Ursachen & Symptome der Nebennierenschwäche durch Stress: Die Schlüsselfunktion zur Heilung

Stress ist die Hauptursache einer gestörten Nebenniere. (© Alexander Raths - fotolia)

Die Nebennierenschwäche ist eine Unterfunktion der Nebennieren, die zu einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen führen kann. Das Thema rückt seit jüngster Zeit bei unterschiedlichen Krankheitsbildern in den Fokus des Interesses. Zunehmend betrifft das auch den Zusammenhang mit dem Leaky Gut, der Durchlässigkeit der Darmschleimhaut.

Eine Nebennierenschwäche wird häufig mit einer primären Nebenniereninsuffizienz verwechselt. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die zur Zerstörung der Nebennierenfunktion führt. Vielen Medizinern ist nur diese Variante der Nebennierenerkrankung vertraut, nicht jedoch die Nebennierenschwäche.


Was sind eigentlich die Nebennieren?

Die Nebennieren sind etwa so groß wie eine Weinbeere und links und rechts auf den Nieren angesiedelt. Sie stehen mit den Nieren aber in keiner funktionellen Verbindung. Sie übernehmen vielfältige Aufgaben im Organismus – allen voran jedoch die Hormonproduktion. Denn als Hormondrüsen produzieren sie unverzichtbare Hormone, wie z. B.:

  • Cortisol
  • Aldosteron
  • Sexualhormone
  • DHEA
  • Dopamin
  • Adrenalin
  • Noradrenalin

Nebennieren werden meistens durch eine zu große Stressbelastung geschädigt. Und zwar unabhängig davon, ob der Stress körperliche, emotionaler oder krankheitsbedingter Natur ist. Das bedeutet, er kann z. B. entstehen durch

Jeder einzelne diese Auslöser bedeutet Stress und kann die Nebennieren schwächen. Wenn ein zu hoher Stresspegel über einen zu langen Zeitraum hinweg besteht, sind die Nebennieren nicht mehr in der Lage, die jeweiligen Hormone in ausreichender Menge zu produzieren.

Hiervon ist in besonderem Maße das Cortisol betroffen. Das ist fatal, weil es viele einzigartige Aufgaben innehat, die kein anderes Hormon übernehmen kann. Es ist für den Körper lebensnotwendig, so dass ein Mangel zu gravierenden körperlichen Problemen führt.


Cortisol: Das Stress-Schutzhormon

Bekanntermaßen ist Cortisol eines der wichtigsten Hormone, das der Körper benötigt, um mit Stress umgehen zu können. Darüber hinaus beteiligt sich Cortisol an der Energiebereitstellung, der Regulation des Wasser- und Salzhaushaltes sowie des Blutzuckers. Dazu wirkt es entzündungshemmend und antiallergisch.

Befinden Sie sich in einem permanent erhöhtem Stressmodus, kann das die Nebennieren schwächen. Sie sind in Folge immer weniger in der Lage, Cortisol ausreichend zur Verfügung zu stellen und die Symptomatiken nehmen zwangsläufig ihren Lauf.

Die Nebennierenschwäche ist also von immens großer Bedeutung für das gesamte Wohlbefinden und kann auch im Zusammenhang mit einem Leaky Gut stehen. Das geschieht vorrangig aufgrund einer schwachen Verdauung. Sie ist ein häufiges Beschwerdebild bei Patienten mit einer Nebennierenschwäche und ist oftmals auf einen Magensäuremangel zurückzuführen.

Was vielfach nicht beachtet wird, ist der Einfluss des Cortisols auf den Blutzuckerspiegel. Je schwächer die Nebennieren, umso öfter kommt es zu Blutzuckerentgleisungen. Diese Blutzuckerschwankungen sind es oft schließlich auch, die als Warnsignal gelten und Betroffene veranlassen, einen Arzt aufzusuchen.

Hier ist es allerdings wichtig, den Zusammenhang mit den Nebennieren zu erkennen und die Blutzuckerschwankungen nicht fälschlicherweise in Verbindung mit Diabetes zu bringen.

Ist die Cortisolproduktion der Nebennieren eingeschränkt, kann das also zu deutlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Als Leitsymptom gilt eine massive körperliche Erschöpfung, die auch nach ausreichenden Ruhephasen nicht behoben werden kann. Hinzu kommen Störung des Immunsystems, eine herabgesetzte Stresstoleranzgrenze sowie eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit.

Doch damit nicht genug. Denn kommt zum Cortisolmangel auch noch ein Progesteronmangel hinzu, entpuppen sich typische Wechseljahresbeschwerden als eigentlicher Cortisolmangel und müssen in der Behandlung primär beachtet werden.


