Chronic Fatigue Syndrom (CFS) - Was tun bei ständiger Müdigkeit?

Frau Gaudin

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© 106000268-ArtFamilyStändig müde? Das Chronic Fatigue Syndrom könnte der Auslöser sein (© 106000268-ArtFamily)Fühlen Sie sich ständig müde? Fehlt Ihnen seit Monaten der Schwung, die Herausforderungen des Alltag in Angriff zu nehmen? Dann könnte ein Chronic Fatigue Syndrom (CFS) dahinterstecken.

Was genau ist das CFS?

Hauptmerkmal des CFS ist eine permanente, mindestens seit drei Monaten bestehende Müdigkeit und Erschöpfung, die den Patienten im Alltag deutlich einschränkt und seine Leistungsfähigkeit reduziert, ohne dass eine Erkrankung oder Therapie als Ursache in Frage käme. Darüber hinaus klagen CFS-Patienten gehäuft über Kopf- und Muskelschmerzen, Konzentrations- und Verdauungsstörungen. Mit den Schmerzen verschlechtert sich natürlich auch der Schlaf und der Patient wird noch müder.

Auch wenn die Symptome bei jedem Patienten unterschiedlich ausgeprägt sind, belastet die CFS stets massiv alle Lebensbereiche. Auf der einen Seite leiden Partnerschaft und Familie, auf der anderen Seite kommt es zu Problemen am Arbeitsplatz, weil der Patient nicht mehr so leistungsfähig ist. Umso wichtiger sind eine klare Diagnose und Aufklärung, um dem Patienten wieder mehr Sicherheit zu geben und Konflikte mit dem Umfeld zu reduzieren.


Wie kommt es zum CFS?

Gemäß der internationalen Klassifikation, die Ärzte und Therapeuten für ihre Abrechnung mit den Krankenkassen nutzen, gehört das CFS zu den „Krankheiten des Nervensystems“. Demnach haben wir es nicht, wie häufig fälschlicherweise angenommen, mit einer psychischen, sondern mit einer körperlichen Erkrankung zu tun. Vieles deutet darauf hin, dass auch das Immunsystem und der Energiehaushalt gestört sind.

Wie genau es dazu kommt, ist bislang ungeklärt. Im Verdacht, ein CFS auslösen zu können, stehen verschiedene Viren (v. a. Ebstein-Barr-Viren, Magen-Darm- und Herpes-Viren) und der Erreger der Toxoplasmose. Es dürfte aber noch einige Forschung nötig sein, bis das CFS gut verstanden ist und ein eindeutiger diagnostischer Test zur Verfügung steht.


Was kann der Therapeut tun?

Leider gibt es bislang weder Leitlinien noch eine zugelassene Therapie für das CFS. Die bisherigen Therapieansätze aus Schulmedizin und Naturheilkunde richten sich vor allem darauf, die gestörten Bereiche Immunsystem, Nervensystem und Energiehaushalt zu stabilisieren und Beschwerden zu lindern. Ziele sind also:

  • die Müdigkeit und Erschöpfung zu verringern
  • den Patienten zu aktivieren
  • Schmerzen zu lindern
  • den Schlaf zu verbessern
  • die Konzentration zu steigern
  • die Abwehr zu stärken
  • die Lebensqualität zu verbessern

© richardschramm_iStockDie richtige Ernährung kann dabei helfen, den Mangel an Nährstoffen wieder aufzufüllen (© richardschramm_iStock)Wie sieht die Behandlung aus?

In der Schulmedizin laufen derzeit Studien mit hochdosierten Immunglobulinen und mit Antikörpern gegen bestimmte Abwehrzellen. Je nach Beschwerden können zu einem gewissen Grad auch Schmerz- und Schlafmittel helfen. Eine gemäßigte Bewegungstherapie kann dazu beitragen, dass der Patienten wieder aktiver wird. Einige Therapeuten setzen zudem die Kognitive Verhaltenstherapie ein, um den Patienten den Umgang mit ihrer Krankheit zu erleichtern.
Die Ganzheitsmedizin bietet eine Reihe weiterer Methoden, die für CFS-Patienten interessant sein können:

  • CFS-Patienten haben überdurchschnittlich häufig einen Mangel an Vitamin B1, B6, B12, Vitamin D, Eisen und Zink. Die Nährstoffe sollten bei Bedarf zugeführt werden, um das Immun- und Nervensystem zu unterstützen. Hinzu kommen gegebenenfalls Substanzen, die an der Energiegewinnung in den Mitochondrien beteiligt sind, wie Coenzym Q10, NADH und Ribose.
  • Im Rahmen der großen Eigenbluttherapie, einer speziellen Form der Ozon-Sauerstoff-Therapie, wird Eigenblut mit einem Ozon-Sauerstoff-Gemisch kombiniert. Ziel dieser schulmedizinisch nicht anerkannten Therapie ist es unter anderem, die Abwehr zu stärken.
  • Akupunktur wird gern zur Schmerzlinderung genutzt. An speziellen Akupunkturpunkten gesetzte Nadeln üben dabei einen Reiz aus, der schmerzlindernd wirken soll.
  • Procain-Basen-Infusionen werden ebenfalls bei Schmerzen verabreicht, sind jedoch schulmedizinisch nicht anerkannt.
  • Aus der Homöopathie kennen wir einige Komplexmittel, die gezielt darauf abgestimmt sind, bestimmte Beschwerden zu lindern. Sie werden z. B. eingesetzt, um Schmerzen und Entzündungen zu reduzieren, den Lymphfluss und die Ausleitung anzuregen oder die Verdauung zu unterstützen.

Nach meiner Erfahrung lässt sich das Allgemeinbefinden der CFS-Patienten in vielen Fällen langsam, aber stetig verbessern, indem man schulmedizinische und ganzheitliche Therapien kombiniert. Bis ein weitgehend normales Leben wieder möglich ist, ist jedoch Geduld gefragt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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