Artikel 09/07/2018

Liebeskummer überwinden: Nützliche Tipps für alle 4 Phasen der Krisenverarbeitung

Team jameda
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Wer kennt sie nicht, die Glücksgefühle, wenn wir uns verlieben. Auslöser für diese intensiven Gefühle ist ein körpereigener Glückshormon-Cocktail, der uns wie eine Droge euphorisiert. Kommt es in diesem Zustand zu einer Trennung, dann versiegen die Glückshormone und lösen damit quasi Entzugserscheinungen aus, die als Liebeskummer erlebt werden.

Das Ende einer Beziehung tut weh und verläuft in den seltensten Fällen reibungslos. Liebeskummer kann krank machen und dem Betroffenen schier das Herz brechen. Viele Menschen werden durch das Ende einer Partnerschaft völlig aus der Bahn geworfen und es fällt ihnen schwer, ihr geregeltes Leben aufrechtzuerhalten. Gefühlt begegnen ihnen überall glückliche Paare. Es schmerzt, auf Schritt und Tritt an den Menschen erinnert zu werden, der nun nicht mehr Teil des eigenen Lebens ist.

Welche Folgen kann Liebeskummer mit sich bringen?

Liebeskummer wird oft belächelt und als ein typisches Teenager-Problem bagatelisiert. Frei nach dem Motto: „Liebeskummer lohnt sich nicht my darling, schade um die Tränen in der Nacht, weil schon morgen dein Herz darüber lacht.’

Liebeskummer ist weit mehr als ein banales Pubertätsphänomen, das mit einem Schokoladen-Trostpflaster geheilt werden kann.

Er kann in jedem Lebensalter auftreten, auch wenn langjährige Beziehungen vor dem Aus stehen. Die Reaktionen auf den Verlust eines Partners sind individuell und vielfältig. Die Palette der körperlichen Reaktionen beinhaltet:

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass emotionaler Stress z.B. durch Partner-Verlust Beschwerden auslösen kann, die denen eines Herzinfarktes gleichen. Sie können das Herz nachhaltig schädigen. Deshalb gehören sie, ebenso wie Depressionen, in fachärztliche Behandlung.

Gleichzeitig konfrontiert uns der Trennungsschmerz mit einer Vielzahl von Verlusten. Wir verlieren den Menschen, mit dem wir gemeinsame Zukunftspläne geschmiedet und dem wir blind vertraut haben. Den Menschen, in dessen Nähe wir uns sicher, geborgen und geliebt fühlen konnten. Viele beschreiben den Moment des Verlassenwerdens, wenn die Liebe nicht mehr erwidert oder zurückgewiesen wird, als würde ihnen der Boden unter den Füßen weggerissen. Sie fühlen sich ohnmächtig, halt- und hilflos. Alles scheint sinnlos, hoffnungs- und aussichtslos.

Das Selbstbewusstsein ist am Nullpunkt. Selbstzweifel und die immer gleichen quälenden Fragen kreisen unaufhörlich im Kopf: Was habe ich falsch gemacht? Bin ich es nicht wert, geliebt zu werden? Bin ich nicht gut genug? Je nach Temperament suchen sich diese Selbstzweifel ein Ventil und lösen ein negatives Gefühlschaos aus. Häufige Folgen sind:

  • Angst
  • Hass
  • Wut
  • Trauer
  • rasende Eifersucht
  • Verzweiflung
  • sozialer Rückzug

In dieser Situation ist die eigene Aufmerksamkeit überwiegend auf die Trennung und die damit verbundenen Verluste fokussiert. Nicht selten machen sich dann Rachegedanken breit, manchmal auch Suizidgedanken.

Und jetzt die gute Nachricht: Liebeskummer ist behandelbar. Jeder erlebt ihn auf seine eigene Art und Weise. Es gibt allerdings keine Regel, wie lange er dauert oder wann er wieder vorüber ist. Entscheidend ist, dass er verarbeitet statt nur verdrängt werden sollte.