Wird die Funktion der Nebenniere gestört, können sowohl körperliche als auch psychische Symptome die Folge sein. (© Igor Mojzes - fotolia)
Symptome einer Nebennierenschwäche im Überblick

  • Müdigkeitssyndrom
  • deutlich reduzierte Stressresistenz
  • häufige Blutzuckerschwankungen
  • morgendliche lange Anlaufphase
  • stark wechselnder Blutdruck
  • Schwindel bei plötzlichem Aufstehen
  • Magenschleimhautentzündungen (Gastritis)
  • Gewichtszunahme besonders an der Taille
  • Schwierigkeiten bei der Gewichtsreduktion
  • Menstruationsstörungen und prämenstruelles Syndrom
  • diverse Lebensmittelunverträglichkeiten
  • unerklärliche Schmerzen im Rücken und Nackenbereich
  • Schwächung der Muskulatur
  • Verdauungsstörungen mit abwechselnden Durchfall, Verstopfung und Blähungen
  • reduzierte Immunabwehr
  • Impotenz
  • Fehlgeburten
  • Sterilität
  • Burnout
  • Allergien

Fazit

Da die Nebennieren einen elementaren Anteil lebensnotwendiger Regelabläufe darstellen, ist besonders bei einem ausbleibenden Therapieerfolg von diversen Krankheitsbildern unbedingt an eine Nebennierenschwäche zu denken und gegebenenfalls zu überprüfen.

Ob im Körper eine ausreichende Cortisolproduktion stattfindet, kann mit einer Speichel- und Urinprobe herausgefunden werden. Mit sogenannten Stressprofiltests, die bequem zu Hause durchgeführt werden können, kann mit drei Speichelproben ein Tagesprofil erstellt werden.

Die Auswertung erfolgt im Labor und kann anschließend durch einen erfahrenen Therapeuten zielgerecht und ganzheitlich behandelt werden.

Die Kosten werden von den privaten Krankenkassen übernommen. Sprechen Sie hierfür mit ihrem Therapeuten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (4)

Jackson, 11.02.2021 - 15:33 Uhr

Sehr aufschlussreicher Artikel! Vielen Dank

F. S., 28.05.2020 - 22:50 Uhr

Ich schätze, so in etwa waren mindestens 70 - 80 % einige Symptome seit meiner Schilddrüsen Erkrankung 2018 bis zu Tumor und Zysten Erkrankung und OP der beiden letzt genannten alles dabei bis ende 2019, als das ganze sich als "Niereninsuffienz 1. Grades" raus kam, was sich mittlerweile auch schon einige Male bestätigte. Frage : Hätte man so was schon zeitig feststellen können ??? Auf Grund der Schlafstörung bekam ich "Mirtazapin" verordnet, was aber irgendwann auch nicht mehr half, hatte eher das Gefühl, dass das Medikament abhängig macht, nach dem ich von dem "Teufelszeug" weg kam, Ende 2018 Anfang 2019 nahm ich als Einschlaf-Hilfe pflanzliche freiverkäufliche Dragees ein. Seit der "Reha" 2020 = keine ein / durch Schlaf Probleme mehr . Diabetes und Bluthochdruck = ist beides bekannt. Blutzucker Werte sind nach der Schilddrüsen Erkrankung irgendwann wieder hoch gegangen, genauso wie der Blutdruck. Im Urlaub oder Wochenende, sobald die Möglichkeit da war, kam es auf Grund der hohen Werte vor, das ich 5 bis 7 Stunden durch schlafen konnte am Tag wohlgemerkt. Nachts nach 2 bis 3,5 Stunden Stunden, war ich hellwach seit der Schilddrüsen Erkrankung und Medikamenten Einnahme von Carbimazol , anfangs mit Thiamazol. Einige Wochen nach ca. 6 Monate Schilddrüsen Behandlung und wieder normal Werte, bemerkte ich Urin Verringerung. Obwohl ich mündlich, schriftlich oder per E Mail meinem Hausarzt die Symptome durch mitteilen schilderte, hat er diverse Dinge ignoriert in dem er sich einiges "nicht" vorstellen /erklären konnte. Die einzige Reaktion sei es während oder nach der Schilddrüsen Erkrankung, so wie auch nach der OP des Tumors war, dass er mich ständig zum "Psychiater" schicken wollte. Fazit : Meine Gesundheit ist auf Grund dessen ruiniert. Oder seh bzw. versteh ich das falsch ??? Harnstau liegt vor, was ich quasi nach der Schilddrüsen Erkrankung bemerkte, so wie auch die Niereninsuffienz 1.Grades! Frage : Psychiater wäre auf Grund dessen bestimmt "fehl" am Platz gewesen, oder?

Magdalena M., 22.02.2020 - 11:40 Uhr

Interessanter Ansatzpunkt beim ausbleibenden Therapieerfolg, welcher evtl. oft bei der Diagnoseerstellung nicht berücksichtigt wird. Gut dargestellt.

Pamela, 22.02.2020 - 08:11 Uhr

Super Artikel! Danke Frau Bauch

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