Schnarchen – Antworten auf häufige Fragen zu Ursachen, Risiken und Behandlung

Dr. Mannl

von
verfasst am

© Dr. Norbert MannlSchnarchschienen können nächtliche Atemgeräusche verringern (© Dr. Norbert Mannl)Da wir in unserer Praxis häufig auf das Schnarchen und mögliche Behandlungen angesprochen werden, will ich in folgendem Artikel Stellung nehmen und betroffenen Patienten einen Überblick über Ursachen, Risiken und Behandlungen verschaffen. Abgesehen davon, dass lautes Schnarchen extrem störend für den Partner sein kann, können auch gesundheitliche Risiken auftreten.

Auch ich selber hatte mit entsprechenden Symptomen zu kämpfen. Deshalb habe ich mich unter Leidensdruck eingehend mit den therapeutischen Möglichkeiten auseinandergesetzt und bin heute dank guter Diagnostik und einer Schnarchschiene erfolgreich therapiert.

Welche Ursachen liegen vor?

Der gemeinsame Nenner aller Faktoren, die Schnarchgeräusche auslösen können, ist eine Verengung der oberen Atemwege, also des Rachens und der Nase.

Man unterscheidet zwischen normalem, nicht-krankhaftem Schnarchen aufgrund von Vibration des Zäpfchens und/oder des Gaumensegels und dem pathologischen, mitunter gefährlichen Schnarchen in Verbindung mit Schlafapnoe.

Ursachen des “obstruktives Schlafapnoe-Syndroms“ sind unter anderem:

  • Übergewicht und damit verbunden voluminösere Rachenschleimhaut mit erhöhtem Fettanteil und schlafferem Gewebe
  • Verkrümmung der Nasenscheidewand
  • Polypen der Nase
  • Mandelvergrößerungen
  • Schnupfen

Was sind die Folgen des Schnarchens?

90 % der Schnarcher schlafen und atmen mit offenem Mund, weil durch die Nase nicht genug Luft einströmen kann. Infolgedessen verdunstet der Speichel mit seinen physiologisch wichtigen Bakterien, Enzymen, Immunkomponenten und Mineralien schneller. Dadurch werden Karies und Parodontopathien begünstigt.

© Syda Productions - FotoliaNächtliche Atemaussetzer können gefährlich sein (© Syda Productions - Fotolia)Von Schlafapnoe spricht man, wenn die Patienten unter Atemstillständen von über 10 Sekunden bis zu zwei Minuten leiden. Durch die verringerte Atmung kommt es zu einer Minderung der Sauerstoffsättigung und Erhöhung der Kohlenstoffdioxidsättigung des Blutes und infolgedessen zu kurzen Weckreaktionen.

Die Patienten nehmen sie nicht bewusst wahr, erreichen aber die Tiefschlafphase nicht. So leidet die Qualität des Schlafes und die so wichtige nächtliche Erholung bleibt aus.

Entsprechend müssen die Betroffenen Symptome wie körperliche und geistige Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Abgeschlagenheit, Trägheit und Nervosität hinnehmen. Auch der berüchtigte Sekundenschlaf am Steuer tritt gehäuft auf.

Welche Risiken gibt es?

Wenn Sie schnarchen oder Ihnen aus zunächst unerfindlichen Gründen eine immense Tagesmüdigkeit auffällt, ziehen Sie am besten in Erwägung, Ihren Arzt oder Zahnarzt zu konsultieren.

Darüber hinaus steht Schlafapnoe aufgrund der dadurch ausgelösten Stressreaktion im Körper im Verdacht, das Risiko für gravierende Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall zu erhöhen.

Was sind die Therapiemöglichkeiten? 

Nach der Ursache des Schnarchens richtet sich auch die Therapie. Folgende simple Maßnahmen können bereits helfen:

  • nachhaltige Änderung der Schlafposition von Rückenlage in Seiten- oder Bauchlage
  • körperliche Betätigung zur Fettreduzierung
  • gezieltes Training zur Erhöhung des Muskeltonus im Halsbereich
  • Verzicht auf Alkohol, Beruhigungs- und Schlafmitteln vor dem Schlafen (Muskelentspannung lässt den Rachen zusammensacken)
  • Schnarchpflaster oder Nasenschmetterlinge zur Weitstellung der Nasenlöcher
  • Schnarchringe, Schlafkissen

© Monkey Business fotoliaHelfen Hausmittel nicht, leitet der Arzt eine umfangreiche Diagnostik ein (© Monkey Business fotolia)Haben diese Maßnahmen nicht zum Erfolg geführt, ist eine exakte Diagnostik unumgänglich. Im Schlaflabor stellen die Ärzte eventuelle Atmungsaussetzer fest. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen wiederum helfen, Polypen oder krumme Nasenscheidewände zu erfassen.

Steht die Ursache fest und ist keine chirurgische Intervention notwendig, haben sich Schlafmasken und insbesondere Schnarchschienen bewährt. Beides dient dazu, den Unterkiefer in vorgelagerter Position zu halten, um zu verhindern, dass der  Rachenraume kolabiert und der Unterkiefers zurückfällt.

Zu den chirurgischen Maßnahmen zählen unter anderem die Begradigung einer schiefen Nasenscheidewand, die Gaumenbodenstraffung, die Mandelentfernung oder die Korrekturosteotomie.

Schnarchschienen werden von Ihrem Zahnarzt individuell angefertigt und bestehen aus jeweils einer Schiene für den Ober- und Unterkiefer, die miteinander verbunden sind, sodass der Unterkiefer nicht zurück rutschen kann.

Mit Ihrem Feedback helfen Sie uns, die Qualität von jameda laufend zu verbessern – vielen Dank!

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
11

Suchen Sie HNO-Ärzte in Ihrer Nähe?

Ort, PLZ, Stadtteil oder Straße
Interessante Artikel zum Thema „Schnarchen”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
  

Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete und Lexikon-Inhalte

Ärzte für spezielle Behandlungsgebiete

jameda Behandlungsgebiete

Über Krankheiten und Symptome informieren

Das jameda Lexikon