Trennung als Krise – 4 Phasen der Krisenverarbeitung

1. Verdrängen, nicht wahrhaben wollen

Oft wollen oder können wir es uns nicht eingestehen, dass unsere Beziehung in einer schweren Krise steckt und möglicherweise vor dem Aus steht. Na klar, wir erleben im Freundeskreis die eine oder andere dramatische Beziehungskrise mit anschließender Trennung. Aber so schlimm ist es bei uns auf keinen Fall, das kriegen wir schon wieder hin. Schließlich haben wir uns versprochen zusammenzuhalten, in guten wie in schlechten Zeiten. Und jetzt ist so eine schlechte Zeit, so ist nun einmal das Leben und noch lange kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Wir weigern uns einfach, den Tatsachen ins Auge zu sehen, nach dem Motto: „Das glaub ich nicht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.“

Selbst relativ eindeutige Anzeichen in den Wochen oder Monaten vor der Trennung werden oftmals ignoriert oder verharmlost, wie z.B:

  • Rückzugstendenzen des Partners
  • immer mehr Überstunden im Job
  • kritische Bemerkungen
  • Vorwürfe
  • Abrücken von lieb gewordenen Gewohnheiten
  • Vermeidung körperlicher Kontakte
  • keine Zärtlichkeit
  • keine Sexualität
  • ungute Gefühle

Dafür gibt es bestimmt ganz simple plausible Erklärungen: All das ist ganz sicher ausschließlich dem Älterwerden, der Midlifekrise oder dem stressigen Job geschuldet, da müssen wir einfach durch. Und dann steht der Partner eines Morgens mit gepackten Koffern da und konfrontiert uns mit der Realität: „Ich gehe, ich ziehe in eine eigene Wohnung.“

Selbst jetzt verschließen wir gerne mal die Augen. Wir denken: ‘Okay das ist sicherlich nur eine unüberlegte Kurzschlusshandlung, eine kurzfristige Beziehungspause. Ein bisschen Abstand tut uns vielleicht sogar gut, wir sind doch eigentlich ein perfektes Paar. Nach einer kleinen Auszeit wird alles wieder gut und unsere Beziehung wird dann besser als je zuvor sein. Reisende soll man nicht aufhalten. Früher oder später wird er merken, was er an mir hat und mit einem riesigen Strauß roter Rosen zu mir zurückkehren.’

2. Aufbrechende Gefühle, Wut

Aber dann passiert das, was man nie für möglich gehalten hätte: Der „Reisende“ spricht die Worte aus, die wir niemals hören möchten. Kein Wort von „erst einmal eine Pause einlegen“, sondern kurz und schnörkellos die Botschaft: „Ich liebe dich nicht mehr, ich will die Trennung.“ Und jetzt geht das Gefühlschaos los. Die Hoffnung schwindet schlagartig. Das Verlassen-Werden versetzt uns in eine Art Schockstarre, lähmt und macht sprachlos. Wir können keinen klaren Gedanken fassen, fühlen Hilflosigkeit, Leere, Schmerz und Trauer.

Irgendwie schaffen wir es einigermaßen im Job und bei den absolut notwendigen Alltagsroutinen mehr oder weniger automatisch zu funktionieren. Aber der innere Antrieb fehlt und die Lebensfreude ist verloren gegangen. Das soziale Leben wird vernachlässigt, die Selbstzweifel nehmen Überhand und die eigene Attraktivität wird komplett in Frage gestellt. Das Gedankenkarussell dreht sich pausenlos um die zerbrochene Liebe und um die Angst vor einer düsteren Zukunft ohne den geliebten Menschen an der Seite.

Abwechselnd wird die Schuld am Scheitern der Beziehung in der eigenen oder der anderen Person gesucht, aber das ändert nichts daran, dass wir uns nach wie vor zutiefst verletzt und gekränkt fühlen.

Irgendwann gesellt sich Wut zu der Verzweiflung. Wut und Empörung über den Liebesentzug, das ungerechte, herzlose Verhalten desjenigen, der gegangen ist. Auch Hassgefühle und Rachegedanken tauchen auf und wir stellen uns vor, es ihm heimzuzahlen.
Er soll mindestens ebenso leiden wie wir selbst. Wir spüren große Lust, ihn mit wüsten Beschimpfungen und Vorwürfen zu bombardieren, ihn mit Anrufen zu terrorisieren und ihn vielleicht sogar zu stalken. Er soll am eigenen Leib erfahren, was er mir angetan hat, sich schuldig fühlen, seinen Fehler einsehen und am besten reumütig zu mir zurückkehren.

Die Erfahrung zeigt, dass das definitiv keine gute Idee ist. Genauso wenig, wie sich beispielsweise mit Alkohol zu betäuben oder sich kopflos in erotische Kurzabenteuer zu stürzen.

