Funktionelle Medizin oder die Frage nach dem Warum

Dr. rer.nat. Stockhausen

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© Max PixelDie Funktionelle Medizin eröffnet eine neue Perspektive an Behandlungsmöglichkeiten. (© Max Pixel)Die Funktionelle Medizin (engl. Functional Medicine) kommt aus dem amerikanischen Raum, wo sie schon seit langem bei chronischen Krankheiten erfolgreich zum Einsatz kommt. Mittlerweile wird sie auch in Europa immer mehr von Ärzten und Therapeuten adaptiert.


Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung Funktionelle Medizin und warum wird diese Art der Therapie weltweit immer beliebter?

Die Funktionelle Medizin sucht nach der Wurzel des Übels oder auch der „root cause“ einer Erkrankung oder eines Beschwerdebildes. Sie betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit und nicht als Sammlung von in medizinische Fachrichtungen eingeteilte Organe.

Es ist eine wissenschaftsbasierte Ursachenmedizin. Es wird nicht das Symptom behandelt, sondern das gesamte System Mensch.


Worauf wird in der Funktionellen Medizin besonders geachtet?

Faktoren wie Ernährung, familiäres oder berufliches Umfeld, Bewegung oder sogar toxische Belastungen spielen in der Funktionellen Medizin eine große Rolle. Es sind entscheidende Faktoren für die Frage, ob der Mensch krank wird oder nicht, ob er sich wohlfühlt oder schlapp und erschöpft ist.

Unser Lebensstil lenkt also unsere Gesundheit auf epigenetischer Ebene. Was wir essen, unsere sozialen Kontakte, das tägliche Stresslevel, körperliche Bewegung und Vieles mehr entscheiden, welche Gene aktiviert werden. Und das wiederum hat einen direkten Einfluss auf unser Hormon-, Immun- und Nervensystem sowie die Verdauung, den Stoffwechsel und die Fähigkeit zu entgiften.

Sind der oder die Gründe für die Beschwerden des Patienten erkannt, zeigt der behandelnde Therapeut Wege und Möglichkeiten auf, die zu einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation führen können, anstatt einfach nur ein Medikament zu verschreiben.


Patient und Arzt/Therapeut ziehen an einem Strang

Eine weitere Besonderheit der Funktionellen Medizin ist ihr Fokus auf die Partnerschaft zwischen Patient und Therapeut. Gesundheit kann nur entstehen, wenn der Patient sich selbst in der Verantwortung sieht und bereit ist, Dinge in seinem Leben zu ändern, die ihm nicht guttun.
Gesündere Ernährung, Stressbewältigung, Schlafoptimierung und vermehrte Bewegung sind einige der Eckpfeiler der individuell ausgearbeiteten Therapiepläne.

Um den Patienten dabei zu helfen, ihren Lebenstil zu ändern, arbeiten Therapeuten oftmals in einem Netzwerk von Kollegen aus unterschiedlichen Fachrichtungen, wie z. B. Ernährungsberater, Physiotherapeuten oder Meditationslehrer, zusammen.


Warum kommt die Funktionelle Medizin immer mehr zum Einsatz und ist bei den Patienten immer beliebter?

Unsere Gesellschaft erlebt einen starken Anstieg an Erkrankungen mit komplexen Beschwerdebildern, chronischen Leiden, wie z. B. Diabetes, Herzerkrankungen, Krebs und Autoimmunerkrankungen.

Die Schulmedizin ist auf die Versorgung von einzelnen Krankheiten und akuten Notfällen ausgerichtet. Leider fehlt es ihr im Ansatz an den richtigen Methoden und Werkzeugen, um komplexe Erkrankungen zu verhindern und zu behandeln.

Meist wird das einzigartige Erbgut des Einzelnen oder Faktoren wie Umwelteinflüsse, Giftstoffe und Aspekte des heutigen Lebensstils, die einen direkten Einfluss auf den Anstieg von chronischen Krankheiten in der modernen westlichen Gesellschaft haben, nicht ausreichend berücksichtigt.

Viele Schulmediziner sind dagegen nicht ausreichend geschult oder haben nicht genügend Zeit, um die Ursachen von komplexen, chronischen Erkrankungen zu beurteilen und Strategien wie Ernährungspläne, Stressmanagement und Bewegungsmotivation für ihre Patienten auszuarbeiten.

Aus diesen Gründen ist der Therapieansatz der Funktionellen Medizin unter der Berücksichtigung des Gesamtsystems Mensch erfolgsversprechender und wird von Patienten immer mehr nachgefragt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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