Artikel 17/02/2020

Volkskrankheit Parodontitis: Ursachen, Symptome & was Sie dagegen tun können

Dr. med. dent. M.Sc. David Müller Zahnarzt
Dr. med. dent. M.Sc. David Müller
Zahnarzt
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Parodontitis beschreibt eine Erkrankung des Zahnhalteapparats. Sie beeinträchtigt aber nicht nur die Zahngesundheit, sondern kann in ihrem Verlauf leicht auch die Allgemeingesundheit in Mitleidenschaft ziehen.

Oft bleibt die Parodontitis lange unbemerkt, was sie sehr gefährlich macht. Trotzdem kann jeder gut und leicht der Krankheit vorbeugen. Selbst bei einer bestehenden Parodontitis stehen die Chancen gut, die Erkrankung mit einer Therapie zu stoppen.

Ursachen und Symptome einer Parodontitis

Selbst bei gründlicher Mundhygiene und Zahnpflege bleiben in Zahnzwischenräumen oder an anderen schwer erreichbaren Stellen des Gebisses noch Beläge oder Plaque zurück. Hier entsteht rauer Zahnstein, auf dem sich schnell Bakterien ansiedeln. Ihre aggressiven Stoffwechselprodukte gelangen an das Zahnfleisch und lösen dort eine Entzündung aus.

Geschwollenes, empfindliches Zahnfleisch, Zahnfleischbluten oder Mundgeruch begleiten die Entzündung häufig. Diese Warnzeichen sollten niemals ignoriert werden. Denn ohne eine sofortige Behandlung wird die Entzündung chronisch und die Parodontitis entsteht.

Dann weicht das Zahnfleisch zurück, es entstehen Zahnfleischtaschen, in denen sich die Bakterien ebenfalls ansammeln. Freiliegende Zahnhälse reagieren schmerzhaft auf Temperaturreize und die Bakterien wandern weiter am Zahnhals entlang in den Kieferknochen. Der bildet sich langsam zurück, Zähne lockern sich und können ausfallen oder die Entzündung wird sogar in den ganzen Organismus getragen.

Hier erhöht sie das Risiko für

Ungefähr zwei von drei erwachsenen Deutschen sind von der Parodontitis in unterschiedlichem Stadium betroffen. Bei etwas mehr als zehn Millionen Menschen hat sie bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht. Eine unzulängliche Mundhygiene ist dabei immer der wesentliche Faktor für die Entstehung einer Parodontitis.

Daneben gibt es noch weitere begünstigende Faktoren: beispielsweise erbliche Veranlagung, bestimmte Lebensgewohnheiten wie Rauchen und schlechte Ernährung, Nebenwirkungen einiger Medikamente, eine Schwangerschaft oder Stress und eine direkte Ansteckung durch den Speichel Erkrankter.

Parodontitis vorbeugen und behandeln

Der Verzicht auf Nikotin, übermäßigen Fleischkonsum, viel Zucker in Getränken oder Speisen bedeutet ganz allgemein einen wesentlich gesünderen Lebenswandel und zugleich die erste Parodontitis-Vorbeugung. Sie braucht zudem aber immer eine gründliche Mundhygiene. Regelmäßiges Zähneputzen bildet dabei nur den ersten Schritt.

Die Nutzung von antibakteriellen Mundspülungen und die Reinigung von Zahnzwischenräumen mit Interdentalbürsten oder Zahnseide gehören genauso zur täglichen Zahnpflege, um einer Parodontitis vorzubeugen. Zusätzlich entfernt ein Zungenreiniger weitere Bakterien aus dem Mundraum.

Ganz allein funktioniert eine effektive Parodontitis-Prophylaxe dennoch leider nicht. Selbst bei sehr sorgfältiger Mundhygiene bleibt noch einiges an Plaque und Bakterien zurück. Allein die Zahnbürste erreicht rund ein Drittel der Zahnoberflächen nicht. Um diese Stellen immer wieder gründlich zu reinigen, braucht es Zahnärzte und ihre Prophylaxe-Teams.

Mit einer Professionellen Zahnreinigung säubern sie das ganze Gebiss gründlich und schützen die Zähne mit Politur und Fluoridierung. Diese Reinigung empfiehlt sich für die meisten Patienten ein- bis zweimal im Jahr – bei einem erhöhten Parodontitis-Risiko oder einer Erkrankung auch häufiger. Patienten können Sie ganz einfach mit den halbjährlichen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt verbinden.

Diese Termine sind sehr wichtig! Denn hier können die Zahnärzte sogar eine beginnende Parodontitis leicht erkennen. Selbst wenn die Patienten bisher keine Symptome bemerkt haben. Je eher eine Parodontitis erkannt wird, desto einfacher, sanfter und erfolgreicher lässt sie sich behandeln.

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