3. Verhandeln, geht da noch was?

In diesem Hin- und Hergerissensein zwischen den widerstreitenden Gefühlen erwacht bei denen, die verlassen wurden, oftmals der Kampfgeist mit dem Ziel, zu retten, was zu retten ist. Betroffene versuchen verzweifelt, den Partner umzustimmen und der Beziehung eine neue Chance zu geben.

Dabei werden alle Register gezogen, Versprechungen und Zugeständnisse gemacht, Kompromisse angeboten und Liebesbeweise erbracht, fast bis zur Selbstaufgabe. Die Lähmung und Aufgabe aus den ersten Phasen des Liebeskummers weicht einem teilweise blinden Aktionismus und verleitet zu unvernünftigen emotional gesteuerten Handlungen.

Egal wie, Aufgeben kommt nicht in Frage. Wir versuchen krampfhaft den Partner davon zu überzeugen, seinen Trennungsentschluss rückgängig zu machen. Wir setzen auf Hartnäckigkeit und Wiedergutmachung, lassen nicht locker und lauern darauf, ob irgendwelche Reaktionen des Partners als Anzeichen für seine Rückkehr interpretiert werden können.

Fakt ist allerdings die ernüchternde Erkenntnis, dass sich der Partner von so viel Aktionismus eher abgestoßen fühlt. Er fühlt sich in die Enge getrieben und reagiert mit noch mehr Ablehnung. Als Folge davon werden die Auseinandersetzungen noch heftiger, die Konflikte eskalieren und die Verletzungen und der Liebeskummer sind noch schmerzhafter als zuvor.

4. Akzeptanz, loslassen und Neuorientierung

Diese ernüchternde Erkenntnis öffnet uns aber auch die Augen. Wir begreifen, dass es keine Neuauflage der Beziehung geben wird. Wir müssen uns von dem Gedanken an eine Wiedervereinigung trennen. Es ist, wie es ist. Auch wenn das Bedauern über das Ende der Beziehung immer noch präsent ist, auch wenn es immer wieder kurzfristige emotionale Rückfälle gibt, lässt der Schmerz und die Verbitterung nach. Es tut alles nicht mehr ganz so weh.

Wir sehen wieder einen Lichtschimmer am Horizont. Schritt für Schritt bauen wir unser Selbstwertgefühl wieder auf und beginnen unser Leben wieder aktiv in die eigene Hände zu nehmen. Wir erkennen, dass es sehr wohl möglich ist, ein glückliches Leben auch im Alleingang zu führen.

Verlassen zu werden ist kein Schicksal, das sich zwangsläufig wiederholen muss und bedeutet auch keine Stigmatisierung für den Rest des Lebens. Das Scheitern einer Beziehung ist keine Strafe für eigenes Versagen und kein Indiz für Beziehungsunfähigkeit. Es hat einfach nicht gepasst. Das ganz sachliche und vorwurfsfreie Reflektieren darüber, was zum Scheitern geführt hat und welche Anteile auf beiden Seiten dazu beigetragen haben, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, den Liebeskummer hinter sich zu lassen.

Allmählich definieren wir uns wieder als eigenständige Persönlichkeit, schöpfen wieder Kraft aus uns selbst, erreichen Stabilität trotz und wegen der Unabhängigkeit von einer Beziehung. Wir beginnen, uns wieder auf unsere eigenen Stärken, Talente und Fähigkeiten zu besinnen. Außerdem übernehmen wir wieder Verantwortung für uns selbst, lernen uns um uns selbst zu kümmern, eigene Bedürfnisse zu erkennen und sich selber Gutes zu tun.

Ohne die selbstzerstörerischen Emotionen nach dem Trennungsschock können wir jetzt mit klarem Blick Schlussfolgerungen aus der Vergangenheit ziehen und uns bewusst machen, in welcher Weise die Erfahrungen der beendeten Partnerschaft Einfluss auf eine neue Partnerwahl und die Gestaltung unseres zukünftigen Beziehungslebens haben. Damit steigt auch unsere Bereitschaft, wieder Vertrauen anderen Menschen gegenüber zuzulassen.

Wichtig zu wissen: Wie lange jede Phase dauert und wie die jeweiligen Phasen erlebt und bearbeitet werden, hängt mit der Persönlichkeitsstruktur und den individuellen Verhaltens- und Reaktionsmustern der Betroffenen zusammen. In den wenigsten Fällen gibt es einen geradlinigen Durchmarsch durch die Phasen. Es kann auch immer größere oder kleinere Rückschritte geben. Das ist vollkommen normal.

