Parodontitis geht nicht weg? Was jetzt hilft

Um einer Parodontitis vorzubeugen ist eine regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt und eine professionelle Zahnreinigung sehr wichtig (© iStock Instrumente im Mund[570])

Bei einer Parodontitis - umgangssprachlich häufig „Pardontose“ genannt – ist der Zahnhalteapparat, also das Zahnfleisch und der Knochen um die Zahnwurzel, chronisch entzündet.

Weil damit in der Regel keine Schmerzen verbunden sind, wird die Erkrankung oft erst spät erkannt. Trotzdem sollte die Parodontitis unbedingt behandelt und regelmäßig kontrolliert werden, da die Erkrankung zu Entzündungen und Knochenabbau um die Zähne führt und Zahnlockerung bis hin zum Zahnausfall zur Folge haben kann.


Die Ursachen

Ursächlich für die Parodontitis sind Bakterien, also Zahnbelag und Plaque in den Zahnfleischtaschen, die vertieft und somit nicht mehr der häuslichen Mundhygiene zugänglich sind. Das Immunsystem des Körpers reagiert auf die tiefsitzenden Bakterien anfänglich mit Entzündungserscheinungen wie Zahnfleischschwellung und Blutung. Im weiteren Verlauf kann das Zahnfleisch und der Knochen zurückgehen, sodass freiliegende Wurzeln, schmerzempfindliche Zahnhälse und gelockerte Zähne die Folge sind.

Faktoren wie Stress, Allgemeinerkrankungen wie z. B. Bluthochdruck oder Diabetes mellitus, genetische Veranlagung, Rauchen oder Schwangerschaft können den Verlauf und die Stärke der Erkrankung beeinflussen. Auch umgekehrt steht die Parodontitis mit verschiedenen Allgemeinerkrankungen in Verbindung und kann diese verstärken. Der Zusammenhang zwischen Parodontitis und einem erhöhten Herzinfarktrisiko ist mehrfach in Studien bestätigt worden.


Was ist zu tun?

Zunächst wird eine professionelle Zahnreinigung derjenigen Zahnanteile durchgeführt, die oberhalb vom Zahnfleisch liegen. Dabei werden bakterielle weiche Beläge, Zahnstein und Verfärbungen entfernt. Weiterhin wird ein ausführlicher Befund aufgenommen, in dem die aktuelle Ausprägung der Parodontitis aufgezeichnet wird. Gegebenenfalls kann eine bakteriologische Untersuchung erfolgen, um spezielle Krankheitserreger genauer zu bestimmen und bei Bedarf gezielt zu behandeln.

In jedem Fall ist Ihre häusliche Mitarbeit für den Erfolg der Behandlung wichtig. Daher werden mögliche Hilfsmittel zur Mundhygiene ausführlich besprochen, denn auch das individuell für Sie „richtige“ Zähneputzen ist von Bedeutung.

In der Parodontitisbehandlung selbst werden in ein bis zwei Sitzungen die Bakterien, die in der Tiefe der Zahnfleischtaschen sitzen, unter Betäubung schmerzfrei entfernt und alle Oberflächen poliert. Außerdem werden weitere Therapiemöglichkeiten, wie medizinische Mundspüllösungen, Antibiotika, Ernährungsberatung oder Probiotika besprochen und individuell für Sie ausgewählt.

Ziel der Behandlung ist es, die aktuelle Entzündung des Zahnhalteapparates zu therapieren, den Knochenabbau zu stoppen und die Tiefe der Zahnfleischtaschen zu reduzieren. Durch sorgsame Behandlung und regelmäßige, gründliche Nachkontrollen wird die Erkrankung spürbar behandelt. Das Zahnfleisch blutet nicht mehr und die Zähne werden wieder fester.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (6)

Suzana. Sch., 06.07.2019 - 13:06 Uhr

Bei mir wurde schon zwei Mal eine Parondontitisbehandlung gemacht. Regelmäßig danach PZR, trotzdem geht bei mir der Kieferknochen zurück. Muss dazu sagen, dass ich nie Zahnfleischbluten gehabt habe oder mein Zahnfleisch entzündet war. Und nun wackeln leicht die 4 oberen Zähne, also die mittig sitzen und ich werde sie wahrscheinlich verlieren. Bin so traurig darüber und ich denke, da ist was schief gelaufen bei der letzten Parondontitisbehandlung. Ich hab Angst vor Zahnersatz weil ich noch nicht alt bin. Machen jetzt alle 3 Monate eine PZR und laut Ärztin ist das Zahnfleisch wieder fester. Weiß gar nicht mehr, was ich glauben soll.

Antwort von Dr.Natalie Poppe, verfasst am 15.07.2019

Parodontitis ist eine Erkrankung, die meist schmerzfrei und ohne für den Patienten spürbare Anzeichen einer Entzündung einhergeht. Der voranschreitende Knochenabbau mit Zahnlockerung ist eine Folge davon. Die Erkrankung hat viele verschiedene Faktoren, die alle in Betracht gezogen werden müssen: Neben der Mundhygiene und regelmäßigen PZR ist das Rauchen ein entscheidender Faktor. Auch Allgemeinerkrankungen, Bluthochdruck, genetische Faktoren oder eine Überbelastung der Zähne durch Knirschen spielen eine wichtige Rolle. Eventuell muss mit Antibiotika unterstützend therapiert werden und auch eine Behandlung des Lebenspartners mit in Betracht gezogen werden. Eine individuelle Beratung kann Ihnen hierzu nur ein Zahnarzt nach persönlicher Untersuchung geben.

Heidemarie W., 15.08.2017 - 18:26 Uhr

Ich weiss nicht ob das Parodontis ist. Mir wurde bei einem Zahn die Wurzelspitze abgetragen aber nicht gut gefüllt. Nach ein paar Jahren das gleiche noch einmal und es hat sieben Jahre gehalten. Jetzt habe ich Probleme. Meine Zahnärztin meint ziehen. Die Wurzelspitze wäre zu kurz um das dritte mal abzutragen. Ich möchte ein Implantat haben aber der Knochen muss aufgebaut werden. Kann es da auch Probleme geben? Ich werde 67 Jahre. Für eine Antwort wäre ich dankbar.

Antwort von Dr.Natalie Poppe, verfasst am 19.08.2017

Vermutlich handelt es sich hierbei nicht um Parodontitis, sondern um Wurzelspitzenresektionen an einem wurzelkanalbehandelten Zahn. Am besten informieren Sie sich zu diesen Themen und lassen sich nochmals von einem Zahnarzt beraten, der besagten Problemzahn inklusive Röntgenbildern untersuchen kann. Alles Gute!

Heidemarie W., 13.08.2017 - 11:42 Uhr

Bei mir ist eine wurzelbehandlung zwei Mal gemacht worden und besagter Zahn rebelliert etwas. Mein Zahnarzt meint er muss gezogen werden. Gibt es keine andere Möglichkeit den Zahn zu erhalten? Für eine Antwort wäre ich dankbar.

Antwort von Dr.Natalie Poppe, verfasst am 15.08.2017

"Wurzelbehandlung an einem Zahn" - meinen Sie dabei die Parodontitis-Behandlung (Reinigung der Wurzeloberfläche von in der Regel mehreren betroffenen Zähnen) oder eine Wurzelkanalbehandlung (Nervbehandlung im Inneren eines Zahnes)?

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