Team jameda
Als Facharzt für Orthopädie sehe ich in meiner Praxis täglich Patienten mit Nackenschmerzen. Nicht selten treten auch zusätzlich Symptome wie Gefühlsstörungen der Hände und Arme, Kopfschmerz, Schwindel oder Ohrgeräusche auf. Gelegentlich können diese Symptome auch stärker sein als das eigentliche Nackenproblem. Wie kann Akupunktur helfen?
Die Ursachen von Nackenbeschwerden sind meist vielfältig. Belastungen unseres Alltags wie PC-Tätigkeiten, einseitige Arbeitshaltungen oder schwere körperliche Arbeit spielen hier oft ebenso eine Rolle wie Stress, Termindruck oder berufliche oder private Überforderung. In manchen Fällen ist auch keine Ursache zu erkennen.
Leider werden die Patienten gelegentlich mit ihren Problemen nicht ausreichend beachtet.
Zunächst ist immer eine gründliche fachärztliche orthopädische Abklärung sinnvoll. Neben einer Befragung und Untersuchung des Patienten sind gegebenenfalls auch Röntgenaufnahmen oder ein MRT der Halswirbelsäule sinnvoll. Manchmal sind auch Störungen der Brust - oder Lendenwirbelsäule vorhanden, die zur Problematik im Halswirbel- oder Nackenbereich beitragen.
Stellen Sie sich ein Haus vor: Ist das Fundament (z.B. die Lendenwirbelsäule) schief, kann der Dachstuhl (hier die Halswirbelsäule oder der Nacken) nicht passen! Nach gründlicher Abklärung kann so für jeden Patienten eine individuelle Therapie ausgewählt werden.
Glücklicherweise ist nur in ganz seltenen Fällen eine Operation erforderlich! Meist lassen sich die Probleme mit konservativen Maßnahmen gut in den Griff bekommen.
Da muskuläre Verspannungen und Stress sehr oft entscheidende Ursachen sind, ist eine ganzheitliche Therapie sinnvoll. Hier spielt die Akupunktur eine nicht zu unterschätzende Rolle. Oft sprechen Nackenschmerzen sehr positiv auf Akupunktur an. Diese schon etwa 2000 Jahre bewährte Behandlungsmethode lindert die Beschwerden oft langanhaltend. Die Akupunkturbehandlung ist sehr schonend und ermöglicht oder reduziert in vielen Fällen die Notwendigkeit einer Medikamenten-Einnahme.
Eine Akupunktursitzung dauert meist 20-30 Minuten. Je nach Dauer der bestehenden Beschwerden können zehn bis fünfzehn Sitzungen sinnvoll sein. Abhängig vom jeweiligen Einzelfall setzt der Arzt unterschiedlich viele Akupunkturnadeln ein. In Deutschland werden üblicherweise nur sterile Einmalnadeln verwendet.
Die Behandlung ist in aller Regel kaum schmerzhaft. Meistens spürt der Patient nur einen leichten Einstich der Nadel. Der Arzt sollt über eine von der Ärztekammer anerkannte Akupunkturausbildung verfügen.
Im Bereich der Halswirbelsäule übernehmen nur die privaten Krankenkassen die Kosten der Akupunkturbehandlung. Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten ausschließlich bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und bei chronischen Knieschmerzen durch Gonarthrose.
Unterstützend oder alternativ zur Akupunktur können beispielsweise physiotherapeutische Maßnahmen, gezielte Eigenübungen oder Medikamente sinnvoll sein.
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