Trennungsschmerz bewältigen - Wieder glücklich nach einer Trennung

Rituale geben Halt und Orientierung

Lassen Sie Ihre Gefühle zu. Geben Sie ihnen am besten einen festen Ort und eine feste Zeit, damit Sie nicht ungebeten von ihnen übermannt werden. Suchen Sie sich einen sicheren gemütlichen Ort, an dem sie ungestört sind. Überlegen Sie, in welchem Rhythmus Sie dieses Ritual durchführen möchten. Legen Sie eine Uhrzeit fest, die Sie regelmäßig einhalten können und entscheiden Sie, wie viel Zeit Sie sich für Ihr Ritual nehmen möchten.

Legen Sie Bleistift und Papier bereit und auch drei identisch große Kerzen in unterschiedlichen Farben – eine Farbe für maximalen Trennungsschmerz, eine für mittleren Trennungsschmerz und eine für kaum existierenden noch Trennungsschmerz.

Seien Sie ehrlich zu sich selbst und bewerten Sie die tagesaktuelle Stärke Ihres Trennungsschmerz auf einer Skala von 1 (kaum noch Trennungsschmerz) bis 10 (maximaler Trennungsschmerz) und dann zünden Sie während Ihres Rituals die jeweils passende Kerze für jeweils 10 Minuten an. Die unterschiedliche Abbrennhöhe der Kerzen macht den Erfolg sichtbar, dass sich Ihr Trennungsschmerz verändert.

Konzentrieren Sie sich auf die Tage, an denen der Trennungsschmerz gefühlt deutlich unter 10 auf der Skala ist. Schreiben Sie auf, was dazu beigetragen hat, was hilfreich war, dass der Schmerz abgenommen hat und bauen Sie diese Ressourcen ganz bewusst in Ihren Alltag ein.

Gefühlsbriefe schreiben

Erfahrungsgemäß drehen sich die Trennungsschmerz-Gedanken im Kreis. Sie denken immer wieder dieselben Gedanken, ohne zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Unterbrechen Sie dieses gedankliche Hamsterrad und schreiben Sie Ihre Gedanken auf.

Beim Schreiben sortieren sich die Gedanken. Sie dürfen alles aufschreiben und alle Gefühle ohne Zensur benennen. Das bedeutet, dass Sie sowohl Wut-Briefe als auch Liebesbriefe an die Person schreiben dürfen, die sich getrennt hat, je nachdem, wie ihr aktuelles Gefühlsbarometer gerade steht. Aber schicken Sie diese Briefe auf gar keinen Fall ab. Sammeln Sie diese Briefe in einem Kästchen, zu dem ausschließlich Sie Zugang haben.

Im Abstand von einigen Wochen oder Monaten schauen Sie sich einzelne Briefe noch einmal an und entscheiden dann, ob die beschriebenen Gefühle noch gültig sind oder nicht. Wenn sie noch gültig sind, dann kommt der Brief zurück ins Kästchen. Wenn sie bedeutungslos geworden sind, dann trennen Sie sich in einem Loslass-Ritual davon, indem Sie diesen Brief zum Beispiel verbrennen oder an einen Luftballon hängen und in den Himmel schicken.

Verloren gegangenes Selbstbewusstsein zurück erlangen

Verbindlichen Aktivitätsplan erstellen

Auch wenn es schwerfällt: Schreiben Sie alles auf, was Ihnen Spaß macht, worauf Sie Lust haben, was Sie immer gerne gemacht haben oder was Sie schon immer einmal machen wollten. Egal ob indoor oder outdoor, egal ob alleine oder mit Freunden, egal ob es kleine oder große Unternehmungen sind. Wichtig ist es, einen Plan zu haben.

Aber überfordern Sie sich nicht. Machen Sie zu Beginn erst einmal einen kleinen Schritt. Und nun ist es wichtig, ihn auch wirklich zu gehen, auch wenn es Überwindung kostet. Vereinbaren Sie ein verbindliches Date mit sich selbst (es darf natürlich eine gute Freundin mit dabei sein) und bauen es als Jourfix in Ihre Tages-, Wochen- oder Monatsplanung ein.

