! Suchen Sie einen Experten auf diesem Gebiet auf und wagen Sie den ersten Schritt! Falls Sie Fragen haben sollten, können Sie mich gerne kontaktieren. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihren Lebensmut zurück gewinnen und verbleibe mit herzlichen Grüßen, Dr. Makuch

26.01.2018 - 12:05 Uhr

Ich schäme mich und habe große Angst vorm...

von Antje H.

... Zahnarzt, wie überwinde ich denn Scham und die Angst?

Dr. Makuch

Antwort vom Autor am 26.01.2018
Dr. med. dent. Magdalena Makuch

Sehr geehrte Frau H., den ersten Schritt haben Sie bereits getan, indem Sie sich mit der Situation auseinander setzen und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie diesen Weg auch weitergehen! Falls Sie erfahren möchten, wie man die Angst langfristig besiegen kann, können Sie mich hierzu gerne kontaktieren oder einen Experten in Ihrer Umgebung aufsuchen, der auf diese Art der (narkosefreien) Therapie spezialisiert ist. Mit vielen Grüßen, Dr. Makuch

02.10.2017 - 11:59 Uhr

Ich habe große Angst zum Zahnarzt zu gehen, weil...

von Jens H.

... ich sehr schlechte Zähne habe. Habe aber kein Geld, um dieses zu beheben. Was soll ich tun?

Dr. Makuch

Antwort vom Autor am 08.10.2017
Dr. med. dent. Magdalena Makuch

Sehr geehrter Herr H., in Deutschland existiert glücklicherweise immer noch die so genannte Regelversorgung, die es ermöglicht, kostengünstig oder sogar gar zuzahlungsfrei jeden gesetzlich versicherten Patienten ausreichend zu versorgen. Sollten Sie ein so genannter "Härtefall" sein, also unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegen, werden zahnmedizinische Leistungen, die die Regelversorgung nicht übersteigen, in der Regel vollständig übernommen. Ich wünsche Ihnen alles Gute, Dr. med. dent. Makuch

05.12.2016 - 18:11 Uhr

Ich finde diesen Artikel sehr Interessant, kann...

von Leyn T.

... mir aber nicht vorstellen, dass es mit einem Gespräch abgetan werden kann. Ich bin selbst Zahnarztangst betroffen, bekomme Schweißausbrüche und Herzrasen nur bei dem Gedanken zum Zahnarzt gehen zu müssen. Ich weiß nicht, woher das kommt aber meine Zahnarztangst ist so groß, dass ich nur noch ein Paar Zähne habe. Ich Ziehe mir die Zähne selber und esse bei Schmerzen etliche Tabletten, egal wie viele es sind, nur um die Schmerzen zu mindern und nicht einen Zahnarzt aufsuchen zu müssen. Ich würde gerne wissen, wie die Hypnose abläfuft und ob diese von der Krankenkasse übernommen wird. Mit bestem Dank und freundlichem Gruß, Leyn T.

Dr. Makuch

Antwort vom Autor am 06.12.2016
Dr. med. dent. Magdalena Makuch

Sehr geehrte Frau Leyn T., mit Ihrem Schicksal sind Sie nicht alleine. Ich kann Ihre Skepsis sehr gut nachvollziehen, aber die Erfahrungen und die vielen Studien zeigen, dass den Betroffenen tatsächlich geholfen werden kann - und das dauerhaft. Bei der Therapie handelt es sich jedoch nicht um ein einzelnes einfaches "Gespräch", wie Sie es schreiben. Gerne gebe ich Ihnen hierzu detaillierte Informationen in einem persönlichen Gespräch bei uns in der Praxis. Ich freue mich auf Ihren Besuch, Makuch


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