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Verspannungen im Brustkorb: Ursachen, Symptome & Behandlung

Prof. Dr. Bethge

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© spukkato - iStockWelche Beschwerden können blockierte Gelenke auslösen? (© spukkato - iStock)Kennen Sie das? Ziehende Beschwerden, die im mittleren Rücken beginnen, unter das Schulterblatt kriechen und bis nach vorne ziehen können? Die sich beim Einatmen oder beim Husten verstärken? Die, wenn sie auf der linken Seite sind, Angst machen, es könnte vom Herzen kommen? Oft, nicht immer, stecken ungefährliche Blockierungen der Wirbelgelenke dahinter.

Diese Symptome sind mit Verspannungen im Brustkorb verbunden

Auch die Gelenke, mit denen die Rippen an der Wirbelsäule hängen, können blockieren. Der Osteopath spricht von sogenannten somatischen Dysfunktionen. Es kommt zu einer schmerzhaften Einschränkung der Beweglichkeit. Die Muskulatur im Umfeld verspannt und verhärtet sich, das Ganze kann sich den ganzen Rücken langziehen. Natürlich gibt es auch noch andere Gründe für solche Schmerzen: Die Lunge und das Herz kommen als Organe in der Nähe in Frage.

Bandscheibenvorfälle sind in der Brustwirbelsäule selten, aber möglich. Auch Infektionen von Wirbelkörpern, Bändern und Sehnen sind denkbar, z. B. vom Wirbelkanal ausgehend. Und wie immer muss man auch an Tumorerkrankungen als Ursachen denken.

Die Aufgabe des Arztes ist es, all diese Möglichkeiten im Hinterkopf zu haben, wenn er Sie untersucht und die Ursachen eingrenzt.

Handelt es sich nun um Blockierungen, sind diese am schonendsten mit den Händen zu behandeln. Dazu benötigt man eine umfangreiche Ausbildung in manueller Medizin, wie Chirotherapie oder in Osteopathie (in der Regel mit über 700 Stunden Weiterbildung). Alternativen sind Wärmebehandlung, Medikamente, Spritzen.


Was sind die Ursachen dieser Blockierungen?

Meist eine Folge der Überlastung eines Rückens, der zu wenig Muskulatur hat. Die WHO empfiehlt ab dem 40. Lebensjahr 2,5 Stunden Sport pro Woche. Aber die wenigsten machen das. Auch unsere zivilisatorische Haltung stellt ein Problem dar. Krumm sitzen wir oft lange am Schreibtisch und wir schieben den Hals nach vorne. Die Folge: die Rückenmuskulatur muss das alles balancieren.

Neben einer Kräftigung der Muskulatur ist aber auch ein weiterer Punkt entscheidend, nämlich die Haltung. Letztlich ist die Haltung im Oberkörper nicht nur eine Folge von Gewohnheiten, Stimmung und Umfeld. Sie ist auch Folge der Haltung in der Beinachse, beginnend bei den Füßen. Sinken die Füße ein, weil man z. B. Knick-Senk-Füße hat, kommt es zu einer leichten Innenrotation im Hüftgelenk.

Das hemmt die seitliche Po-Muskulatur (, die sich abschwächt), wodurch sich das Becken anders kippt. In der Folge muss sich erst die Lendenwirbelsäule, dann die Brustwirbelsäule, an das anders ausgerichtete Fundament ausrichten. Kommen noch Beckenschiefstände dazu, kann auch schnell eine Seitverbiegung entstehen, eine sogenannte skoliotische Fehlhaltung.

Aber auch durchtrainierte Menschen können sich durch eine unglückliche Verdrehbewegung eine Blockierung zuziehen.

Oft lösen sich diese beim Schlafen wieder. Wenn nicht, sollte man sich einen gut ausgebildeten Arzt suchen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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