Am besten schließen Sie einen Vertrag mit sich selber, in dem Sie festlegen, für welche Aktivität Sie sich entschieden haben und welchen Tag und welche Zeit Sie dafür reservieren. Damit der innere Schweinehund keine Chance hat, informieren Sie auch noch ein oder zwei Personen aus Ihrem sozialen Umfeld über Ihren Aktivitätsplan. Belohnen Sie sich, wenn Sie Ihren Plan eingehalten haben.

Was zeichnet mich aus?

Wann haben Sie zuletzt Lobhudelei in eigener Sache betrieben? Vielen Menschen fällt es schwer, die eigenen positiven Seiten zu erkennen und zu benennen. Wenn es Ihnen schwerfällt, dann wechseln Sie die Perspektive und schreiben Sie auf, welche Komplimente Sie von anderen in Ihrem sozialen Umfeld hören.

Welche Eigenschaften schätzen beste Freunde, Kollegen, Nachbarn, Eltern oder Geschwister an Ihnen? Rufen Sie sich in Erinnerung, welche Liebeserklärungen Sie zu Beginn Ihrer Beziehung gehört haben. Warum hat sich der Mensch, der jetzt gegangen ist, in Sie verliebt? Was hat Sie für ihn so interessant, liebenswert und anziehend gemacht?
Ganz sicher fällt Ihnen auch noch einiges ein, wofür Sie dankbar sind, weil es Ihnen quasi in die Wiege gelegt wurde oder was Sie aus eigener Kraft erreicht haben. Suchen Sie nach einem Foto von sich selber, auf dem Sie Souveränität und Selbstbewusstsein ausstrahlen oder nach einem Spruch, einer Metapher oder einem Bild, um diese positiven Einschätzungen eindrucksvoll zu symbolisieren.

Platzieren Sie das Foto oder Ihre symbolisierte Botschaft an einem prominenten Ort in Ihrer Wohnung, damit Ihr Blick so oft wie möglich darauf fällt. Botschaften, mit denen wir permanent konfrontiert werden, führen zu neuen Denkmustern und etablieren sie. Sie können Ihr neues Denkmuster zusätzlich verstärken, indem Sie ganz bewusst eine Körperhaltung und Mimik einnehmen, gern auch zu Übungszwecken vor dem Spiegel, die genau zu dem neuen positiven Denkmuster passt. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass wir das glauben und fühlen, was wir denken.

Tages-Résumé – was ist heute gut gelaufen?

Fokussieren Sie sich auf die Dinge, die gut gelaufen sind. Das müssen keine gigantischen Ereignisse sein. Es geht um die kleinen Freuden des Alltags. Nehmen Sie sich gleich morgens vor, Ihre Aufmerksamkeit auf die kleinen Highlights zu richten, die um Sie herum passieren und an denen Sie möglicherweise bislang achtlos vorbeigegangen sind.

Zur Unterstützung stecken Sie sich ein paar Kaffeebohnen (es können auch Erbsen, Knöpfe o.ä. sein) in die rechte Jacken- oder Hosentasche und aktivieren Sie Ihren inneren Detektiv. Sie werden überrascht sein, dass er tatsächlich fast immer fündig wird.

Jedes Mal, wenn Ihnen im Lauf des Tages etwas nettes, angenehmes, amüsantes, erfreuliches, berührendes, lustiges oder lobenswertes begegnet, lassen Sie eine Kaffeebohne von der rechten in die linke Tasche wandern. Am Abend lassen Sie den Tag Revue passieren und nehmen die Kaffeebohnen aus der linken Tasche in die Hand. Erinnern Sie sich, für welches positive Erlebnis jede Kaffeebohne steht und schreiben Sie es auf, auch wenn es nur eins ist. Führen Sie ein Tagebuch der positiven Ereignisse, auch wenn sie noch so unscheinbar sind und Ihnen vielleicht banal vorkommen.

Eine neue Lebensperspektive entwickeln

Welche „Falle“ werde ich zukünftig umgehen?

Sie kennen die Binsenweisheit von der Medaille und den zwei Seiten. Während der ersten akuten Phase nach der Trennung haben Sie ausschließlich die eine Seite der Medaille gesehen, die Sie in ein unendliches Gefühlschaos mit jeder Menge Fassungslosigkeit, Hilflosigkeit und Verzweiflung gestürzt hat.
Auch wenn die Trennung noch so schmerzhaft war, es gibt sie definitiv auch: die andere Seite der Medaille. Und der sollten Sie sich jetzt ganz bewusst, sachlich und selbstreflektierend widmen.

Gab es vielleicht schon längere Zeit vor der Trennung auch bei Ihnen ein Gefühl von Unzufriedenheit? Um es gleich vorweg zu sagen, es geht auf keinen Fall darum, sich das Büßerhemd anzuziehen und sich allein verantwortlich für das Scheitern der Beziehung zu fühlen. Bei Trennungen gibt es in der Regel nicht nur einen Schuldigen, vielmehr gibt es auf beiden Seiten Anteile, die dazu geführt haben. Welche Erkenntnis ziehen Sie nun aus der Trennung?

Den Teufelskreis unterbrechen

Eine Erkenntnis kann vielleicht dazu führen, dass Sie zukünftig mehr auf Ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche achten, anstatt sich in den Hintergrund zu stellen, um sich vorrangig um die Interessen eines anderen zu kümmern. Keine Angst, ein gesundes Maß an Egoismus bedeutet Selbstfürsorge und ist wichtig. Selbstliebe ist die Grundlage für Nächstenliebe.

Wer dazu neigt, eigene Bedürfnisse zugunsten anderer zu vernachlässigen, hat schnell das Gefühl, zu kurz zu kommen und in einem Mangelzustand zu leben. Stück für Stück entsteht Unzufriedenheit, die sich aufbaut und als Nährboden für partnerschaftliche Konflikte aufstaut.

Überlegen Sie, was Ihnen gut tut, was Sie für Ihr eigenes Wohlbefinden brauchen, wie Sie eigene Bedürfnisse klar und verbindlich kommunizieren können und wo die Grenze dessen ist, was Sie zulassen wollen.

Vertrauen und Mut für eine neue Beziehung fassen

Haben Sie auch den Eindruck, dass Sie zu den bedauernswerten Menschen gehören, die bei der Partnersuche immer an die Falschen geraten? Na klar, manchmal hat man einfach Pech, aber meistens ist es nicht der falsche Partner, sondern die falsche Wahl. Und das hat sehr viel mit dem eigenen Beuteschema zu tun.

Was können Sie aus den Enttäuschungen lernen? Was sind das für Typen, von denen Sie sich wie magisch angezogen fühlen? Bei näherem Hinsehen wird schnell deutlich, dass sich viele Menschen bei der Partnerwahl unbewusst von irreführenden Vorstellungen, unerfüllbaren Ansprüchen, romantischen und klischeehaften Tagträumen und unrealistischen Erwartungen leiten lassen, um dann auch in der nächsten Beziehung wieder sehr unglücklich zu sein.

Viele folgen immer wieder dem gleichen Muster, dem gleichen Beuteschema. Sie hegen immer wieder die Hoffnung, den Partner überzeugen und ändern zu können. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was hinter diesem falschen Beuteschema steckt, welche Gründe dazu geführt haben und was den unpassenden, unerreichbaren Partner so attraktiv macht. Und was hat das alles mit dem eigenen Bindungsverhalten und Beziehungsmuster zu tun?

Um nicht ständig in die unglücklich machende Beuteschema-Falle zu tappen, ist es wichtig, die Kriterien der Partnerwahl neu zu definieren. Man sollte sich Gewissheit über das eigene Bindungsverhalten, die eigenen Grundbedürfnisse und realistischen Ansprüche verschaffen, die als Basis für eine tragfähige Beziehung unverzichtbar sind. Lassen Sie sich nicht von Äußerlichkeiten und dem ersten Eindruck blenden, sondern schauen Sie hinter die Fassade. Das reduziert die Gefahr, aneinander vorbei zu reden, sich innerlich zu verbiegen, sich fremdbestimmt anzupassen, eigene Bedürfnisse zu verleugnen und sich abhängig zu machen.

Seien Sie offen und neugierig, neue Flirterfahrungen mit Menschen zu machen, die bislang nicht in Ihr Beuteschema passten. Zahlreiche Patienten haben es geschafft, den Teufelskreis zu unterbrechen, indem Sie sich auf Kandidaten eingelassen haben, die bis dahin nicht zum Favoritenkreis gehörten. Sie haben die Chance genutzt und auf diese Weise ihren Lieblingsmenschen kennen- und liebengelernt, der ihnen wirklich nachhaltig gut tut, weil er gut zu ihnen passt.

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